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„Namhafte Interessenten“: Wirecard wird nun stückweise verkauft

Wirecard meldete am 25.06. Insolvenz an.
Wirecard meldete am 25.06. Insolvenz an.

Es ist der letzte Tag für die am Boden liegende Aktie des Skandal-Unternehmens Wirecard an der Börse – und nun geht der stückchenweise Verkauf los. Der renommierte deutsche Insolvenzverwalter Michael Jaffé ist mit der Betreuung des Prozesses beauftragt worden – und er kann nun erste Ergebnisse vorweisen.

„So konnte nun ein Vertrag über den Verkauf der Wirecard Brazil unterzeichnet werden. Demnach übernimmt eine Tochtergesellschaft der an der New York Stock Exchange gelisteten PagSeguro Digital Ltd., 100 Prozent der Anteile an der Wirecard Brazil“, heißt es seitens Jaffé. Die Transaktion steht unter anderem noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der brasilianischen Aufsichtsbehörden.

„Der Verkauf der Wirecard Brazil ist als erster Verwertungserfolg umso erfreulicher, als die Rahmenbedingungen im Wirecard-Insolvenzverfahren ausgesprochen schwierig waren und weiterhin sind. Wir freuen uns, dass hier so schnell eine gute Lösung gefunden werden konnte. Die Erlöse aus der Verwertung werden den Gläubigern zugutekommen“, heißt es weiter.

Railsbank holt sich britische Tochter

Auch der Verkaufsprozess für die Tochtergesellschaft Wirecard North America Inc. sei bereits weit fortgeschritten, in Kürze würden die finalen Erwerbsangebote erwartet. Für das Kerngeschäft der Wirecard AG, also das Acquiring- und Issuing-Geschäft, gehen die Verhandlungen mit potenziellen Investoren in die nächste Phase. „Es gibt mehrere namhafte Interessenten, die indikative Angebote abgegeben haben“, Jaffé. Auch die Verwertungsprozesse für die weiteren Wirecard-Beteiligungen würden Fortschritte machen. Unter den noch etwa zehn verbleibenden Interessenten sollen sich die Deutsche Bank, die Santander-Bank aus Spanien, der US-Konzern Paypal und der Payment-Dienst Heidelpay befinden.

Weiters wurde ein Käufer für die britische Tochter Wirecard Card Solutions gefunden. Diese ist dafür bekannt geworden, dass dort Fintech-Startups Kreditkarten bekommen konntne, um diese an ihre Kunden auszugeben. Die britische Railsbank, selbst ein Fintech im „Banking as a Service“-Bereich, will wie berichtet zuschlagen. Dazu wurde eine Grundsatzvereinbarung zum Verkauf bestimmter Kundenbeziehungen und weiterer Vermögensgegenstände an Railsbank unterzeichnet.

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