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N26 vs. Revolut vs. Monzo: Die Banken-Herausforderer ringen jetzt auch mit sich selbst

Die Smartphone-App von N26. © N26

„Kein Mensch braucht die klassische Bankfiliale. Dieses Modell ist überholt, und wenn man sich schlank aufstellt, kann man attraktivere Angebote machen und dem Kunden deutliche besseren Service bieten.“ Mit solchen Ansagen sind die beiden Österreicher Maximilian Tayenthal und Valentin Stalf vom in Berlin ansässigen FinTech N26 angetreten, um die Finanzwelt nach ihren Vorstellungen umzukrempeln. Die klassische Bank, die sei überholt, heute reiche eine App, um Geldgeschäfte zu erledigen.

Nur: So einfach ist die Sache dann doch nicht. Diese Woche wurde bekannt, das N26 eine nächste Finanzierungsrunde von rund 50 Millionen Euro aufstellen will (offiziell bestätigt wurde das nicht). Das Kapital wird man dringend brauchen, denn auf der Expansionsliste stehen mit den USA und Großbritannien zwei der wichtigsten Märkte überhaupt. Zwischen fünf und zehn Millionen Euro pro Jahr investiert N26 ins Marketing, um möglichst viele neue Kunden anzulocken. Rund 500.000 sind es derzeit, allerdings lässt sich nicht mit jedem Geld verdienen. Denn viele Funktionen der Mastercard, die an die Kunden ausgegeben werden, sind kostenlos.

In Großbritannien lauert die Konkurrenz

Der britische Markt wird für N26, das derzeit in 17 Ländern (u.a. in Deutschland, Österreich, Spanien, Italien und Frankreich) tätig ist, eine harte Nuss. Denn dort ringen gleich mehrere FinTech-Startups mit sehr ähnlichen Angeboten um den Markt. Da ist zum einen Revolut (Trending Topics berichtete), das seinerseits kürzlich in Deutschland und Österreich startete und 970.000 Nutzer zählt. Im deutschsprachigen Raum will man bis Ende 2017 50.000 User gewinnen. Auch hier die starke Ansage: „Wir wollen die Party der traditionellen Banken beenden.“

Die Revolut-Karte kommt von Mastercard. © Revolut
Die Revolut-Karte kommt von Mastercard. © Revolut

Um mit N26 gleichzuziehen, hat sich Revolut jetzt um eine europäische Banklizenz beworben. Derzeit muss man noch auf Partner wie Lloyds oder Wirecard bauen, um die eigenen Dienste rechtskonform anbieten zu können. Mit dem Vorstoß nach Mitteleuropa hat Revolut N26 quasi dazu gezwungen, auch in Großbritannien aktiv zu werden. Deren Vorteil: Revolut hat bis dato insgesamt rund 87 Millionen Dollar Investment bekommen, N26 „nur“ 53 Millionen Dollar. Bei N26 ist Peter Thiel an Bord, bei Revolut Balderton Capital, Index Ventures und Point Nine Capital.

Weitere Player stellen viel Geld auf

Und damit nicht genug: Das Rennen ist nicht auf Revolut und N26 beschränkt. Monzo aus Großbritannien hat erst diese Woche satte 80 Millionen Euro Risikokapital aufgenommen, investiert haben unter anderem Stripe, Goodwater Capital und Michael Moritz von Squoia Capital. Auch Monzo gibt Mastercards an Nutzer aus, bietet eine App mit übersichtlichen Darstellungen von Einnahmen und Ausgaben und will Nutzer mit kostenlosen bzw. günstigen Konditionen locken.

Mit Atom, Starling oder Tandem gibt es weitere Startups, die im digitalen Bankensektor mitspielen wollen und  So wird es spannend, wer sich am Ende durchsetzt – und ob sich die europäischen Jungfirmen gegen die großen US-Player wie Apple, Googe oder PayPal durchsetzen können. Den Respekt der traditionellen Banken haben sich die Challenger-Banks, wie sie mittlerweile genannt werden, jedenfalls schon verdient. „N26 ist das einzige ernstzunehmende Fintech“, sagte Erste-Vorstand Peter Bosek dieses Jahr über die aufstrebende Konkurrenz.

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