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Ab November

N26: Künftig Strafzinsen für Guthaben über 50.000 Euro

© N26
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N26 dürfte demnächst Strafzinsen auf Guthaben über 50.000 Euro einführen. Das geht aus einer Änderung des Preis- und Leistungsverzeichnisses zum 19.10.2020 hervor, berichtet das Branchenblatt finanz-szene.de. Schlagend werden soll die Neuerung aber nur bei Neukunden.

Im Preis- und Leistungsverzeichnis gibt es nun ebenso eine entsprechende Info wie auch auf der Startseite der Homepage. „Für Einlagen über 50.000 Euro kann ein Verwahrentgelt von 0,5 % p.a. anfallen“, heißt es dort. Das soll allerdings nur für Kunden gelten, die ihr Konto ab dem 19.10.2020 eröffnet haben.

N26: Überraschender Schritt

Gegenüber Finanz-Szene bestätigte ein Sprecher von N26 die Einführung des Entgelts. Es gibt noch eine weitere Differenzierung: So sollen auch Bestandskunden mit kostenpflichtigem Metal-Konto von den Änderungen ausgenommen sein. Unabhängig davon überrascht der Schritt, hielten sich Fintechs und Direktbanken doch in dieser Hinsicht bislang zurück. Während Kontoführungsgebühren und Strafzinsen bei herkömmlichen Banken durchaus üblich sind, hoben sich N26 und Co. dahingehend bislang von der Masse ab.

Neues Produkt als mögliche Begründung

Warum also dieser Schritt? Darüber kann nur gerätselt werden, N26 habe keine näheren Angaben machen wollen. Bei Finanz-Szene geht man von zwei denkbaren Überlegungen seitens der Direktbank aus. Einerseits müsse N26 „immer höhere Einlagenvolumina“ verkraften, für die das Fintech allerdings kaum Verwendung habe. Die Zeiten als klassische Zweitbank mit niedrigen Einlagen könnten vorbei sein – auch wenn sich das nur schwer verifizieren lässt. Dazu passt jedenfalls, dass in der momentanen Krisenzeit die Einlagen vieler Kunden anwuchsen – immerhin fallen Urlaub und andere Anschaffungen dieses Jahr ja weitgehend aus.

Andererseits soll N26 dieses Jahr noch ein Tagesgeldkonto mit positivem Zinssatz anbieten wollen. Die Idee könnte also sein, Kunden durch die Strafzinsen in Richtung eines solchen neuen Produktes zu treiben. Wer weniger als 50.000 Euro auf dem Konto hat – und das wird wohl die überwiegende Mehrheit sein – hat allerdings nichts zu befürchten. Starten sollen die Strafzinsen mit November.

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