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Challenger-Bank N26 holt sich 260 Mio. Euro und ist jetzt ein Unicorn

N26-Mitgründer Valentin Stalf. © Jakob Steinschaden
N26-Mitgründer Valentin Stalf. © Jakob Steinschaden

Vor nur etwa zehn Monaten holte sich die Challenger-Bank N26 mit 160 Millionen Dollar eine der höchsten Finanzierungsrunden für ein deutsches Startup. Jetzt gab das von Österreichern gegründete Startup die nächste Kapitalspritze bekannt. Die Series D bringt stolze 260 Millionen Euro und macht die Berliner Bank zum Unicorn. Erstmals hat N26 die Bewertung bekannt gegeben – sie liegt bei 2,3 Milliarden Euro.

2,3 Mio. Nutzer, ein Drittel bezahlt

Warum das 2013 gegründete Jungunternehmen schon wieder so viel Kapital braucht? Die Bank schreibt mit ihren 2,3 Millionen Nutzern nach wie vor rote Zahlen. Und das, obwohl rund ein Drittel der Nutzer zahlende Kunden sind. Umsätze kommen zudem aus Transaktionsgebühren und Zusatzservices wie Kredite, die derzeit in Deutschland und Frankreich angeboten werden. Insgesamt umfassen die Bankkonten der Nutzer ein Volumen von 1 Milliarde Euro und seit der Gründung wurden Transaktionen in der Höhe von 20 Millarden Euro abgewickelt.

Internationalisierung

Das frische Kapital kommt von dem US-VC Insight Venture Partners und einem Staats-Fonds aus Singapur, GIC, als Lead. Inzwischen hat N26 in vier Runden mehr als 430 Millionen Euro eingesammelt, unter anderem bei dem Versicherer Allianz, dem chinesischen Internet-Giganten Tencent, Peter Thiel und bei Zalando-Managern. Die Runde der Investoren wird also immer internationaler und das ist auch für N26 das Ziel. Mit den 260 Millionen Euro soll nicht nur der Markteintritt in den USA gelingen, es sollen weitere Märkte erschlossen und auch neue Niederlassungen eröffnet werden. Derzeit ist N26 in 24 Ländern in Europa verfügbar, beschäftigt rund 700 Mitarbeiter und hat Büros in Berlin, Barcelona und New York.

Neue Funktionen für Nutzer

Auch für Kunden wird es Neuigkeiten geben. Einerseits sollen Finanzprodukte wie Kredite in weiteren Märkten verfügbar werden, sagte Co-Founder Valentin Stalf in einem Interview mit TechCrunch. Geplant ist auch ein Ausbau der Funktion „Spaces“. Bisher ist das quasi eine Abteilung im eigenen Konto, wo Nutzer Geld „parken“ können, das zwar jederzeit verfügbar ist, aber nicht von der Debit-Karte angegriffen wird. Diese Spaces sollen ausgebaut werden, damit Nutzer sie untereinander teilen können – mit eigenen Kontonummern und „virtuellen Karten“.

N26 vs. Revolut – Kopf-an-Kopf-Rennen

Das Millionen-Investment gibt N26 auch Auftrieb im Rennen mit dem größten europäischen Konkurrenten, dem britischen Startup Revolut. Revolut wird nach einer Finanzierungsrunde vergangenes Jahr von Investoren wie Index Ventures und Rocket Internet mit umgerechnet etwa 1,5 Milliarden Euro, also als Unicorn, bewertet. Seit Dezember hat das FinTech wie N26 auch eine eigene europäische Banklizenz und hält bei etwa 3 Millionen Nutzern.

N26 Revolut
Nutzerzahl > 2 Millionen > 3 Millionen
Hauptsitz Berlin London
Gründungsjahr 2013 2015
Märkte 24 32
Premium-Preis ab 10 Euro/Monat ab 8 Euro/Monat
Business-Konten ja, nur für Selbstständige ja
Investments total 500 Mio. $ 340 Mio. $
Investoren Tencent, Allianz, Horizons Ventures, Valar Ventures, Zalando, Earlybird Venture Capital, Redalpine Venture Partners, Battery Ventures, Insight Venture Partners, GIC DST Global, Index Ventures, Ribbit Capital, Balderton Capital, Triplepoint Capital, Point Nine Capital, NJF Capital, Seedcamp
Mitarbeiter > 700 > 500
Kryptowährungen nein ja
Banklizenz ja ja

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