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Mostly AI: Wiener AI-Startup holt sich 5 Millionen Dollar Investment

Das Gründer-Team von Mostly AI. © Mostly AI
Das Gründer-Team von Mostly AI. © Mostly AI

Daten anonymisieren, damit sie von Unternehmen in großen Datensets sicher verwendet werden können: Das ist die Spezialität des Wiener Startups Mostly AI, das erst 2017 gegründet wurde. Der starke Trend hin zu Kpnstlicher Intelligenz auch in Europa kommt der Firma nun zugute. Mostly AI konnte sich jetzt in einer großen Finanzierungsrunde 5 Millionen Dollar (4,57 Mio. Euro) von Investoren aus Deutschland und Österreich holen.

Die Runde wird vom deutschen VC Earlybird angeführt, außerdem sind auch 42 CAP aus Deutschland und Push Ventures aus Österreich bei der Runde dabei. Earlybird hat sich etwas mehr als 17 Prozent geschnappt, 42 CAP etwa 15,5 Prozent, Push Ventures kommt auf sechs Prozent der Anteile. Die Gründer Michael Platzer, Roland Boubela und Klaudius Kalcher kommen zusammen auf deutlich mehr als 60 Prozent der Unternehmensanteile.

2018 hat Mostly AI bereits eine Millionenrunde abgeschlossen – damals kamen Push Ventures und 42 CAP aus München an Bord (Trending Topics berichtete).

Software-as-a-Service-Modell angestrebt

“Wir freuen uns sehr darüber, dass wir mit Earlybird, 42 Cap und Push Ventures starke Partner von unserem Ansatz überzeugen konnten. Mit der Finanzierung werden wir speziell die Lösung Mostly Generate weiterentwickeln und ein Software-as-a-Service-Modell auf den Markt bringen. Gleichzeitig forcieren wir das Wachstum der Synthetic-Data-Engine in den USA”, so Michael Platzer, CEO und Mitgründer von Mostly AI.

Mit dem Telekomunternehmen Telefónica, in dessen Startup-Accelerator wayra in München es das Startup geschafft hat, konnte Mostly AI bereits eine Kundenbeziehung aufbauen. Durch die Technologie der Wiener kann das Telco Daten für Analysen und KI-Anwendungen nutzen, während gleichzeitig die Privatsphäre jedes einzelnen Kunden geschützt wird. “Unsere Lösung ist so konzipiert, dass sie vor allem im Kontext von Big Data einen Nutzen schafft. Dank wayras Unterstützung konnten wir die Synthetic Data Engine für den Einsatz in großen Konzernen wie der Telefónica optimieren”, so Platzer.

Gerade Telekomunternehmen stehen vor dem Problem, eine Unmenge an Daten zu haben (wir nutzen täglich ihre Netze, um aufs Netz zugreifen zu können), diese aber nur unter hohen Auflagen für andere Dienste auswerten zu dürfen. Vor allem europäische Telcos sehen sich dadurch gegenüber „Over-the-Top“-Dienste wie YouTube oder Facebook benachteiligt, die keine eigene Infrastruktur betreiben, aber enormes Geschäft mit Nutzerdaten machen. Eine schlaue Lösung, die die Anonymisierung von Nutzern bei gleichzeitiger Auswertbarkeit bringt, könnte da in Zukunft vielen Betreibern viel Geld wert sein.

Big Data und Anonymisierung unter einem Hut

Während beim Anonymisieren von Daten sensible Informationen (und damit relevante Daten) aus den Datensätzen herausgelöst werden müssen, soll es der Ansatz von Mostly AI erlauben, alle Informationen in einem Datensatz zu erhalten, während gleichzeitig eine Re-Identifizierung unmöglich gemacht wird. Das ist vor allem in Europa wichtig, wo Unternehmen intensiv darauf achten müssen, das es nicht zu einer Re-Identifizierung der im Originaldatensatz befindlichen Personen kommen kann. Wie das funktioniert, soll diese Grafik veranschaulichen:

© Mostly AI
© Mostly AI

In Europa stehen nach der Einführung der DSGVO die Zeichen auf AI. Erst vergangene Woche hat die EU-Kommission verlautbart, dass sie dafür sorgen will, dass pro Jahr 20 Milliarden Euro in den AI-Bereich gepumpt werden. Das Geld soll teilweise von der öffentlichen Hand kommen und so Investitionen der Privatwirtschaft unterstützen (Trending Topics berichtete).

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