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Mobility as a Service: Würdest du ein Abo nehmen, anstatt ein Auto zu kaufen?

Whim-App startet in Wien. © MaaS Global
Whim-App startet in Wien. © MaaS Global

Eine Jahreskarte um 365 Euro für die Öffis in Wien – das kennt man ja schon lange. Doch was, wenn eine solche Monats- oder Jahreskarte noch andere Mobilitätsangebote – vom Fahrrad bis zum Elektroauto – beinhaltet? Solche Angebote zu machen, ist das Ziel von so genannten Mobility-as-a-Service-Diensten, die in einen fixen Preis verschiedenste Fortbewegungsmittel hineinpacken. Immer ist das große Ziel, die Menschen weg vom eigenen Auto hin zu einer Sharing Economy zu bringen.

So etwa auch das finnische Unternehmen MaaS Global, das mit seiner Mobilitäts-App Whim jetzt auch in Wien gestartet ist. Von den Öffis über das Taxi bis zum e-Scooter soll alles über eine einzige App benutzbar werden. In Wien sind derzeit die Wiener Linien, der City Airport Train und Taxi 31300 in der Smartphone-Software aufgenommen, und noch bezahlt man für die Dienste einzeln. In den nächsten Monaten soll noch der Autovermieter Hertz und der E-Scooter-Verleiher Tier dazukommen.

Weniger Stau, weniger Umweltverschmutzung

„Immer weniger Menschen werden in Zukunft ein eigenes Automobil besitzen, was weit weniger Staus und eine deutlich geringere Umweltverschmutzung zur Folge haben wird. Und anstelle der frustrierenden Hektik im täglichen Verkehrschaos wird sich auf den Straßen auch wochentags eine wohltuende Gelassenheit breitmachen“, sagt Sampo Hietanen, CEO von MaaS Global.

In Wien ist das Angebot noch eingeschränkt und man bezahlt einzeln. Doch bald sollen schon Abomodelle folgen. In der Heimatstadt von MaaS Global, in Helsinki, sieht man bereits, wohin Mobility-as-a-Service gehen kann. Dort gibt es bereits „Whim Unlimited“: Um 499 Euro pro Monat kann man die Öffis, Taxis, Mietautos und City Bikes unlimitiert verwenden. Wer ein Auto im Leasing abbezahlt, der könnte sich da schon überlegen, ob es nicht sinnvoller wäre, sich ein solches Abo zu nehmen.

+++ Mobility as a Service: Großes Marktpotenzial für Alternativen zum PKW-Kauf +++

Zuerst Skandinavien, jetzt Mitteleuropa

Auch in Schweden hat sich ein Mobility-as-a-Service-Anbieter etabliert: UbiGo. Dort bekommt man seit April 2019 Mobilitäts-Pakete zum Monatspreis. Detail am Rande: Die Kapsch-Tochter Fluidtime stellt UbiGo für den Dienst seine Cloud-Services bereit (Trending Topics berichtete).

Fast parallel zum Start von Whim in Wien ist Augsburg mit einer Mobilitäts-Flatrate gelauncht. Die Einwohner der bayrischen Großstadt bekommen für einen fixen Monatsbetrag Zugang zu Bus, Bahn, Leihrädern und Carsharing. Um 79 Euro pro Monat gibt es in der „Mobil-Flat s“ Tickets für Bus, Bahn, Bus & Tram, 30 Minuten kostenlose City-Bike-Nutzung mehrmals täglich sowie bis zu 15 Stunden bzw. 150 Kilometer Carsharing pro Monat. Beim größeren Paket für 109 Euro pro Monat können Carsharing-Angebote bis zu 30 Stunden genutzt werden.

Wie groß ist der Markt?

Bereits heute weiß man, dass gerade bei jüngeren Menschen der Besitz eines Autos (und sogar der Führerschein) keinen so großen Stellenwert mehr hat. Dementsprechend rechnen sich die Anbieter von Mobility-as-a-Service (MaaS) große Marktchancen aus. Eine Studie der Österreichischen Energieagentur, die Anfang 2018 erschienen ist, zeigte jedenfalls großes Marktpotenzial auf.

Der Studie zufolge, für die Ende 2017 mehr als 120 Experten online befragt wurden, sehen fast drei Viertel (71 Prozent) der Befragten das Konzept MaaS als Alternative zum Besitz eines eigenen Pkws. Allerdings sei die Zahlungsbereitschaft dafür noch sehr gering und wurde mit etwa 85 Euro pro Monat eingeschätzt. „Es wird sich erst zeigen, ob sich diese innovativen Konzepte wirt­schaftlich abbilden lassen. Das wird letztlich wesentlich von den Rahmenbedingungen und der Anzahl der Nutzerinnen und Nutzer abhängen“, hieß es damals seitens Peter Traupmann, Geschäftsführer der Österreichischen Energie­agentur (Trending Topics berichtete).

+++ The Big Idea of MaaS: You Don’t Need a Car Anymore +++

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