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MNS und FFP: So helfen die einzelnen Schutzmasken

© Brian McGowan / Unsplash
© Brian McGowan / Unsplash

Wer ab morgen in den Supermarkt geht, muss einen Mund-Nasen-Schutz oder eine FFP-Maske tragen – soweit möglich. In den nächsten zwei Wochen sollen alle Nahversorger mit Schutzmasken versorgt sein und Kunden damit vor dem Einkauf ausstatten. Auch eigene Masken sind natürlich erlaubt. Allerdings: Es gibt erhebliche Unterschiede bei Schutzfaktor und Nutzungsdauer der Masken. Wir fassen zusammen.

Es war ein ständiges Hin- und Her: Erst verkündete die Bundesregierung, Schutzmasken seien nicht notwendig und würden nur bedingt helfen. Am Wochenende kam dann aber eine weitere Verstärkung der Maßnahmen im Kampf gegen die Coronakrise. Ab Mittwoch (01.04.) dürfen Supermärkte nur noch mit Masken betreten werden. Argumentiert wurde das von Bundeskanzler Kurz im ORF mit der immer noch großen Anzahl an Verharmlosern, „auch unter Experten“. Auch Polizisten sollen künftig Masken tragen, die ersten Lieferungen trafen bereits ein.

Schutzmasken: Welche passt und hilft?

Es gibt allerdings einen Haken: Nicht alle Masken schützen auch effektiv vor der Ansteckung mit dem neuen Coronavirus, tatsächlich gibt es große Unterschiede zwischen den Schutzarten. Grundsätzlich wird zwischen zwei Maskenarten unterschieden: „MNS“, also Mund-Nasen-Schutzmasken und „FFP“, sogenannte „partikel-filtrierende Halbmasken“.

Mund-Nasen-Schutzmasken

Die Mund-Nasen-Schutzmasken sind allgemein bekannt und werden auch als Operationsmasken verwendet. Sie schützen vor allem andere Personen vor der Tröpcheninfektion, wird der abgegebene Speichel beispielsweise beim Sprechen doch in der Maske gefangen. Auch gegen Einwirkungen von Außen schützen die Masken eine Weile und der Träger kann sich so auch nicht versehentlich ins Gesicht fassen. Experten warnen aber davor, die Masken falsch zu tragen, ständiges Ausrichten würde das Risiko einer Ansteckung über die Hände sogar steigern. Und: MNS-Masken schützen sind kein Atemschutz und schützen damit auch nicht vor der Ansteckung. Die Masken wehren Tröpchen und Viren nicht dauerhaft zuverlässig ab. Kurz tragen also ja, als dauerhafter Schutz sind MNS-Masken aber ungeeignet.

Partikel-filtrierende Halbmasken

Deutlich mehr Schutz bieten FFP-Masken. Hier unterscheidet man drei Klassen: FFP1, FFP2 und FFP3. Alle FFP-Masken gelten als Atemschutz. Die Nummer hinter dem Kürzel beschreibt die Dichtigkeit der Maske, das heißt, wie hoch die Schutzwirkung ist. FFP1-Masken sind weniger Schutzwirkung als FFP3-Masken. FFP2-Masken sollen laut Experten ausreichen, sind aber derzeit, wie alle Schutzmasken, nur schwer erhältlich. FFP-Masken halten etwa acht Stunden, sind danach aber zu entsorgen und können nicht wiederverwendet werden. Beim Tragen ist darauf zu achten, dass Barthaare nicht irgendwo für Lücken sorgen und damit die Abdeckung verringern.

Schutzklassen in der Übersicht

Mund-Nasen-Schutz (MNS) Schützt nicht vor eigener Ansteckung, verhindert aber unter Umständen die Verbreitung der Krankheit durch Husten oder Niesen, beim Einkauf notwendig
FFP1 Geringere Schutzwirkung
FFP2 Geringere Schutzwirkung, ausreichend in der derzeitigen Situation
FFP3 Bester Schutz, medizinischem Personal vorenthalten
Atemmasken Typ N95 Spezielle Einwegmasken, sehr teuer, filtern 95 Prozent der Aerosole – nicht notwendig und laut Experten auch nicht wirkungsvoller als einfacher Mundschutz

FFP: Das richtige Tragen

Wichtig auch: Das richtige Anlegen der Maske. Der Verein für Konsumenteninformation gibt folgende Anleitung mit: Erst die Maske überprüfen, dann öffnen und den Nasenclip „mit dem Finger vorformen“. Danach das Kopfband über den Kopf ziehen und im Nacken platzieren, mit dem Kinn einsteigen und danach die Maske über die Nase ziehen. Anschließend oberes Kopfband hinter die Ohren, mit den Laschen ausrichten, Kopfband und Nasenclip anpassen und abschießend den Sitz checken. Tritt irgendwo Luft aus, geht es in Runde 2 – bis die Maske ordentlich sitzt.

Masken selbst herstellen?

Sehr beliebt sind in den letzten Tagen und Wochen auch Videos und Anleitungen, die zeigen, wie man Masken in Eigenregie herstellt. Wie viel das bringt, sei dahingestellt, das subjektive Sicherheitsgefühl freut sich sicherlich. Und: Ähnlich wie MNS-Masken schützen auch selbst gebastelte Masken nicht vor Ansteckung oder Übertragung. Allerdings wird auch hier die Atemluft des Trägers ein wenig gefiltert und Tröpchen können sich nicht ungehindert ausbreiten. Insofern spricht nichts dagegen.

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Wichtig ist nur, dass die Masken nach jeder Benutzung gewaschen werden (mindestens 60 Grad, besser 90 Grad). Zum Nähen sollte möglichst kochfeste Baumwolle verwendet werden, gerne auch doppelt gefaltet. Auch Vlies bietet sich an. Die Maske muss fest anliegen und sollte nicht mehr verrutschen. Auf Youtube gibt es jedenfalls zahlreiche Anleitungen.

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