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Miracor: Wiener BioTech-Firma erhält 25 Millionen Euro – und wandert nach Belgien ab

Die PICSO-Konsole von Miracor. © Miracor Medical
Die PICSO-Konsole von Miracor. © Miracor Medical

Gute und schlechte Nachrichten zugleich: Wie die BioTech-Firma Miracor Medical bekannt gegeben hat, hat sie 25 Millionen Euro Investment von einer Reihe von Investoren erhalten. Die Investmentrunde wird von Ming Capital aus Shenzhen, China, angeführt. An der Finanzierungsrunde nehmen die neuen Investoren SFPI, SRIW und Meusinvest sowie die bestehenden Geldgeber Earlybird Venture Capital, Delta Partners, SHS Gesellschaft für Beteiligungsmanagement, Biomed Invest und Peppermint Venture Partners teil.

Miracor arbeitet an Technologien, die zur Behandlung von Defiziten des Herzens sowie chronischer Herzkrankheiten eingesetzt werden können. Mit dem Investmentgeld soll eine klinische Studie in Europa, die Genehmigung einer klinischen Studie in den USA und der Marktstart der PICSO-Therapie in Europa finanziert werden. Noch ist das Produkt der Firma, das PICSO-System, nicht am Markt verfügbar. Dabei handelt es sich um einen Herzkatheter und eine Konsole mit einem patentierten Algorithmus. Die Technologie soll das Infarktrisiko senken und die Herzfunktion von Patienten verbessern können.

In den belgischen BioTech-Cluster

Die Krux an der Geschichte, zumindest aus österreichischer Sicht: Miracor wird den Standort in Österreich aufgeben und komplett nach Awans in Belgien abwandern. Das war eine Bedingung des Deals, den es nun zu erfüllen gilt. Zu diesem Zweck wurde die Gesellschaft auf die dafür neu gegründete Tochtergesellschaft Miracor Medical SA verschmolzen, heißt es seitens der Wiener Anwaltskanzlei Herbst Kinsky, die bei der Investmentrunde beratend zur Seite stand. „Wir sehen die Abwanderung der Gesellschaft nach Belgien natürlich mit etwas Wehmut für den Wirtschaftsstandort Österreich, freuen uns aber sehr mit Miracor über diesen großen Schritt“, sagt Philipp Kinsky, Partner bei Herbst Kinsky.

In Belgien soll die PICSO-Technologie (Pressure-controlled Intermittent Coronary Sinus Occlusion) der 2008 gegründeten Firma weiterentwickelt werden, mit dem Ziel, einen neuen Standard bei der Behandlung von Herzerkrankungen wie Herzinfarkt und Herzversagen zu etablieren. Miracor erhält dafür auch einen Kredit der wallonischen Regierung. Belgien bemüht sich schon seit mehreren Jahren darum, im Land einen BioTech-Cluster aufzubauen, dafür gibt es viel politische und finanzielle Unterstützung.

Die Bande zu Belgien wurden bereits in der Vergangenheit gelegt: Seit einiger Zeit ist der Belgier Olivier Delporte CEO des vom Wiener Mediziner Werner Mohl gegründeten Unternehmens. In der Startphase der Firma wurde diese durch FFG, aws und dem Wiener Startup-Inkubator INiTS unterstützt.

BioTech aus Österreich

Auf Biotechnologie spezialisierte Firmen aus Österreich machen immer wieder von sich reden. Erst vor kurzem hat Themis, das sich auf die Entwicklung von Impfstoffen gegen Tropenkrankheiten spezialisiert hat, eine Investmentrunde von zehn Millionen Euro bekannt gegeben (Trending Topics berichtete). Hookipa aus Wien hat 2017 Jahr 50 Millionen Euro Investment erhalten, um klinische Studien für einen Impfstoff gegen das Cytomegalovirus („CMV“, ein Herpesvirus) zu finanzieren. Marinomed wiederum, spezialisiert auf Medikamente gegen virale Infekte der Atemwege, hat sich im vergangenen Jahr über eine Wandelanleihe 7 Millionen Euro am Kapitalmarkt besorgt und bereitet einen Börsengang vor.

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