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Minus 50 Prozent Marktkapitalisierung: Warum Kryptowährungen Anfang 2018 abstürzen

Bitcoin, Ethereum, Ripple. © Pixabay
Bitcoin, Ethereum, Ripple. © Pixabay

Am 7. Jänner waren es noch rund 832 Milliarden Dollar, die alle Kryptowährungen zusammen an Marktkapitalisierung auf die Waage brachten. Heute, knapp vier Wochen später, sind es nur mehr 416 Milliarden Dollar, die Bitcoin, Ethereum und rund 1.500 weitere Coins und Token gemeinsam wert sind. 50 Prozent Marktkapitalisierung verschwanden also innerhalb eines Monats einfach im Nirvana.

Bitcoin (BTC) wird auf Börsen aktuell nur mehr mit 8.500 Dollar bewertet, Ether (ETH) ist unter die 900-Dollar-Marke gefallen, Ripple (XRP) ist keinen Dollar mehr wert, Bitcoin Cash (BCH) hält sich noch knapp über 1.000 Dollar. Andere Aufsteiger wie Cardano, Stellar oder NEM sind aktuell mit minus 30 Prozent oder mehr dick im roten Bereich. Der Effekt, dass Anleger in Altcoins ausweichen, wenn Bitcoin fällt, ist diesmal nicht zu sehen – immer mehr Trader auf der ganzen Welt flüchten sich in Fiat. Immerhin kann man noch sagen: Vor einem Jahr waren die Coins noch viel weniger wert – BTC etwa 990 Dollar, ETH 11 Dollar oder XRP weniger als einen Cent. BCH gab es nicht einmal noch.

Marktkapitalisierung der letzten drei Monate. © CoinMarketCap
Marktkapitalisierung der letzten drei Monate. © CoinMarketCap

Weltweite Rückschläge

Nach der Kurs-Rallye von Bitcoin und Co im Dezember war, sagen sagen viele Beobachter, eine ordentliche Preiskorrektur überfällig. Hinzu kommt, dass der rasante Aufstieg der Kryptowährungen auf der ganzen Welt Kritiker und Regulatoren auf den Plan gerufen hat, die das Phänomen ins Visier nahmen. Hacks (Coincheck), Scams, Betrugsvorfälle und das Einschreiten der Justiz (z.B. gegen Bitfinex und verschiedene ICOs) brachten Negativmeldungen in sämtliche Medien. Auch viele Unternehmen reagierten auf den Hype. Facebook verbot zuletzt Werbung für ICOs und Coins auf seinen Plattformen, Stripe und Steam stellten die Unterstützung für Bitcoin-Zahlungen aufgrund der hohen Volatilität ein.

Hinzu kamen ständige Warnungen vor einer Blase und dem Missbrauch des Krypto-Geldes durch Kriminelle – etwa von Multimilliardär George Soros, Ökonom und Nobelpreisträger Joseph Stiglitz oder der britischen Premierministerin Theresa May. Und auch der hohe Energieverbrauch der Mining-Prozesse geriet in die Kritik.

Keine rosige Zukunft

Zwar hoffen viele Trader, dass es nach dem 16. Februar (chinesisches Neujahr) wieder bergauf geht, wenn chinesische und südkoreanische Urlauber sich wieder zurück am Computer den Exchanges widmen können. Doch 2018 stehen einige wichtige Entscheidungen für die Krypto-Welt an. Beim G20-Gipfel im März in Buenos Aires werden die Staatschefs der 20 größten Industrienationen auch darüber verhandeln, wie mit Bitcoin und Co umzugehen ist. Sofortige Maßnahmen sind nicht zu erwarten, doch alleine die Aussagen von Politikern könnten wieder Schockwellen durch die Krypto-Gemeinde jagen.

In den USA werden nächste Woche die US-Börsenaufsicht SEC und die Commodity Futures Trading Commission Hearings über virtuelle Währungen abhalten, daraufhin wird sich auch der US-Kongress mit dem Thema beschäftigen. Auch das könnte Trader nervös machen. In Russland gibt es ebenfalls Bestrebungen, den Markt zu regulieren.

Schwieriger asiatischer Markt

Auch in vielen anderen Ländern der Welt versuchen Politiker Kryptowährungen unter Kontrolle zu bringen. In Indien will Finanzminister Arun Jaitley Bezahlvorgänge oder andere Transaktionen mit Bitcoin und Co verbieten, wie er am Donnerstag verkündete – immerhin soll man in dem Land noch weiter Coins im Netz handeln können dürfen.

In Südkorea, neben Japan und den USA der größte Markt für den Handel mit virtuellen Währungen, vermutete man in den letzten Wochen, dass das Land den gleichen Weg wie China beschreiten werde. Finanzminister Kim Dong-yeon sagte schließlich aber, dass man Kryptowährungen nicht verbieten wolle. Doch mit strengen Auflagen müssen Börsen jedenfalls umgehen lernen, etwa was die Identifikation ihrer Nutzer angeht. Schließlich deckten südkoreanische Zollbehörden illegale Krypto-Handelsgeschäfte im Wert von fast 600 Millionen Dollar auf.

In Japan wiederum, das Bitcoin Anfang 2017 als Zahlungsmittel erlaubte, wird es ebenfalls Maßnahmen geben. In punkto Kryptowährungen zeigte sich das Land immer sehr liberal, rund 10.000 Unternehmen nehmen BTC als Zahlungsmittel an. Doch nach dem Choincheck-Hack hat die japanische Finanzaufsichtsbehörde angekündigt, die Börse strenger kontrollieren zu wollen.

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