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Minebox: Österreichisches Startup verkauft Blockchain-basierte Netzwerk-Speicher

Minebox baut auf Hardware von HP Enterprise. © Minebox
Minebox baut auf Hardware von HP Enterprise. © Minebox

Cloud-Dienste von Google, Dropbox oder Amazon sind mittlerweile ein gängiger Weg, um auch große Datenmengen abzuspeichern. Nur: Manche mögen es lieber privater und setzen auf NAS-Systeme (Network Attached Storage), um ihre Fotos, Videos, Dokumente oder Musik abzulegen. Diesen Markt geht das Startup Minebox aus dem niederösterreichischen Gablitz nahe Wien an – allerdings mit einem besonderen Dreh. Denn das Speicherbox-Netzwerk der Firma basiert auf Blockchain-Technologie, die es wiederum ermöglicht, Back-ups der eigenen Daten in die Mineboxen anderer auszulagern.

“Die grundlegende Idee ist, die Blockchain-Technologie auf so einfache Art wie möglich zugänglich zu machen”, sagt Andreas Petersson, CTO und Geschäftsführer von Minebox. Langfristig lohne sich die Anschaffung einer eigenen NAS. “Ein Cloud-Backup kostet über die Jahre hinweg mehr, als wenn man sich einmal die Hardware kauft.”

Die Hardware stammt von HP Enterprise, einem weltweit führenden Hersteller von Servern. Peterssons Team, das verteilt über Österreich, Spanien und Serbien arbeitet, stattet die 8 oder 16 Terabyte großen Speicher-Boxen mit einer Linux-Distribution aus und vertreibt sie auf der ganzen Welt. Bis dato wurden rund 200 Geräte (ab etwa 750 Euro) verkauft, die meisten Kunden stammen aus den USA, Deutschland, Großbritannien oder der Schweiz.

Das Minebox-Team: Andreas Petersson Corneliu Andrei Robert Kaiser. © Linus Petersson
Das Minebox-Team: Andreas Petersson, Corneliu Andrei und Robert Kaiser. © Linus Petersson

Backup im Peer-to-Peer-Netzwerk

“Unsere Kunden sind vor allem Menschen, die sich mit Kryptowährungen auseinandersetzen oder die unabhängig von Cloud-Speichersystemen sein wollen”, sagt Petersson. Käufer seien Videoproduzenten mit großen Datenmengen genauso wie Anwälte oder Ärzte, die aus rechtlichen Gründen genau wissen müssen, wo die Daten gespeichert sind. Hängt die Minebox einmal im Netzwerk, legt sie automatisch einmal pro Tag ein differentielles Backup (es werden nicht alle Daten neu kopiert, sondern immer nur die Änderungen) auf den Mineboxen anderer ab. Dazu sind standardmäßig pro Speicherbox sechs Terabyte reserviert, wenn man selbst mehr braucht, räumt die Software den Platz automatisch frei.

„Die Daten werden komplett verschlüsselt, bevor sie das Gerät verlassen“, sagt Petersson (Verschlüsselungsstandard ist „AES-256“). Bei den Backups in dem Peer-to-Peer-Netzwerk, das auf Blockchain-Technologie basiert, kommt dann schließlich auch eine Kryptowährung ins Spiel: SiaCoin. Diese kann man sich durch das Freigeben des eigenen Speicherplatzes für andere verdienen, oder man bezahlt mit SiaCoin, wenn man auf den Mineboxen anderer zusätzlichen Speicher braucht -so genantes „Farming“. Laut Petersson sind beim Kauf eines Geräts SiaCoin inkludiert, die weiteren Kosten schätzt der Geschäftsführer beim aktuellen Kurs der Kryptowährung auf  „ein paar Euro für ein paar Jahre”.

Mineboxes. © Andreas Petersson
Mineboxes. © Andreas Petersson

Kein Mining, kein ICO

Den Firmennamen sollte man nicht falsch verstehen – die Mineboxen sind nicht dazu gedacht, um Kryptowährungen zu minen, sondern um Daten zu speichern (zum Krypto-Schürfen gibt es andere Geräte, etwa jene von Techbold). “Mit Mining haben wir nicht wirklich etwas am Hut, das bieten wir in der Form nicht”, sagt Petersson.

Auch einem zweiten, populären Thema erteilt der Minebox-Chef vorläufig eine Abfuhr: einem ICO. “ICOs ohne wirklichen Nutzen für die User gibt es schon genug. Im Moment ist es nicht notwendig für uns, eine eigene Kryptowährung zu machen”, so Petersson. Eine Option wäre ein „Initial Coin Offering“ für die Zukunft schon, „aber davor müssen wir noch einige technische Hürden nehmen.”

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