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Mimo: Wiener Start-up will seinen Nutzern das Programmieren mit einer Smartphone-App beibringen

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Mimo: Programmieren lernen am Smartphone. © Mimo

Dass Programmierschüler typischerweise vor großen Bildschirmen und Desktop-Computern sitzen, um Swift, Python oder Ruby zu erlernen, stört Lorenz Schimik, Henry Ameseder, Johannes Berger und Dennis Daume keine Spur. Mit ihrem neuen Start-up Mimo aus Wien gehen die vier Gründer heute mit einer iPhone-App an den Start, mit dem man Programmieren unterwegs am Smartphone in kleinen Häppchen lernen kann. „Mimo ist ein Programm für das iPhone, mit dem du App-Entwicklung, Datenbankkenntnisse und andere Informatikthemen in kleinsten Einheiten lernen kannst“, sagt Ameseder. „Wir denken, dass die Aufmerksamkeitsspannen vieler Menschen, inklusive uns selbst, zu kurz für traditionelle Lernformate wie Bücher und Videos geworden sind. Diese Formate sind dafür ausgelegt, in längeren Phasen konsumiert zu werden, wozu wir aber kaum mehr Zeit und schon gar keine Lust haben.“

Die ersten zwei Kapitel jedes Kurses sind kostenlos, das vollständige Kursangebot von Mimo kostet 49,99 Euro pro Jahr. Aktuell kann man laut Amesreder HTML, CSS, JavaScript, Swift, Python, Ruby, Java, C#, C++ und SQL lernen, außerdem gibt es einen Programmierkurs für Anfänger, der in natürlicher Sprache Grundlagen erläutert. „Wir brechen Themen wie Software- und Webentwicklung in kleinste Einheiten herunter. Diese Einheiten bestehen aus einem kurzen und prägnanten Einführungssatz, einem interaktiven Codeabschnitt und einer motivierenden Erklärung nach der Interaktion“, so Ameseder. Das vermittelte Know-how stammt aktuell größtenteils von dem Vierer-Team selbst, auch Software-Entwickler und Sicherheitsexperten würden an den Kursen mitarbeiten. „Mittelfristig werden wir uns auch um Autoren von traditionellen Formaten bemühen und Experten für spezielle Themen einbinden“, so Ameseder.

Techstars nimmt Start-up in Accelerator

Die Zielgruppe, die Mimo erreichen soll, sind vor allem junge Menschen, die sich für Informatikthemen interessieren, aber nicht die Zeit und Lust haben, zu Hause vor dem Computer zu lernen. Zertifikate kann man sich mit der App allerdings keine holen, lediglich Punkte zur Eigenmotivation kann man in der App sammeln. Von anderen Start-ups, die ebenfalls Programmierkurse im Netz anbieten, will sich das Wiener Start-up vor allem durch den Fokus auf die mobile Nutzung unterscheiden. „Codecademy ist uns im Web voraus, aber unterwegs sind ihre Inhalte nicht zu gebrauchen. Für Khan Academy und Treehouse gilt etwas sehr Ähnliches, wobei die Schwierigkeit hinzukommt, dass sie auf Videos setzen, die für den mobilen Einsatz wenig geeignet sind“, so Ameseder.

Lorenz Schimik (CPO), Henry Ameseder (COO), Johannes Berger (CEO) und Dennis Daume (CTO) von Mimo. © Mimo
Lorenz Schimik (CPO), Henry Ameseder (COO), Johannes Berger (CEO) und Dennis Daume (CTO) von Mimo. © Mimo

Die Idee von Mimo ist bei einem Investor bereits angekommen. Techstars hat sechs Prozent für 20.000 Euro sowie eine 91.000-Euro-Convertible-Note bekommen und Mimo in sein Accelerator-Programm aufgenommen. Überzeugt dürfte Techstars auch haben, dass Mitgründer Johannes Berger mit Swifty bereits eine App auf den Markt gebracht hat, mit der Nutzer Apples Programmiersprache Swift erlernen können.

Auch bald für iPad und Android

Startet heute nur die iPhone-App von Mimo, soll in einigen Wochen eine iPad-Version und gegen Ende des Jahres eine native Android-Version kommen. Von der Idee, eine Plattform für andere Kursanbieter zu werden und sich mit diesen die Einnahmen zu teilen, haben die Mimo-Gründer vorerst abgesehen. „Dazu hatten wir schon die verrücktesten Ideen, schlussendlich haben wir uns aber dazu entschlossen, die Inhalte selbst bzw. zusammen mit Autoren zu verfassen, die wir direkt und für einzelne Themen rekrutieren“, so Ameseder.

Ziele, wie viele Nutzer man bis Ende des Jahres bekommen will bzw. wieviel Geld die App abwerfen könnte, will man nicht öffentlich kommunizieren. Ameseder: „Vorerst geht es uns darum zu zeigen, dass das Prinzip von Mimo funktioniert. Da geht es vor allem um die Zufriedenheit unserer Nutzer mit dem Produkt. Umsatzziele können wir uns dann setzen, wenn wir genauer wissen, wie unser Markt funktioniert.“

Potenzial hat die App: Immerhin wurden in Österreich Programmierer von der Bundesregierung auf die Liste der Mangelberufe gesetzt, viele Start-ups jammern regelmäßig darüber, wie schwer es ist, Entwickler zu finden. Geht der Plan von Mimo auf, könnte es bald viel mehr junge Menschen geben, die zumindest über Grundkenntnisse beim Programmieren verfügen.

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