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Mit Monitor und Tastatur: Wiener Startup Mimo lässt Nutzer jetzt im Web programmieren

Mimo ist jetzt auch im Web verfügbar. © Mimo
Mimo ist jetzt auch im Web verfügbar. © Mimo

Programmieren lernen per Smartphone-App: Mit dieser Idee hat das Wiener Startup Mimo eine bisher kaum besetzte Nische gefunden, die gut funktioniert. Etwa zwei Jahre nach dem Start kann die Jungfirma der Gründer Lorenz Schimik, Henry Ameseder, Johannes Berger und Dennis Daume bereits mehr als drei Millionen Downloads und mehr als 50.000 zahlende Abonnenten verbuchen.

Jetzt setzt das Startup zum nächsten großen Schritt an: Zusätzlich zu den Apps für iOS und Android startet Mimo heute auch eine Web-Version seines Online-Angebots. So sollen die Nutzer, die mit dem Dienst etwa Swift (iOS), Kotlin (Javascript-Alternative für Android-Entwicklung), Javascript, HTML, CSS oder Python lernen, auch am Desktop coden. Der Vorteil: Anders als am Smartphone-Screen kann man so am großen Desktop-Bildschirm mit Maus und Tastatur Programmiersprachen in den Kursen lernen. Und: Die User sollen nicht nur lernen, sondern auch gleich Projekte mit dem Erlernten umsetzen können.

Nicht nur lernen, sondern gleich programmieren

“Wir haben uns gefragt: Wie schaffen wir es, die Leute dazu zu bewegen, ihre Programmierprojekte wirklich umsetzen?”, sagt Mitgründer Ameseder im Gespräch mit Trending Topics. Seit dem Winter letzten Jahres arbeitet das Team an der neuen Desktop-Oberfläche, die jetzt verfügbar ist. “Am Desktop-Computer hat man einfach den Vorteil, an einem großen Bildschirm programmieren zu können.”

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Die Lehrinhalte sind die gleichen wie in den Smartphone-Apps. Neu dazugekommen ist die Möglichkeit, eigene Code-Projekte umsetzen zu können. “Damit kann man wirklich eine App oder eine Webseite programmieren”, so Ameseder. An den Projekten und dem Code will Mimo nicht mitverdienen, immerhin finanziert sich das Startup über Abogebühren für die Lehrinhalte (ca. 10 Euro/Monat bzw. 30 Euro für ein ganzes Jahr). “Wenn du etwas entwickelst, dann gehört ist dir”, sagt Ameseder.

Rennen mit Codecademy und Co.

Mit dem Start der Web-Version geht Mimo aus Wien in direkte Konkurrenz zu anderen Online-Plattformen, die das Programmieren lehren wollen. Allen voran Codecademy. Die Firma aus New York, die 2011 startete, geht quasi den umgekehrten Weg wie Mimo. Während die Wiener zuerst auf Mobile starteten und jetzt ins Web gehen, war Codecademy lange nur im Web verfügbar und hat erst vor kurzem eine App für iOS und Android gelauncht.

Der Vorteil einer Web-Version aus Business-Sicht: Während App-Entwickler bei Abos, die Nutzer in Apps abschließen, üblicherweise 20 bis 30 Prozent an die Betreiber der App-Stores (ergo Google und Apple) abtreten müssen, können sie im Web Abonnementgebühren ohne diese Abgaben einnehmen.

Mimo hat 2017 Investment von Hansi Hansmann, Busuu-Mitgründer Bernhard Niesner, den Runtastic-Gründern und Push Ventures bekommen. Das Startup hat damals 650.000 Euro Risikokapital erhalten (Trending Topics berichtete).

Hansi Hansmann ist auch Investor von Trending Topics.

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