Österreich

Millionen-Deal: sms.at an Business-SMS-Spezialist atms verkauft, Kartellamt muss zustimmen

Pansy-Brüder Martin und Jürgen wollen Erlöse aus sms.at-Verkauf in Start-up-Projekte stecken. © Up to Eleven
Pansy-Brüder Martin und Jürgen wollen Erlöse aus sms.at-Verkauf in Start-up-Projekte stecken. © Up to Eleven

Konsolidierung am österreichischen Markt für Business-SMS-Lösungen: Wie der bisherige Eigentümer von sms.at, die Grazer Firma Up to Eleven, heute Nachmittag bekannt gegeben hat, hat die Wiener atms alle Anteile und damit alle Geschäftsfelder sms.at und websms aufgekauft. Weil es sich bei den beiden Unternehmen um Marktführer handelt, muss noch die Bundeswettbewerbsbehörde dem Deal zustimmen.

sms.at ist seit etwa 15 Jahren in Österreich tätig und bezeichnet sich als “führender Internetdienstleister für SMS-Kommunikation”, die Sparte websms konnte laut Unternehmensinformationen im DACH-Raum jährlich zweistellige Wachstumsraten vorweisen. websms ist im B2B-Geschäft und bietet Firmenkunden die Möglichkeit, SMS an ihre Kunden zu verschicken – etwa, um sie an Termine (z.B. Zahnarzt) zu erinnern, mobiles Marketing zu betreiben oder ihnen für Web-Dienste eine Zwei-Faktor-Authentifizierung anzubieten. Bei letzterem bekommen User beim Login zusätzlich zum Passwort per SMS einen Sicherheits-Code zugeschickt, der nur für kurze Zeit gültig ist – etwa im Bankbereich.

atms will führender Anbieter in DACH werden

atms erhofft sich von der Übernahme, seinen Kunden “ein noch kompletteres Leistungsportfolio an Kundendialoglösungen” anbieten zu können. In Kombination mit dem deutschen atms-Eigentümer dtms sollen die internationalen Geschäftsaktivitäten weiter ausgebaut werden. Ziel ist, zum führenden Anbieter von professionellen mobilen Messaging-Dienstleistungen im deutschsprachigen Raum zu werden.

Während die SMS im Bereich der Privatkommunikation unter der stark steigenden Verbreitung von Messaging-Apps wie WhatsApp leidet, boomt der Bereich der Business-SMS. atms berichtete kürzlich über eine stark steigende Nachfrage im Bereich der Business-SMS im Vergleich zum Vorjahr.

Über den Kaufpreis haben beide Unternehmen Stillschweigen vereinbart. Man kann aber davon ausgehen, dass eine höhere einstellige Millionensumme fließt. Beim Management-Buyout 2012 von vormaligen sms.at-Eigentümer Buongiorno durch das Brüderpaar Martin und Jürgen Pansy sowie Investor Toto Wolff lag der Kaufpreis bei fünf Millionen Euro. Der Kaufpreis, den atms für sms.at zahlt, soll Informationen von TrendingTopics.at zufolge darüber liegen.

Up to Eleven fokussiert sich auf Start-up-Projekte

Für Up to Eleven gilt die Transaktion als erster erfolgreichen Exit des “Company Builder” dar, den die Pansys 2012 gründeten. Ziel des “Company Builders” ist, eigene neue digitale bzw. Tech-Produkte auf den Markt zu bringen. Ein Beispiel dafür ist Nuki, ein intelligentes Türschloss, das das Öffnen per Smartphone erlaubt – eine erfolgreiche Crowdfunding-Kampagne auf Kickstarter brachte dem Nuki-Projekt kürzlich 385.000 Euro ein. Das Geld, dass Up to Eleven durch den Verkauf von sms.at macht, soll laut Geschäftsführer Martin Pansy in neue Projekte investiert werden.

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