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Milliardenbewertung: So soll künftig Geld im Clubhouse verdient werden

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Wie groß ist die Clubhouse-Bubble? Im Vergleich zu anderen Social-Media-Diensten ist sie winzig. In der vergangenen Woche haben sich den Gründern Paul Davison und Rohan Seth zufolge zwei Millionen Nutzer in die App eingeloggt, in der iPhone-Nutzer sehr schnell und einfach virtuelle Talks veranstalten können. Vor allem in Deutschland, der Schweiz, Österreich und Australien hat es in den vergangenen Woche starken Zuwachs gegeben.

Und dieser Hype geht an den Investoren von Clubhouse natürlich nicht vorbei. Mit Andreessen Horowitz haben Davison (Ex-Highlight, Ex-Pinterest) und Seth (Ex-Memry Labs) einen gewichtigen Investor an Bord geholt, der die App in der neuen Finanzierungsrunde Gerüchten zufolge mit einer Milliarde Dollar bewertet. Aber Andreessen Horowitz ist nicht der alleinige Investor – den Gründern zufolge sollen 180 verschiedene Investoren an Bord sein, was auf die Syndizierung von vielen kleinen Business Angels hindeutet.

2 Millionen Nutzer

Ein Teil des Investments, zu dessen Höhe es vorerst keine Infos gibt, soll für die Entwicklung der Android-App verwendet werden. Bisher ist Clubhouse nur für iPhone verfügbar, was viele Interessierte von der Nutzung ausschließt und der App den Vorwurf eingebracht hat, nur eine digitale Elite mit teuren Smartphones bedienen zu können, nicht aber die breite Masse.

„Im Gegensatz zu unseren anderen Versuchen scheint Clubhouse den Nerv der Menschen zu treffen, und es hat sich in den letzten zehn Monaten schnell entwickelt – von einer kleinen Handvoll Beta-Tester zu einem vielfältigen und wachsenden Netzwerk von Communities“, so die Gründer. Und halten auch gleich fest, dass die Corona-Pandemie ein Hauptgrund für das Wachstum ist. „In einem der turbulentesten und unruhigsten Jahre, die viele von uns erlebt haben, sind Menschen im Clubhouse zu wichtigen und nuancierten Gesprächen über Themen der Reform der sozialen Gerechtigkeit, BLM und Antirassismus zusammengekommen.“

Kern des Wachstums von Clubhouse werden die Creators sein – also jene Intensiv-Nutzer, die nicht nur passiv zuhören, sondern regelmäßig Talks veranstalten, neue Nutzer einladen und sich aktiv in die Community einbringen. „Creators sind das Herzblut von Clubhouse, und wir wollen sicherstellen, dass all die erstaunlichen Menschen, die Unterhaltungen für andere hosten, für ihre Beiträge anerkannt werden“, so die Macher. „In den nächsten Monaten planen wir, unsere ersten Tests zu starten, die es Creators ermöglichen, direkt bezahlt zu werden – durch Funktionen wie Trinkgeld, Tickets oder Abonnements. Außerdem werden wir einen Teil der neuen Finanzierungsrunde nutzen, um ein Creator Grant-Programm einzuführen, mit dem wir aufstrebende Clubhouse-Creators unterstützen.“

Kostenpflichtige Funktionen für digitale Events

Das bedeutet konkret, dass kostenpflichtige Funktionen in die App kommen werden. Creators werden also die Möglichkeit erhalten, für ihre digitalen Events Eintritt zu verlangen bzw. können wie etwa bei Twitch von den Nutzern kleine Spenden erhalten. Das deutet stark darauf hin, dass sich die Clubhouse-Macher ein Marktplatz-Modell etablieren wollen, bei dem die App als Vermittler zwischen Veranstalter und Besucher dient. Und wie es sich für Vermittler gehört, wird Alpha Exploration (so heißt das Unternehmen hinter der App) dann einen Teil der Einnahmen mitschneiden – etwa so wie ein Messeveranstalter, der von den Ausstellern Geld für seine Infrastruktur bekommt.

Ein zweites Geschäftsmodell liegt in Werbung und Promotions. Denn durch die stark wachsende Zahl an gehosteten Talks wird es für die Creators auch immer wichtiger, entdeckt werden zu können bzw. aus der Masse der Talks herauszustechen. Kostenpflichtige Premium-Funktionen (z.B. Bild für das Event, Hervorhebung im Kalender etc.) für große Brands, die etwa Produktneuheiten in Clubhouse präsentieren wollen, wären da ein gangbarer Weg.

Weg für Werbung

„Mit unserem Wachstum ist die Anzahl der Konversationen auf Clubhouse in die Höhe geschnellt, und es ist unsere Aufgabe, Ihnen dabei zu helfen, die richtigen zu finden, wenn Sie die App öffnen. Mit dieser neuen Finanzierungsrunde werden wir stark in die Entdeckung investieren, damit wir dir Leute, Clubs und Räume zeigen können, die perfekt auf deine Interessen zugeschnitten sind – und dir helfen, neue Räume zu entdecken, von denen du nie gedacht hättest, dass du danach suchen solltest“, so die Clubhouse-Macher. Das deutet auf algorithmische Empfehlung von Inhalten hin – und wie es in Social Media so ist, ist das ein guter Weg, um mit Werbung Geld zu verdienen.

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