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Der harte Bitcoin-Kurs von MicroStrategy wird einigen zu steil

Michael Saylor, CEO von MicroStrategy. © MicroStrategy/ André François McKenzie on Unsplash
Michael Saylor, CEO von MicroStrategy. © MicroStrategy/ André François McKenzie on Unsplash

Ist MicroStrategy noch eine Software-Firma, oder ist es schon eine Investment-Firma? Da gehen die Meinungen mittlerweile so stark auseinander, dass CEO Michael Saylor das am Wochenende auf Twitter noch einmal klarstellen musste. Nein, nur weil man Bitcoin um viele hunderte Millionen Dollar zukaufe, sei man noch lange keine Investment-Firma. Denn zwar hat sein Unternehmen dieses Jahr große Teile der Cash-Reserven in BTC investiert, doch Bitcoin sei ja kein Wertpapier.

Die Strategie der US-amerikanischen Software-Firma sorgt jedenfalls für Aufsehen. Wie berichtet hat MicroStrategy unter der Führung von CEO und Gründer Michael Saylor dieses Jahr bereits Bitcoins um 475 Millionen Dollar zugekauft, und über Wandelanleihen wurden weitere 650 Millionen Dollar aufgenommen, um noch mehr der Crypto-Assets zuzukaufen. Am Ende könnte das Unternehmen etwas mehr als 75.000 BTC ihr Eigentum nennen – das wären etwa 0,4 aller derzeit in Umlauf befindlichen Coins mit einem aktuellen Gegenwert von mehr als einer Milliarde Dollar.

Saylors große Wette lautet wie folgt: Während an Fiatgeld gebundene Assets wie Aktien oder Anleihen durch die Wirtschaftskrise stark an Wert verlieren könnten, sei Bitcoin eine zukunftssichere Sache. „Jeder Anleger ist in Gefahr, sein Vermögen durch die große Geldinflation zu verlieren. Wir alle brauchen ein Mittel zur Aufbewahrung von Werten, das nicht auf Fiat basiert. Bitcoin ist die Lösung“, lautet seine Parole. Kurzfristig ist 2020 seine Strategie aufgegangen – die Preissteigerung von BTC hat seinem Unternehmen vorerst etwa 300 Millionen Dollar an Wertzuwachs gebracht.

MSTR-Aktie bricht ein

Doch während die einen Saylors Strategie bewundern, warnen andere vor der riskanten Wette. Tyler Radke, Analyst bei der Citibank, hat die Aktie von MicroStrategy hinuntergestuft, und zwar von „neutral“ auf „sell“. Der „unverhältnismäßige Fokus auf Bitcoin“ würde die Anleger in Gefahr bringen, und da sind einige große Fische dabei. Denn zu den Shareholdern von MicroStrategy gehören etwa BlackRock, Vanguard oder der staatliche norwegische Investment-Fonds.

Die Aktie von Microstrategy hat anfangs durch den Hype um seine Bitcoin-Strategie stark profitiert und kletterte auf ein Allzeithoch von etwa 340 Dollar (Jahresbeginn: ca. 144 Dollar). Doch während Bitcoin selbst weiter sehr hoch steht (aktuell am Sonntag Abend bei mehr als 19.000 Dollar), hat der Kurs von MSTR ordentlich nachgegeben und liegt bei derzeit nur mehr 286 Dollar. Nun werden die nächsten Wochen zeigen, ob Investoren den harten Kurs von Sailor weiter segeln wollen – oder von Bord gehen.

MicroStrategy: Die 875-Millionen-Dollar-Wette auf Bitcoin

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