Michael Altrichter: "Die echten Sorgenkinder sind die Zombie-Startups"

Michael Altrichter lässt seine 5 Staffeln bei 2 Minuten 2 Millionen, seine besten Startup-Investments Revue passieren und gibt einen Ausblick, wie es 2019 mit Startup300 weitergeht.

Gepostet von TrendingTopics.at am Montag, 17. Dezember 2018
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Michael Altrichter: Warum Zombie-Startups die größten Sorgenkinder sind

Die höchsten Investmentshärtesten Verhandlungen, die emotionalsten Momente: Business Angel Michael Altrichter, Vorsitzender des Aufsichtsrats der startup300 AG, lässt derzeit auf Puls 4 die spannendsten Startup-Geschichten von 2 Minuten 2 Millionen in einer eigenen TV-Show Revue passieren (zu sehen etwa heute, Dienstag Abend ab 22:55 Uhr).

„Mein Highlight war, dass ich auf Impact-Investment aufmerksam geworden bin“, so Altrichter in Hinblick auf seine Beteiligung an Discovering Hands (Trending Topics berichtete), das er nach der ersten Staffel aus Deutschland nach Österreich holte. „Auf nachhaltige Investments bin ich eigentlich erst durch die Sendung gekommen“. Ebenfalls gut in Erinnerung hat er, als sich eine Gründerin vor lauter Nervosität auf der Toilette einsperrte und der Dreh unterbrochen werden musste.

Hokify als Über-Performer

Von Altrichters aktuell 35 Investments kam knapp die Hälfte über die TV-Show. Das größte Investment, das von Altrichter eingefädelt wurde, war Hokify (Trending Topics berichtete) mit einer Million Euro – ein Gros des Geldes kam von Investmentpartner karriere.at. „Das ist eines der wenigen Startups, die über ihrem Plan performen“, sagt Altrichter.

In seinem Portfolio gibt es drei Gruppen von Startups: „Die tollen Performer, die in die Höhe schießen – das ist grob ein Drittel bei mir. Dann gibt es ein paar wenige, die zum Fonds-Returner werden und das gesamte investierte Kapital zurückspielen. Das dritte Drittel sind die, die es zerlegt, die insolvent werden. Das tut einmal weh.“ Doch viel problematischer als jene, die schnell scheitern, sei eine dritte Gruppe.

Michael Altrichter von startup300. © Trending Topics
Michael Altrichter von startup300. © Trending Topics

„Schwieriger sind die Zombies, die nicht wachsen, aber auch nicht sterben. Die brauchen immer wieder ein bisschen Geld, haben ein bisschen Umsatz, bekommen vielleicht eine Förderung und brauchen Zwischenfinanzierungen. Das sind die Sorgenkinder“, sagt Altrichter. „Da gibt es dann auch immer wieder Founder-Streitigkeiten.“

„Jeder Mensch sollte Programmieren kennen“

Bei der sechsten Staffel wird der Jury-Sitz von Michael Altrichter bei 2 Minuten 2 Millionen an Runtastic-Mitgründer Florian Gschwandtner übergeben (Trending Topics berichtete). Für Altrichter geht es nächstes Jahr vor allem um den Fokus auf startup300. „2019 wird ein spannendes Jahr. Das beginnt am 21. Jänner mit dem geplanten Börselisting der startup300. Das ist mein erstes Startup, das an die Börse geht“, sagt Altrichter.

Darüber hinaus engagiert sich Altrichter dafür, dass mehr neue Gründer in die Startup-Szene kommen – etwa auch bei events mit Politikern. Es gebe zwei wesentliche Gründe für einen Mangel an guten Foundern. Zum einen müsste mehr in die Bildung investiert werden, um mehr jungen Menschen Entrepreneurship und Technologien näher zu bringen.

„Jeder Mensch sollte Programmieren kennen. Das heißt nicht, dass man es können muss, aber man sollte zumindest wissen, wie es funktioniert“, sagt Altrichter. „Das ist eine neue Sprache, mit der sich jeder beschäftigen sollte.“ Zum anderen gehe es für Österreich darum, mehr ausländische Gründer ins Land zu holen. „Man muss ausländische Fachkräfte und Founder ansprechen. Da gibt es viele Bestrebungen, speziell über Erleichterungen bei der Rot-Weiß-Rot-Card für Gründer.“

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