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Messaging-App Signal führt Zahlungen mit Kryptowährung ein

© Signal
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Signal tut das, was Facebook, Telegram und Kik noch nicht geschafft haben: Das Versenden von Kryptowährungen via Direktnachrichten an andere Nutzer. Der auf Datenschutz und Privatsphäre fokussierte Messenger, der auch von Edward Snowden empfohlen wird, hat angekündigt, künftig die Kryptowährung MobileCoin (MOB) zu unterstützen. In einer Beta-Version sollen zuerst Nutzer in Großbritannien an das neue Feature kommen, später sind dann andere Länder dran.

Nutzer sollen sich via Signal künftig MOB-Token zusenden können. Bei MobileCoin handelt es sich um ein Krypto-Asset, das ähnlich wie andere auf Privatsphäre fokussierte Assets (z.B. Dash, Zcash, Monero) anonymes Bezahlen im Netz ermöglichen will. Weit verbreitet ist MOB nicht – es sind derzeit Token im Gegenwert von etwa 64 Millionen Euro (50 Euro je Token) in Zirkulation.

Gemeinsamer Nenner: Moxie Marlinspike

„Wie immer ist es unser Ziel, Ihre Daten in Ihren Händen zu halten und nicht in unseren. Das Design von MobileCoin bedeutet, dass Signal keinen Zugriff auf Ihren Kontostand, die vollständige Transaktionshistorie oder Ihr Guthaben hat. Sie können Ihr Guthaben auch jederzeit übertragen, wenn Sie zu einer anderen App oder einem anderen Dienst wechseln möchten“, heißt es seitens Signal.

Was in der offiziellen Pressemitteilung nicht verraten wird, ist, dass es auf personeller Ebene eine Verbindung zwischen Signal und MobileCoin gibt. Denn Signal wurde vom Kryptologen und Entwickler Moxie Marlinspike mitgegründet – und er ist auch 2017 am Entstehen von MOB beteiligt gewesen, als er sich mit dem Entwickler Joshua Goldbard und dem Juristen Shane Glynn zusammen getan hat.

Facebook und Telegram scheiterten bislang

Die Idee, Kryptowährungen in Messaging-Apps als Zahlungsmittel zwischen Nutzern oder für digitale Zusatzdienste zu verwenden, ist keine neue. Nahezu jeder größere Messenger am Markt hat oder hatte Bestrebungen in diese Richtung. Facebook wollte mit Libra/Diem einen Stablecoin einführen, der auch bei Messenger oder WhatsApp funktioniert, ist bislang aber am Widerstand der Behörden daran gescheitert.

Auch Telegram versuchte, das Telegram Open Network (TON) und den hauseigenen GRAM-Token auf den Markt zu bringen, scheiterte aber letztendlich an der US-Börsenaufsicht SEC und wandte sich dann klassischeren Geschäftsmodellen (u.a. Werbung in der App) zu. Auch der Kik-Messenger scheiterte mit dem KIN-Token an der SEC.

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