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MessageBird ist das neueste Unicorn aus Europa – und arbeitet jetzt nach dem „Work Anywhere“-Prinzip

© Messagebird
© Messagebird

Den Namen Adriaan Mol muss man sich merken. Bei dem Niederländer handelt es sich um einen Gründer, über den wir bereits berichtet haben. Er machte kürzlich mit der Erfolgsmeldung auf sich aufmerksam, dass sein Fintech Mollie (ein Mitbewerber von Adyen und Stripe) mit einem Investment von 90 Millionen Euro Einhorn-Status erhalten hat und von den Investoren mit mehr als einer Milliarde Dollar bewertet wird.

Mollie ist aber nicht das einzige Startup, mit dem Adriaan Mol bisher in Berührung kam. Er hat eigentlich ursprünglich 2011 gemeinsam mit Robert Vis MessageBird gegründet. Dabei handelt es sich um ein Startup, das Unternehmenskommunikation über mehrere Kanäle – von Live-Chat auf der Webseite über SMS bis zu WhatsApp und Telegram – ermöglicht und dafür eigenen Angaben zufolge mittlerweile 15.000 Kunden gefunden hat. Zu den Kunden zählen etwa Telegram, Foodora, Lufthansa oder Uber.

Investoren finden MessageBird auch ziemlich gut. Sie haben nun in der Series C etwa 200 Millionen Dollar in die niederländische Firma gesteckt und die Unternehmensbewertung auf satte drei Milliarden Dollar gehoben – womit Europa ein weiteres Unicorn erhalten hat. Wie groß das noch werden kann, zeigt Twilio aus den USA, das als einer der Mitbewerber von MessageBird gilt. Der Börsenwert des Unternehmens aus San Francisco liegt bei mittlerweile 44 Milliarden Dollar.

Mit Spark Capital hat MessageBird einen großen VC aus den USa bekommen, der auch schon bei Slack, Twitter oder Oculus investierte. Ebenfalls an Bord gekommen sind Bonnier, Glynn Capital, LGT Lightstone, Longbow, Mousse Partners und New View Capital, die Bestandsinvestoren Accel, Atomico und Y-Combinator zogen in der Runde ebenfalls mit.

„Work Anywhere“-Regel

Die Corona-Krise und der verstärkte Shift Richtung digitaler Kommunikation hat MessageBird zusätzlichen Aufwind gebracht. Auch intern hat die Pandemie deutliche Spuren hinterlassen, und zwar im positivem Sinn. Denn CEO und Mitgründer Robert Vis kündigte kürzlich eine neue „Work Anywhere“-Regel an. Diese sieht vor, dass Mitarbeiter von jedem Punkt der Erde aus arbeiten können, solange sie in der gleichen Zeitzone wie ihre Team-Mitglieder sitzen. Um eine kontinuierliche Zusammenarbeit und effektive Teamarbeit zu gewährleisten, gibt es eine 80/20-Regel. 80 Prozent der Arbeitszeit muss sich mit der Arbeitszeit der anderen Team-Mitglieder decken.

„Unsere Birds werden in der Lage sein, produktiver und konzentrierter zu arbeiten, in einer Umgebung, die ihnen am besten entspricht. Nehmen sie lieber Anrufe von einem ruhigen Landhaus aus entgegen? Kein Problem. Code von einem Strand aus schreiben? Das können sie! Wie wäre es mit einem lebhaften Städtetrip für ein paar Wochen, um zu arbeiten und gleichzeitig eine neue Kultur kennen zu lernen? Nur zu!“, ermuntert Vis die Belegschaft, von der neuen Möglichkeit Gebrauch zu machen.

Vis verspricht sich von der Maßnahme nicht nur mehr Mitarbeiterzufriedenheit, sondern auch die Chance, Talente auf der ganzen Welt für das Unternehmen zu gewinnen. Und: Er will den Mitarbeitern teilweise lange Arbeitswege ersparen. So lange die Arbeit erledigt werde, könne sie gemacht werden, wo jeder will.

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