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MeisterLabs: Wiener Underdog mit Produktivitäts-Apps auf dem Weg zu 10 Millionen Nutzern

Die MeisterLabs-Gründer Michael Hollauf and Till Vollmer. © MeisterLabs
Die MeisterLabs-Gründer Michael Hollauf and Till Vollmer. © MeisterLabs

Als Startup kann man die Software-Firma des deutsch-österreichischen Gründerduos Michael Hollauf and Till Vollmer schon lange nicht mehr bezeichnen. MeisterLabs, bereits 2006 von den beiden Foundern, die sich in Graz beim Studieren kennenlernten, gestartet, ist aktuell drauf und dran, einen ziemlich großen Meilenstein zu erreichen. “Wir kratzen an der 10-Millionen-Nutzer-Marke”, sagt Hollauf im Gespräch mit Trending Topics. Vom Wiener Hauptquartier aus hat man es geschafft, User weltweit von zwei Produktivitäts-Apps zu überzeugen.

MindMeister, eine Software zum Erstellen von Mindmaps, hält bald bei 8,5 Millionen Nutzern, die neuere App MeisterTask – ein Trello-Konkurrent zum kollaborativen Managen von Projekten – zählt bereits 1,5 Millionen Nutzer. Damit hat sich der Wiener Underdog, der auch Büros in München und Seattle betreibt, zu einem echten österreichischen Export-Schlager entwickelt, der unter anderem Nokia, BMW, SAP, Oracle, CNN oder Vodafone zu seinen Kunden zählt und zahlreiche Preise für seine Apps (u.a. unter den „Best Apps 2015“ bei Google und Apple) einheimste.

Die App MeisterTask am MacBook. © MeisterLabs
Die App MeisterTask am MacBook. © MeisterLabs

“Ab dem Break Even war es schön”

MeisterLabs gehört damit zu einer Riege an österreichischen Software-Unternehmen, die es ohne Hype und große Sprüche sehr weit gebracht haben. Erst vergangene Woche schaffte iTranslate einen millionenschweren Exit an den New Yorker Internet-Konzern IAC (Trending Topics berichtete). Auch Firmen wie Dynatrace, Tricentis, Usersnap aus Linz mit Kunden wie Google, Facebook und Netflix oder Blossom aus Wien (u.a. Facebook, Apple, Spotify) zeigen ebenfalls immer wieder vor, dass sie aus Österreich heraus im Software-Bereich bei den Großen mitspielen können.

Bemerkenswert bei MeisterLabs ist dabei auch, dass Hollauf und Vollmer bisher ohne Investorengelder ausgekommen sind. Seit acht Jahren wirtschaften sie profitabel und haben 35 Mitarbeiter. “Ab dem Break Even war es schön”, sagt Hollauf heute. Das Geschäftsmodell heißt „Freemium“: Die Basisversionen der Apps sind gratis, doch irgendwann einmal stößt der Nutzer an die Grenzen des Funktionsumfangs – wer dann mehr will, bezahlt eine monatliche Gebühr. Und weil es derzeit so gut läuft, will man das Team bis Jahresende auf 50 bis 60 Leute anwachsen lassen. Vor allem Developer sind gefragt, da sich derzeit eine dritte App in Entwicklung befindet.

Das MeisterLabs-Team. © MeisterLabs
Das MeisterLabs-Team. © MeisterLabs

Fight mit Google: „Keine lustige Zeit“

Immer rund ist es für MeisterLabs nicht gelaufen. Gerade Produktivitäts-Apps sind oft abhängig von einem guten Google-Ranking, und das hat bei der Firma einige Zeit ordentlich gelitten. Das Mindmapping-Tool MindMeister bietet Nutzern die Möglichkeit, die erstellten Mindmaps ähnlich wie YouTube-Videos in Webseiten einzubetten, und MeisterLabs nutzte die Gelegenheit, dort Backlinks zur eigenen Webseite zu integrieren – zehntausende Webseiten verwiesen 2014 auf diese Art und Weise auf die Webseite der Wiener.

Doch dann änderte Google seinen Such-Algorithmus, bestrafte die Backlinks, und MeisterLabs stürzte von Seite eins auf Seite zwei oder dritte der Suchergebnisse ab. Das zuvor anständige Wachstum der Firma brach ein, und es dauerte neun Monate, um den Schaden (laut Mitgründer Vollmer kostete der Google-Penalty der Firma rund 400.000 Euro) wieder zu beheben. Hollauf und sein Team mussten die Webseiten-Betreiber, die Embeds der Mindmaps integriert hatten, persönlich per Mail kontaktieren und sie bitten, die Backlinks händisch zu entfernen. Hollauf: „Das war keine lustige Zeit.“

MindMeister am iPad. © MeisterLabs
MindMeister am iPad. © MeisterLabs

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