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Magdas Hotel: Crowdfunding soll Lehrlinge aus der Kurzarbeit retten

AS MAGDAS HOTEL WILL SEINE LEHRLINGE AUS DER KURZARBEIT RETTEN © MAGDAS
AS MAGDAS HOTEL WILL SEINE LEHRLINGE AUS DER KURZARBEIT RETTEN © MAGDAS

Das magdas Hotel nahe des Wiener Pratersterns startete vor fünf Jahren mit finanzieller Unterstützung aus der Community und jetzt soll auch der Weg aus der Krise auf diese Art gelingen. Um die derzeit sieben Lehrlinge mit Fluchthintergrund an ihre Arbeitsplätze zurückholen zu können, will das soziale Hotelprojekt der Caritas über ein Crowdfunding 35.000 Euro einsammeln. „Für Lehrlinge wird es sonst sehr schwer, ihre Prüfung zu schaffen“, appelliert Magdas-Kommunikations-Verantwortliche Vera Meinl.

Krise hat magdas hart getroffen

Das magdas Hotel ist ein Social Business, das Menschen mit Fluchterfahrung in den Arbeitsmarkt integrieren will. Flüchtlinge haben hier gemeinsam mit vielen Freiwilligen, Künstlern und Architekten die Möbel des ehemaligen Caritas-Wohnheims restauriert, die individuellen Zimmer gestaltet, arbeiten in der Küche und im Service. Etwa drei Viertel der rund 30 Mitarbeiter haben einen Migrations- oder Fluchthintergrund, so Meinl. Wegen der Maßnahmen gegen das Coronavirus musste das Magdas von März bis Mai sperren und alle Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken, die nun aus finanziellen Gründen für viele weiter verlängert werden musste.

Die Hotelzimmer sind nach wie vor weitgehend leer, auch wenn der Gastro-Teil des Hotels dank großem Gastgarten an manchen Tagen wieder gut läuft. Den beliebten und vor der Krise fast immer ausgebuchte Sonntagsbrunch könne nicht mehr wie gewohnt stattfinden, erklärt Meinl. Buffets mit offenen Speisen sind derzeit verboten, also musste magdas auf á la carte Frühstück umstellen.

Lehrlinge können daheim kaum weiterlernen

Für die Lehrlinge sei die Kurzarbeit besonders bitter, meint Meinl. Weil die ohnehin knappe Ausbildungszeit während der Kurzarbeit weiterläuft, fehlt den Lehrlingen wertvolle Zeit, in der sie lernen und üben können. Tätigkeiten in Küche, an Schank- und Rechnungssystemen können im „Home Schooling“ kaum vermittelt werden und zusätzlich sprechen die Lehrlinge daheim kaum Deutsch, was sie aber lernen und üben sollten. Deshalb sei es so wichtig, sie aus der Kurzarbeit zurück ins magdas zu holen.

Crowdfunding-Goodies und Vintage-Flohmarkt

Mehr als 13.000 Euro konnten über die Crowdfunding-Kampagne bis Anfang Juli bereits eingesammelt werden. Jetzt geht es in den Endspurt, um in den verbleibenden Tagen noch möglichst viele Spenden zu erhalten – als Dankeschön können UnterstützerInnen je nach Summe zwischen kleinen Goodies oder Gutscheinen für Hotel oder Restaurant wählen. Zusätzlich will das Hotel einige „Vintage-Schätze“ verkaufen, um Geld für die Lehrlinge zu sammeln. Am Sonntag, 5.7., werden größere und kleinere Gegenstände und Möbel aus dem magdas-Lager verkauft – darunter jene Teile, die von Mitarbeitern aus dem Bestand des ehemaligen Wohnheims „upcycelt“ wurden, aber bisher in der Zimmerausstattung nicht benötigt wurden.

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