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Macron will bis 2030 zehn 100-Milliarden-Euro-Tech-Companies in Europa schaffen

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. © Présidence de la République, Soazig de la Moissonnière

„Groß denken“ ist eines der Grundsätze jeder Startup-Ökonomie – und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron macht da mit. Bereits seit mehreren Jahren hat er sich Tech, Innovation und Scale-ups auf die Fahnen geschrieben und unter anderem das Ziel ausgegeben, dass Frankreich bis 2025 25 Unicorns im Land schaffen. Fünf Milliarden Euro wurden dafür in die Hand genommen, weitere vier Milliarden Euro drückte Frankreich zur Rettung von Startups in der Corona-Krise in den Markt.

Nun kommt Macron mit einem neuen großen Ziel um die Ecke. Er will, dass Europa bis 2030, also in neun Jahren, zehn Tech-Riesen mit einer Bewertung von jeweils 100 Milliarden Euro (ca. 121 Mrd. Dollar) schaffen. Das kündigte Frankreichs Staatschef am Dienstag an – wohl wissend, dass die „Grande Nation“ Anfang 2022 die EU-Präsidentschaft übernimmt und dann wesentliche Akzente bei Förderungen und Regulierungen legen kann.

In Frankreich läuft es nicht schlecht

Von Frankreichs Ziel der 25 Einhörner bis 2025 ist das Land übrigens gar nicht so weit weg. Der Liste von CBInsights liegt das Land bei mittlerweile 15 Unicorns, darunter etwa Back Market, Contentsquare, BlaBlaCar, Deezer, Ynsect oder Shift Technology. In den nächsten Jahren weitere zehn solcher Firmen aufzubauen, erscheint nicht unmöglich – auch angesichts der Unmengen an Geldern, die 2020 und 2021 in europäische Startups und Scale-ups fließen.

Zehn Tech-Riesen im Wert von jeweils mehr als 100 Milliarden Euro zu schaffen, ist da aber schon eine andere Aufgabe. Unterstützung fand Macron für seine Pläne jedenfalls in Deutschland. Christian Miele, Präsident des deutschen Startup-Verbands, Personio-Gründer Hanno Renner und Sennder-CEO David Nothacker besuchten diese Woche Macron im Pariser Präsidentenpalast, um sich abzustimmen. Das Tandem Frankreich-Deutschland ist essenziell, um solche großen Pläne in die Wege zu leiten. Abzuwarten bleibt, wie die bald zu wählende neue deutsche Regierung ihren Fokus wählt – und ob Macron auch noch nach 2022 in seinem aktuellen Amt ist.

Bei großen Tech-Konzernen, die es mit Cloud-Lösungen, Search, Social Network oder Smartphones mit US- und asiatischen Anbietern aufnehmen könnten, steht Europa nackt da. Aktuell gibt es mit ASML aus den Niederlanden (Halbleiter) und SAP aus Deutschland (Software) gerade einmal zwei echte Tech-Konzerne jenseits der 121 Mrd. Dollar – wer großzügig ist, der könnte noch Volkswagen (160 Mrd. Dollar) und die Deutsche Telekom (102 Mrd. Dollar) dazuzählen.

Die Nachwuchshoffnungen ruhen im Tech-Bereich auf den Schultern einiger weniger Unicorns. Klarna mit einer Bewertung von aktuell 45,6 Milliarden Dollar und Checkout.com mit 15 Mrd. Dollar (beides Fintech) kommen noch irgendwie ins Raster bei der Suche nach aktuellen Kandidaten.

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