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Livin Farms: Österreichisches Startup will Schüler Mehlwürmer züchten lassen

© Livin Farms
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Insekten als proteinreiches Nahrungsmittel und Fleischersatz zu verwenden, hat sich mittlerweile als Idee durchgesetzt. In Supermärkten kann man bereits Mehlwürmer, Buffalowürmer, Grillen oder Grashüpfer als Snacks kaufen. Doch noch hat sich die breite Masse nicht unbedingt an die Vorstellung gewöhnt, sich Insekten auf dem Teller servieren zu lassen.

Mit einem neuen Projekt will das österreichische Startup Livin Farms der beiden Gründerinnen Katharina Unger und Julia Kaisinger jetzt bei den Jüngsten ansetzen. Mit dem „Hive Explorer“ wird in einer Crowdfunding-Kampagne ein Startset für Schüler angeboten, mit dem sich Mehlwürmer züchten lassen. Diese sollen nicht nur dem Verzehr dienen, sondern auch die Beseitigung von Nahrungsabfällen und kleinen Plastikteilen übernehmen. Die Box ist mit Feuchtigkeits- und Temperatursensoren sowie Heizung und Ventilator ausgerüstet, um den Würmern optimale Bedingungen zu bieten.

© Livin Farms
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Lernen und Coden

„Es gibt dir die Möglichkeit, Nahrungsmittelreste in Dünger und Proteine zu recyceln und gleichzeitig zu lernen, wie man einen gesunden Planeten schaffen kann“, heißt es seitens Livin Farms. Die junge Zielgruppe soll auch mit der Möglichkeit gelockt werden, die kleine Mehlwurm-Farm programmieren zu können, um etwa die Temperatur und Luftfeuchtigkeit in der Box zu steuern und zu messen, wie sich der Output unter neuen Bedingungen verändert.

Mit der Crowdfunding-Kampagne will Livin Farms das Kapital einsammeln, um erste Stückzahlen produzieren zu können. Bereits vor einigen Jahren hat das Startup eine Crowd-Kampagne durchgeführt und damals 145.000 Dollar eingesammelt. Diesmal liegt das Mindestziel bei 90.000 Euro. Ziel ist jetzt, möglichst viel Aufmerksamkeit bei Bildungseinrichtungen – von Volksschulen bis Universitäten – zu bekommen und so große Kunden für das Projekt zu gewinnen.

„Novel Foods“ in der EU am Vormarsch

In der EU stehen einige Zeichen auf die weitere Verbreitung von Insekten als Nahrungsmittel. Sie gelten als sehr effizient. Einer UN-Studie zufolge benötigen Insekten nur zwei kg an Futter, um ein Kilo essbares Gewicht zu erzeugen. Zum Vergleich: Schweine verzehren die vierfache, Rinder gar die zwölffache Menge an Futtermittel. Seit dem 1. Jänner gilt eine neue EU-Verordnung zu „Novel Foods“. Ihr zufolge gelten Insekten als „neuartige Lebensmittel“ und werden EU-weit reguliert.

Anfang des Jahres hat Livin Farms am AgTech-Accelerator Agro Innovation Lab teilgenommen (Trending Topics berichtete). Bereits vor mehreren Jahren wurde die Jungfirma in den HAX-Accelerator für Hardware-Startups in Shenzhen, China, aufgenommen. Nun will man den Firmensitz 2019 von Hongkong nach Österreich zurückverlegen.

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