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Liste Pilz: Unternehmer sollen als Botschafter an Schulen kommen, um zum Startuppen zu animieren

Stephanie Cox von der Liste Pilz. © Michael Rottmann
Stephanie Cox von der Liste Pilz. © Michael Rottmann

Vor einigen Wochen angekündigt, liegt jetzt das Wahlprogramm der Liste Pilz in Sachen Startups vor. Personell wird es durch Stephanie Cox von der Liste Pilz vertreten und wurde auch von ihr verfasst. Große Überraschungen finden sich in dem Papier, das Trending Topics vorliegt, nicht – vielmehr erinnert es sehr stark an den Forderungskatalog der Initiative AustrianStartups, der vor kurzem präsentiert wurde (Trending Topics berichtete).

„Mir ist wichtig, nicht neue, utopische Forderungen zu erfinden, sondern die zu unterstützen, die bereits von der Community ausgearbeitet wurden“, sagt Cox, die auf einer Bundesländertour in Gesprächen mit Vertretern der Startup-Szene herausdestilliert hat, was ihnen am wichtigsten ist.“Wir werden nicht alle 36 Punkte umsetzen können, deswegen habe ich bestimmte Punkte herausgepickt. Da muss man pragmatisch bleiben.“ Sie will das Thema in drei Punkten politisch vorantreiben: Erleichterung und Förderung von Gründungen, einfachere Unternehmensfinanzierung und – für Cox am wichtigsten – bei der Ausbildung.

Unternehmer als Botschafter

„Man muss jungen Menschen vermitteln, dass sie eigene Projekte angehen können. Man muss ihnen die Angst nehmen zu scheitern“, so Cox. Deswegen will sie nach dem Vorbild der Initiative projektXchange erfahrene Unternehmer an Schulen bringen, damit Schüler aus erster Hand erfahren, wie Selbstständigkeit und Unternehmertum funktionieren – aber auch, wie es ist, mit seiner Firma an die Wand zu fahren.

Was sie nicht will: „Das reine Programmieren als Schulfach in den Unterricht zu bringen, sehe ich kritisch. Man sollte das besser mit bestimmten Fächern kombinieren“, sagt die Vertreterin der Liste Pilz. „Das frühzeitige Vermittlung digitaler Kompetenzen und das spielerische Erlernen von logischen Denkmustern durch Coding muss flächendeckend ins Bildungssystem integriert werden.“

Was ihr außerdem am Herzen liegt: Sie will eine nationale „Female Entrepreneurship Initiative“, die den Anteil an Gründerinnen in wachstums- und technologieorientierten Branchen erhöht. Möglich gemacht werden soll das etwa durch Ausbau von Kinderbetreuungs-Angebote, die finanzielle Absicherung von Unternehmerinnen für den Entfall der eigenen Arbeitsleistung oder geförderte Praktika.

Reduktion der notariatspflichtigen Geschäftsprozesse

Wo Cox ebenfalls dem Forderungskatalog von AustrianStartups folgt: Sie will notariatspflichtige Geschäftsprozesse reduzieren, Lohnnebenkosten senken, eine zeitgemäße Gewerbeordnung und die Rot-Weiß-Rot-Karte reformieren. Mit ihr solle es möglich werden, Talente als Mitarbeiter aus dem EU-Ausland ins eigene Startup holen zu können. Derzeit ist dieses auch als „Startup-Visum“ bekannte Programm nur für jene Ausländer gedacht, die sich in Österreich mit einer eigenen Firma ansiedeln möchten.

Was die Liste Pilz ebenfalls möchte: einem steuerlichen Freibetrag für Investments in Startups, um privates Kapital zu mobilisieren. Gedeckelt soll dieser Freibetrag pro Jahr bei 50.000 Euro werden. Außerdem sollen Social Entrepreneurs sollen auf mehr klassische Innovations- und Gründungsförderungen zurückgreifen können.

Ähnlich wie Grüne und NEOS

Die Startup-Politik der Liste Pilz deckt sich teilweise mit jener, die auch die beiden anderen Kleinparteien Grüne und NEOS verfolgen – auch diese wünschen sich etwa eine Reform der Gewerbeordnung oder Änderungen bei der Ausbildung, um mehr Menschen den Mut und das Know-how zu geben, selbst zu gründen. Die Grünen wollen etwa die finanzielle Sicherheit für Jungunternehmer erhöhen und ihnen Zugang zur Mindestsicherung geben (Trending Topics berichtete), die NEOS einen verpflichtenden unternehmerischen Schwerpunkt an mittleren und höheren Schulen durchsetzen (Trending Topics berichtete).

Wie die Chancen für die Liste Pilz stehen, ihre Forderungen in konkrete Gesetze und Maßnahmen zu übersetzen, wird sich bei der Wahl am 15. Oktober weisen. Derzeit liegt die Liste Pilz bei Umfragen meist bei vier bis fünf Prozent. „Wenn wir eine starke Opposition wollen, wird es uns brauchen“, sagt Cox. Eine Zusammenarbeit mit der FPÖ schließt sie aus.

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