Social Seeding

LinkILike: Dieses Linzer Start-up steckt dahinter, wenn Online-Kampagnen nicht ganz zufällig viral werden

Das LinkILike-Team macht mal Pause. © LinkILike
Das LinkILike-Team macht mal Pause. © LinkILike

In Linz beginnt´s, sagt der Volksmund. Für immer mehr Online-Kampagnen, die über Social Media verteilt werden, trifft das tatsächlich zu. Denn in einem kleinem Büro nahe dem Volksgarten hat LinkILike-Gründer Alexander Pühringer ein kleines Team um sich geschart, das eine große Aufgabe hat: Den werblichen Content von Kunden viral machen. LinkILike hat in den vergangenen Jahren ein Netzwerk aus so 15.000 so genannten Social Influencern aufgebaut, die dafür sorgen, dass YouTube-Videos, Bilder oder Links zu Webseiten und Artikeln auf Facebook, Twitter, Google+ und Tumblr verteilt und so von möglichst vielen Social-Media-Nutzern gesehen bzw. angeklickt werden. Die Social Influencer werden für das Posten der Werbung entlohnt.

„Wir reden hier von echten Personen, die in der Regel ein, zwei Accounts bei LinkILike haben“, so Pühringer über seine Social Influencer. „Unsere Spitzen-Influencer verdienen einen dreistelligen Betrag pro Quartal, der setzt sich aus der Vergütung für Kampagnen-Teilnahmen und einem Provisionssystem für neu angeworbene Influencer zusammensetzt. Wie viel man als Influencer verdienen kann, hängt auch von unserem Sales-Team ab. Je mehr Kampagnen wir verkaufen können bzw. je mehr Kontinuität wir in der Kampagnenversorgung haben, desto besser wird es.“ Wie man ein so großes Netz an Social-Media-Nutzern aufbauen hat können, die den Content der LinkILike-Kundschaft posten, hätte er damit auch gleich verraten: „Auf der einen Seite durch die Suchmaschine und über Mundpropaganda, auf der anderen Seite über ein eingebautes Affiliate-System und über Kooperationen mit Communities, wie etwa Tester-Plattformen.“

Große Namen als Kunden

LinkILike stellt sich als Marktführer in der jungen Disziplin Social Influencer Marketing im deutschsprachigen Raum dar, Konkurrenten aus Deutschland und Israel wäre man in Sachen Reichweite bereits auf und davon. Die Chance, dass österreichische Social-Media-Nutzer bereits mit LinkILike-Kampagnen in Kontakt gekommen sind, ist durchaus gegeben. 2015 hat die kleine Firma laut Gründer Pühringer 250 Kampagnen umgesetzt, zur Kundenliste zählen Austrian Airlines, Erste Bank, Sky, Remington oder Kornspitz. Aktuell seeden die Social Influencer im Auftrag von Keksproduzent Leibnitz, dem Fitnessstudio InnerAthlete oder der Möbelfirma Musterring. Gefördert wurde LinkILike bis dato vom Linzer Inkubator tech2b und der Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) und hat außerdem ein Investment von SRinvest bekommen.

Gründer Alexander Pühringer und sein SEO-Manager Stefan Riepl am Werken. © LinkILike
Gründer Alexander Pühringer und sein SEO-Manager Stefan Riepl am Werken. © LinkILike

„Eine durchschnittliche Kampagne in Österreich erzielt in der Regel eine Reichweite von 50 bis 200k. Abhängig vom Targeting, klarerweise“, so Pühringer. „Unsere Philosophie ist hier allerdings ‚weniger ist mehr‘. Mit einem präzisem Targeting erreicht man mehr Engagement und spart sich obendrein auch noch Kosten.“ Im Geschäft mit Digitalagenturen und anderen Start-ups ist LinkiLike auch: Ambuzzador, Whatchado, BurdaIntermedia, Goldbach Interactive, Media Brothers oder Wunderman PXP werden als Partner angeführt. „Im Rahmen des Partnerprogramms schulen wir die Agentur und unterstützen sie, ihren Kunden mit LinkILike im Rücken tolle Content-Verbreitungslösungen anzubieten“, so Pühringer.

Eine LinkILike-Kampagne läuft folgendermaßen ab:

  1. Der Kunde gibt LinkIlike einen Web-Link zum Content, der beworben werden soll, einen 50 Zeichen langen Titel und ein maximal 200 Zeichen Kampagnentext sowie Informationen zu Zielgruppe und Zeitrahmen
  2. Das Kampagnen-Managment von LinkILike sucht passende Influencer
  3. Die Influencer werden per E-Mail informiert
  4. Die Influencer loggen sich auf der LinkILike-Webseite ein und teilen von dort den Content auf facebook, Twitter, Google+ und Tumblr
  5. Die entstandenen Shares generieren nun Reichweite, Engagement und Traffic auf den vom Kunden bereitgestellten Link

Posts werden gekennzeichnet, Algorithmus prüft

Agenturen, die Social Influencing betreiben, müssen sich öfters den Vorwurf gefallen lassen, hart an der Grenze zur Schleichwerbung zu agieren. Die Freunde und Follower der Social Influencer wissen nicht immer, warum sie gerade jetzt einen bestimmten Link präsentiert bekommen, der Teil einer bezahlten Kampagne ist. „Daher war mir das immer extrem wichtig nicht in das Fahrwasser von Schleichwerbung zu kommen“, sagt Pühringer. Jeder Post sei deswegen mit dem Hashtag #sponsored gekennzeichnet, auf Kundenwunsch könne die Kennzeichnung auch auf „#sponsored by Firma X“ erweitert werden. „Wir sind bei der Kennzeichnung ganz transparent und voll für eine Kennzeichnungspflicht“, so Pühringer. „Die meisten von uns sind mit Werbung an jeder Ecke aufgewachsen, sie stört uns nicht. Aber wenn wir das Gefühl haben, dass uns etwas untergejubelt wird, dann werden wir wütend.“

Damit die LinkILike-Kampagnen an die richtige Zielgruppe ausgeliefert werden und die Social Influencer, die mitmachen, auf ihre Authentizität geprüft werden können, hat Pühringers Firma außerdem den zum Patent angemeldeten „AuthenticityCode“ in Zusammenarbeit mit der Johannes Kepler Universität in Linz entwickelt. „Der AuthenticityCode stellt zwei fundamentale Voraussetzungen für Content-Seeding-Kampagnen sicher: Zum einen die Authentizität der Influencer, zum anderen ein zielgenaues Targeting“, so Pühringer. „Die Influencer werden nämlich anhand der individuellen Persönlichkeitsprofilen den spezifischen Kampagnen und Markenattribute zugeordnet.In der Praxis heißt das, dass eine Marke Influencer nach Markenattributen, Demographie, Interessen und Geographie targeten kann.“

Kein Instagram, kein Pinterest

Derzeit fokussiert man bei LinkILike auf die Plattformen Facebook, Twitter, Google+ und Tumblr. „Wir haben Instagram und Pinterest auf dem Radar. Bei unserer Werbeform steht der Link im Vordergrund. Da tun wir uns bei Instagram nach heutigem Stand der Dinge noch schwer, da dort das Bild im Mittelpunkt steht und die API für die Übergabe von Inhalten noch sehr dürftig ausgeprägt ist“, sagt Pühringer. „Pinterest würde zwar gut funktionieren, allerdings sehen wir da nicht die Reichweite, die eine Entwicklung in diese Richtung rechtfertigen würde.“

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