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Line: Die asiatische Messaging-App mit 215 Mio. Usern startet in Deutschland mit eigenen Smartphone-Tarifen

Line will zum Mobile Virtual Network Operator (MVNO) werden. © Line Corporation
Line will zum Mobile Virtual Network Operator (MVNO) werden. © Line Corporation

Das Rennen um den Markt der Messaging-Apps ist ein globales, und es wird immer intensiver: Während sich Telegram, Facebook und Kik als neue Plattformen für Bots (TrendingTopics.at berichtete) in Stellung bringen, ist die in Japan ansässige Line Corporation, eine Tochter der südkoranischen Firma Naver, schon einen Schritt weiter. Wie TrendingTopics.at exklusiv in Erfahrung gebracht hat, will die Messaging-App Line demnächst in Deutschland eigene Handy-Tarife starten. Line steigt damit als virtueller Mobilfunker (Virtual Mobile Network Operator, kurz MVNO) in den Markt ein, indem es sich in das Netz von O2 und/oder Vodafone einmietet.

Die Tarife der Line SIM Card sollen in punkto Daten sehr kompetitiv gestaltet sein und vor allem junge, Daten-hungrige Konsumenten ansprechen bzw. zum Wechsel bewegen – genaue Preise stehen noch nicht fest. In punkto Distribution setzt Line auf den Verkauf im Web bzw. über die App. In die Tarife inkludiert sind außerdem so genannte Line Out Credits. Mit diesen kann man weltweit aus der App heraus Festnetz- oder Mobiltelefone anrufen, ohne dafür oft teure Roaminggebühren zahlen zu müssen. Je nach Land kosten solche Anrufe ab einem Cent pro Minute.

Line ist eine von mehreren Messaging-Apps, die mit Facebook, WhatsApp oder WeChat (gehört der chinesischen Firma Tencent) global um verschiedene Märkte rittert und sich als umfangreiches Mobile-Portal nicht nur für Kommunikation, sondern auch Unterhaltungsinhalte und eCommerce positionieren will (TrendingTopics.at berichtete). Besonders stark vertreten ist Japan in den Märkten Japan, Thailand, Indonesien, Taiwan, in Europa sind Spanien und Deutschland am stärksten.

Partnerschaften mit Facebook und Twitter in Japan

In Japan startet Line ebenfalls als mobiler Mobilfunker in Partnerschaft mit dem Telekomriesen NTT DoCoMo. Anders als in Deutschland hat man in Japan für diese Handy-Tarife Partnerschaften mit Twitter und Facebook geschlossen. Nutzer einer Line-SIM-Karte können dort unlimitiert auf Line, Facebook und Twitter zugreifen, auch wenn die im Tarif inkludierten Datenvolumina aufgebraucht sind. Das stellt für Kritiker einen Bruch mit den Prinzipien der Netzneutralität dar, weil so bestimmte Internet-Dienste anderen bevorzugt werden.

Line ist in Japan ein echtes Phänomen: Das Maskottchen, der Comic-Bär Brown, ist dort sehr populär. Line betreibt eigene Shops, in denen man Merchandising der Marke kaufen kann. Ob die Messaging-App sich in Europa und den USA gegen Facebook und seine Tochter WhatsApp durchsetzen kann, bleibt aber abzuwarten.

Line ist in Japan eine besonders populäre Brand. © Jakob Steinschaden
Line ist in Japan eine besonders populäre Brand. © Jakob Steinschaden

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