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Finanzierungsrunde

Lilium: Flugtaxi-Startup holt sich 224 Millionen Euro bei Investoren

Der Lilium Jet. © Lilium
Der Lilium Jet. © Lilium

Ein Flugtaxi mit Platz für fünf Passagiere, das 300 km/h schnell fliegen kann und eine Reichweite von 300 Kilometern schafft: An diesem Ziel arbeitet das Münchner Startup Lilium rund um CEO Daniel Wiegand bereits seit mehreren Jahren. Nun kommt man dem Ziel einen wesentlichen Schritt näher. Denn die bestehenden Investoren glauben weiter an die Idee und pumpen zusätzliche 240 Millionen Dollar (224 Millionen Euro) in die Firma.

Die Runde wird vom chinesischen Internetkonzern Tencent angeführt, der unter anderem auch groß bei der Berliner Challenger-Bank N26 investiert hat und für seine App WeChat mittlerweile weltberühmt ist. Ebenfalls investiert haben die bestehenden Investoren Atomico, Freigeist und die Liechtensteiner Fürstenbank LGT. Insgesamt hat Lilium etwa 340 Millionen Dollar Risikokapital aufgenommen. „Diese zusätzliche Finanzierung unterstreicht das tiefe Vertrauen, das unsere Investoren sowohl in unser physisches Produkt als auch in unseren Business Case haben“, so Lilium-Finanzchef Christopher Delbrück.

Flugtaxi-Dienst bis 2025

Das frische Geld soll für die weitere Entwicklung des Lilium-Jets und für Vorbereitungen für die Serienproduktion in den neu fertiggestellten Produktionsanlagen verwendet werden. Bisher hat das Startup nur Testflüge absolviert. Bis 2025 soll aber ein Flugtaxi-Dienst in mehreren Regionen der Welt angeboten werden können. Bis dahin muss noch viel in die Technik investiert werden. Bei Testflügen kommt der Prototyp auf mehr als 100 km/h, ist aber noch deutlich von den angestrebten 300 km/h entfernt.

In den vergangenen Monaten musste Lilium einige Rückschläge einstecken. So fing einer der beiden Flugtaxi-Prototypen, die Lilium bisher gebaut hat, Feuer und wurde dadurch so schwer beschädigt, dass er nicht mehr wieder instand gesetzt werden kann. Außerdem meldeten einige Beobachter an, dass sie Zweifel hätten, ob die Elektromotoren überhaupt solche Geschwindigkeiten und Reichweiten erlauben. Sie hatten einige Berechnungen online gestellt. „Die Annahmen hinter den Berechnungen sind nicht richtig, wie wir bereits in veröffentlichten Videos gezeigt hatten“, kontert Lilium-Gründer Daniel Wiegand nun in einem Interview mit den Handelsblatt.

Die frischen 224 Millionen Euro, die Lilium bekommt, sind natürlich ein ordentliches Paket. Zum Vergleich: Mit Volocopter gibt es ein anderes deutsches Startup, das an einem Flugtaxi arbeitet. Dieses erinnert eher an einen vollautomatischen Hubschrauber, der Platz für 2 Personen, eine Reichweite von 35 km und eine maximalen Fluggeschwindigkeit von 110 km/h hat. Volocopter hat vor kurzem ebenfalls eine Investmentrunde absolviert, bei der der Logistikriese DB Schenker an Bord kam (Trending Topics berichtete).

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