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Keine Provision

Liefer-Plattform Radkurier24 will Fahrern faire Bedingungen bieten

Der Boom an Fahrrad-Lieferdiensten reißt weiterhin nicht ab. Vor allem durch die Corona-Zeit gibt es immer mehr Startups, die Lebensmittel möglichst schnell an Kunden bringen wollen. Dabei sind jedoch die Arbeitsbedingungen für die Lieferanten oft sehr hart. Beispielsweise gab es beim Berliner Liefer-Startup Gorillas kürzlich Streiks wegen unfairer Bedingungen und Kündigungen ohne Vorwarnung in der Kritik (Trending Topics berichtete). Eine fairere Lösung will die deutsche Plattform Radkurier24 bieten: Selbständige Kuriere im ganzen DACH-Raum können dort ihre Dienste bewerben und sollen dabei keine großen Abgaben an den Organisator leisten müssen.

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„Keine 30 Prozent Provision“

„Zwar arbeiten die Radkuriere alle selbstständig, was in der Regel gang und gäbe ist. Jedoch müssen Sie bei uns keine 30 Prozent Provision pro Auftrag wie bei anderen Anbietern abgeben. Wir arbeiten an einem Konzept, das fair für die Fahrradkuriere ist, aber auch fair zur Plattform“, erklärt Martin Hawel, Betreiber der im Jahr 2019 gestarteten Plattform. Die Fahrradkuriere von Radkurier24 erhalten ihm zufolge die Bezahlung direkt von ihren Kunden. Auch nach Abzug der Steuern sollen sie so mehr als bei den gängigen Lieferungsketten verdienen, ohne in ihrer unternehmerischen Freiheit eingeschränkt zu sein.
Hawel hatte die Idee zu der Plattform, als er bemerkt hat, dass Kuriere außerhalb von Essenslieferdiensten im DACH-Raum keine größere Organisation haben. Der essentielle Vorteil von Fahrradkurier24 ist dem Gründer zufolge, dass die Kunden 24 Stunden pro Tag auf einem Live-Radar sehen können, wo im Moment (auf 200 Meter genau) ein Fahrradkurier verfügbar ist. Sie sollen diesen dann per Anruf, SMS oder Messenger beauftragen können, eine eigene App hat die Plattform nicht.

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Radkurier24 sucht nach Investoren

Kunden müssen den Fahrern lediglich eine Einkaufsliste mitteilen, woraufhin diese dann für sie die Besorgungen erledigen. User können also neben Essen aus der Gastronomie auch andere Einkäufe wie aus dem Supermarkt bestellen. Die Zahlung wickeln sie dann an der Haustür mit Bargeld oder mit Bezahlungsdiensten wie beispielsweise PayPal ab. Sowohl für Kunden als auch für Kuriere soll das Geschäft fair sein. Zudem betont Hawel die Einsparungen an CO2-Emissionen durch den Fokus auf Fahrradkuriere.
Nicht völlig entschieden ist noch das genaue Finanzierungsmodell von Radkurier24. Im Corona-Jahr 2020 konnte die Plattform laut Hawel einige B2B-Kunden gewinnen, die sich regelmäßig durch die Kuriere versorgen lassen. Künftig soll außerdem eine kleine Servicepauschale anfallen, die aber deutlich niedriger als bei den bisher bekannten Großanbietern sein soll. Auch sucht die Plattform momentan noch nach Investoren, um expandieren zu können. Schon jetzt ist Radkurier24 in fast 80 Städten im DACH-Raum aktiv, darunter auch Wien, Linz und Graz.

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