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Lieber Elon Musk! Du bist ein Vorbild für viele, also benimm‘ dich bitte auch so

Elon Musk. © Tesla Owners Club Belgium (CC BY 2.0)
Elon Musk. © Tesla Owners Club Belgium (CC BY 2.0)

Du treibst die von Diesel-Gate gebeutelte Automobilindustrie mit deinen Elektroautos vor dir her. Du lässt Raketen zum Recycling wieder auf der Erde landen. Du willst Häuser mit Solarziegeln ausstatten. Du willst den Verkehrsinfarkt von Städten mit Hilfe von Tunnelsystemen bekämpfen. Du willst nicht einfach nur zum Mond, sondern gleich zu Mars fliegen.

Elon Musk, wie kein anderer Unternehmer dieser Welt bist du zum Vorbild von unzähligen jungen Menschen auf diesem Planeten geworden. Kein Name wurde mir so oft nach der Frage des Idols von angehenden Gründern genannt wie deiner. Es sind weder Steve Jobs noch Mark Zuckerberg, zu denen junge Founder aufsehen, nein, es bist meistens du.

Doch leider hat dein Image – und Teslas Börsenkurs gleich dazu – dieses Jahr einige Dellen bekommen. Daran bist du im Wesentlichen selbst schuld. Zuerst willst du Tesla von der Börse nehmen, schaffst es dann doch nicht. Währenddessen sorgst du mit Tweets für Irritationen (der britische Taucher Vernon Unsworth hat mittlerweile eine Verleumdungsklage gegen dich eingereicht), und dann paffst du live auf YouTube an einem Joint (ohne zu inhalieren). Wozu das alles?

Um Aufmerksamkeit kann es dir nicht gehen, davon bekommst du doch ohnehin viel zu viel. Mittlerweile spekulieren Beobachter auf der ganzen Welt über den Einfluss des starken Schlafmittels Ambien auf deine Wahrnehmung und mögliche Psychosen. Für deine Mitarbeiter (knapp 38.000 bei Tesla, mehr als 6.000 bei SpaceX) ist 2018 währenddessen zu einer Achterbahnfahrt geraten. Top-Manager verlassen die Firma (zuletzt Chief Accounting Officer Dave Morton und Personalchefin Gabrielle Toledano) und wollen nicht mehr für dich arbeiten.

Du hast nicht nur Verantwortung für zehntausende Mitarbeiter, die vom Wohlergehen deiner Unternehmen abhängig sind, nicht nur Verantwortung für jene, die dich zum Vorbild auserwählt haben, sondern auch Verantwortung für dich selbst. Solltest du professionelle Hilfe – privat als auch beruflich – brauchen, dann hol‘ sie dir doch.

Du könntest dir etwa die Google-Gründer Larry Page und Sergey Brin zum Vorbild nehmen. Die beiden holten sich 2011 Eric Schmidt als CEO, damit er ihnen beim Tagesgeschäft unter die Arme greift. Die beiden hat das entlastet, und sie konnten sich unter anderem darauf fokussieren, neue Geschäftsfelder anzugehen – Waymo und die selbstfahrenden Autos sind das beste Beispiel.

Also, lieber Elon Musk! Tu‘ uns einen Gefallen und schau‘ ein bisschen weniger in deine Twitter-App und ein wenig mehr auf deine Gesundheit und die deiner Unternehmen. Die „production hell“ und andere berufliche und private Höllen durchquert man am besten mit guten Weggefährten.

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