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Libra: Jetzt verlassen auch Visa, Mastercard, eBay und Stripe das Krypto-Projekt

© Libra Association
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Da waren es nur noch 22: Die Allianz, die Facebook hinter dem Libra-Projekt versammelt hat, bröckelt. Nachdem sich PayPal zurück gezogen hat, wird es nun auch anderen Partnern aus dem Payment-Bereich zu heiß. Nun haben auch die US-Unternehmen Visa, Mastercard, eBay und Stripe verkündet, vorerst nicht Teil der Libra Association sein zu wollen. Auch Mercado Pago verlässt das Projekt, lediglich PayU aus den Niederlanden ist nun als einzige Firma verblieben, die mit digitalen Bezahllösungen zu tun hat.

Dem Projekt, das 2020 einen Stablecoin auf den Markt bringen will, sind nun noch Firmen aus dem Telekom- (u.a. Vodafone), Blockchain- (u.a. Coinbase), Venture-Capital- (u.a. Andreessen Horowitz) und Services-Bereich (Uber, Lyft, Spotify) verblieben, auch einige Non-Profit-Organisationen (u.a. Kiva) halten dem von Facebook angeführten Projekt die Treue. Dass derzeit gerade Unternehmen aus dem Payment-Bereich abspringen, ist wenig verwunderlich. Sowohl in den USA als auch in Europa haben Politiker, Notenbanken und Regulierungsbehörden erhebliche Bedenken wegen Libra geäußert. Der Stablecoin wird wohl nur unter sehr strengen Regeln oder auch gar nicht auf den Markt kommen können.

„Der Druck war intensiv“

„Wir werden die Bewertung fortsetzen und unsere endgültige Entscheidung wird von einer Reihe von Faktoren bestimmt, darunter die Fähigkeit des Verbandes, alle erforderlichen regulatorischen Erwartungen vollständig zu erfüllen“, heißt es seitens Visa zu der Entscheidung, sich aus dem Projekt zurückzuziehen. Auch bei Stripe will man abwarten, die sich regulatorische Fragen entwickeln – und möglicherweise zu einem späteren Zeitpunkt wieder einsteigen.

Bei Libra gibt es große Fragen in punkto Wettbewerbsrecht und Datenschutz. Selbst US-Präsident Donald Trump meldete sich zu Wort und meinte, dass sich Facebook und seine Partner den Bankregeln unterwerfen müssten, wenn sie Libra auf den Markt bringen wollen. David Marcus, der als Facebook-Manager das Libra-Projekt über hat, meinte, dass er die Entscheidung von Visa und Mastercard respektiere. „Der Druck war intensiv (Understatement), und ich respektiere ihre Entscheidung zu warten, bis es regulatorische Klarheit gibt“, so Marcus.

Wie es mit Libra weitergeht, könnte man am 23. Oktober erfahren. Denn dann muss Facebook-Chef Mark Zuckerberg sich den Fragen des House Committee on Financial Services stellen – und erklären, welche Pläne Facebook damit verfolgt.

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