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Let’s Pizza: Wenn die Pizza aus dem Drucker kommt

Ob es nun ein Lebensmittel-Drucker ist oder gar ein – weil es gerade so hipp ist – 3D-Drucker oder doch nur eine ausgeklügelte Maschine, die backen kann – Tatsache ist, dass der rote Apparat, der am Dienstag im Erste Campus in Wien präsentiert wurde, in nur drei Minuten aus Mehl, Wasser und den typischen Zutaten, die auf die wohl bekannteste italienische Spezialität gehört, eine frische Pizza zubereitet. Mit „Let’s Pizza“ hat der Ternitzer Gastronom Leo Kohn den ersten Pizza-Automaten nach Österreich gebracht und versucht von Wien aus, den deutschsprachigen Markt zu erobern.

Der Automat bereitet in drei Minuten eine frische Pizza zu ©Let’s Pizza

Eine italienische Erfindung

Der 700 Kilogramm schwere Automat wurde vom Italiener Claudio Torghele (65) bereits Ende des vergangenen Jahrtausends erfunden, als dieser in Kalifornien lebte. Bis aus der Idee aber ein Produkt wurde, dauerte es bis 2008 – damals wurde die erste Maschine gebaut. Bis zum heutigen Tag sind mehr als 250 dieser Pizza-Drucker im Einsatz, von Australien über Südkorea bis hin zu Kanada und Dubai – in Europa sind sie in Rumänien und Bulgarien sowie in Skandinavien zu finden.

„Österreich und Deutschland sind zwar noch weiße Flecken auf der Let’s-Pizza-Landkarte“, sagt Kohn. „aber ich bin überzeugt, dass es auch bei uns einen Bedarf für den automatischen Pizza-Bäcker gibt.“ Der Automat, der 24.000 kostet, soll in den kommenden Monaten nicht nur auf öffentlichen Plätzen wie Bahnhöfen oder an Universitäten zum Einsatz kommen, „sondern wir wollen auch große Firmen überzeugen, ihren Mitarbeitern eine neue Option zur Verfügung zu stellen“, sagt Kohn. Er sieht sich nicht als Konkurrenz zu Firmen-Kantinen, sondern als zusätzliche Möglichkeit, Mitarbeiter, die länger arbeiten Eine mobile Variante von Let’s Pizza für Großevents wie Sportveranstaltungen oder Konzerte ist bereits in Planung.

Frische Zutaten aus dem Folienbeutel

„Das Besondere an Let’s Pizza ist, dass die Pizza aus besten Zutaten frisch zubereitet wird“, erklärt Boris Opravic, der die Maschine in Zagreb baut. „Während bei anderen Automaten auf dem Markt einfach Tiefkühl-Pizzas erhitzt werden, werden bei unserer Maschine die Zutaten wie Mehl, Tomatensauce oder Beläge unter strengsten hygienischen Bedingungen in Folienbeutel verpackt.“ Die Zutaten kommen aus Griechenland (Tomaten), Deutschland (Käse) oder Kroatien (Schinken, Wurst).

Die Drei-Minuten-Pizza

Der gesamte Prozess von der Teig-Zubereitung bis zur Pizza dauert drei Minuten. Der Kunde – es gibt vier Pizzasorten – kann durch ein Sichtfenster einige der einzelnen Prozesse – vom Teig kneten bis zum eigentlichen Back-Prozess – live mitverfolgen. Der Infrarot-Ofen besteht aus 12 Heizelementen (a 500 Watt), die den Ofen in zehn Sekunden auf 380 bis 400 Grad erhitzen. Der Bräunungsgrad des Teiges kann (leider nur vom Gastronomen und nicht vom Kunden) per Handy-App reguliert werden. Der Gastronom wird auch informiert, wenn Zutaten zu Ende gehen oder der Automat gereinigt werden muss etc. 200 Toppings – 50 pro Pizzasorte – befinden sich im Automaten, Mehl und Wasser müssen nach jeder 100. Pizza nachgefüllt werden. Der Automat „überreicht“ die Pizza (6,50 Euro) in einer typischen Papierbox, über eine Option kann man auch Plastikbesteck dazu ordern.

Die Geschmackstests haben die Pizzas bei der Erstpräsentation jedenfalls bestanden. Freilich schmeckt eine Holzofen-Pizza beim Italiener ums Eck besser, aber im Vergleich zu den Pizzen aus dem Tiefkühlfach – so waren sich die anwesenden Journalisten einig – schmeckten die Pizzen aus dem Drucker in jedem Fall besser.

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