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KTCHNG: Das Burgenland als künftiges Quantum Valley

Gründerin Petra Augustyn. ©ktchng
Gründerin Petra Augustyn. ©ktchng

Augmented Reality gilt als eine der spannendsten Zukunftstechnologien. Bislang gibt es allerdings nur wenige marktreife Lösungen wie die Microsoft HoloLens, allerdings setzen mittlerweile mehr und mehr Apps auf AR. „ktchng“ ist eine App aus dem Burgenland, die es ermöglicht, über AR-Technologie reale Objekte zu scannen und digital Informationen oder Angebote über die gescannten Objekte zu erhalten.

„Scan everything around you!” lautet das Motto des 2019 gegründeten Startups. „ktchng speist sich als digitale Community der Zukunft erstmals vollständig aus natürlichen Daten realer Lebenswelten mit individuellen Vorlieben und Trends“, erläutert Gründerin und Geschäftsführerin Petra Augustyn. Die App kann vereinfacht ausgedrückt also Objekte erkennen und benennen. So sollen Informationen analoger Lebenswelten digital mit weiterführenden Informationen oder personalisierten Angeboten einen zusätzlichen Nutzen für User und beispielsweise den Point of Sale bringen.

Idee aus dem Silicon Valley

Wie kommt man diese Idee? Petra Augustyn: „Während meiner Zeit im Silicon Valley wurde mir das große Potenzial von Technologien wie AR bewusst. Ich liebe B2C-Anwendungen, die den User ins Zentrum eines lösungsorientierten Geschäftsmodells stellen und gewinnbringend den Alltag bereichern. Mir ist also der Nutzen von digitalen Anwendungen von jeher wichtig. Im Gegensatz zu herkömmlichen digitalen Anbietern will ktchng den Alltag der Menschen aber nicht komplett in die digitale Welt holen, sondern über digitale Angebote den User in die Realität zurückholen. Digitale Angebote können also direkt am Point of Sale eingelöst werden. In Anbetracht der Tatsache, dass der Handel unter steigendem Konkurrenzdruck durch Konzerne wie Amazon steht, bieten wir hier nicht nur eine für den User nützliche App, sondern auch eine Lösung, wie der Handel die Zielgruppe seiner analogen Angebote digital ansprechen und zurückgewinnen kann.“

Einsatzszenarien gebe es verschiedene: „Ein Szenario wäre, dass ich als ktchng User ein Objekt in meiner Umgebung, zum Beispiel im Supermarkt, scanne, das mich anspricht oder das ich schon immer gerne erwerben wollte. Die ktchng App erkennt dieses Objekt und kann mir sofort mehr Hintergrundinformationen oder sogar direkte Angebote zur Verfügung stellen. Das kann natürlich auch an anderen Orten funktionieren, wie in Museen oder im Tourismus.“

Token für Datenschutz

Eine Herausforderung ist bei derartigen Applikationen stets auch der Datenschutz. Immerhin greift die Anwendung auf die Kamera zu und erfordert auch sonst einige Berechtigungen. Die Gründerin setzt auf Transparenz und Token: Welche Daten die KTCHNG GmbH erhält, bestimmt der User grundsätzlich selbst. Für das Bereitstellen von persönlichen Daten und das Scannen von Objekten, die die App noch nicht kennt, erwerben die User „ktchng Tokens (KTC)“.  Der Token ist 1:1 an den Euro gekoppelt (1 KTC = 1 Euro) und somit risikoärmer und weniger volatil als andere digitale Lösungen.

Auch hier sieht die Gründerin ein denkbares Verwendungsszenario für ktchng: „Über das Scannen von Objekten in der App oder das Teilen von persönlichen Informationen mit ktchng erhalte ich als User ktchng (KTC) Token. Einlösen kann ich die Token für Merchandise oder besondere Angebote, die mit Partnern zustande kommen.“ Kooperationspartner fehlen allerdings noch, man arbeite aber daran: „Unsere Kunden sind die User. Jetzt sammelt der User mal ein paar Monate Ktchng-Token. Danach werden wir Schritt für Schritt weitere Slots öffnen. In der Zwischenzeit kann man die ktchng-Tokens für Merchandising einlösen. An Partnerverträgen wird gerade eifrig gearbeitet. Wir können aber bereits sagen, dass wir hier in einigen vielversprechenden Gesprächen sind und ktchng insbesondere im Handel auf großes Interesse stößt.“

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Sitz im Burgenland

Das neue Headquarter von ktchng ist Teil eines Accelerator-Netzwerkes in Mattersburg, wo viele Unternehmen ihre Innovationen vorantreiben. Warum genau dieser Standort? Gründerin Petra Augustyn sieht im Burgenland Ähnlichkeiten zum Silicon Valley mit dem Potenzial, ein Quantum Valley zu werden: „Die Wahl unseres Standortes mag etwas unüblich klingen. Aber das Burgenland bietet schlichtweg mehr Lebensqualität. Programmierer und hochqualifizierte Technologie-Experten zieht es raus aus der stickigen Stadt.

Und weiter: „Wir bei ktchng denken anders als der Rest der Branche und bieten mit unserem neuen Headquarter in Mattersburg nicht nur einen tollen, modernen Arbeitsplatz, sondern leben auch ein Verständnis von „New Work“. Die ideale Work Life Balance sehen wir als wichtigen Motor für Energie, Motivation und Leistungsfähigkeit unseres Teams. Darüber hinaus bieten unsere neuen Räumlichkeiten dort genug Platz zum Austoben. Das alles entspricht auch meiner persönlichen Überzeugung der Unternehmensführung und eines attraktiven Arbeitsgebers: Wir sind nicht auf einen schnellen Exit aus, wir sind gekommen, um zu bleiben, um Dinge neu zu machen und nachhaltig den Standort zu bereichern. Und dieser hat viel zu bieten.“

Ktchng sei ein Projekt mit Potenzial zur Internationalisierung: „Wir sehen ktchng in fünf Jahren als wachsendes Technologieunternehmen und die ktchng App als innovatives Angebot an Trendsetter, Digital Nerds und Lifestyleaffine, die ihre Ideen, Wünsche oder Vorlieben mit anderen teilen und so eine große Community schaffen.“

Die KTCHNG GmbH wurde im Jahr 2019 von Petra Augustyn gegründet. Mit der ursprünglich am 9.12.2019 erscheinenden App bietet das Startup eine Augmented Reality-Lösung an, die reale Objekte erkennen und zuordnen kann. Der Marktstart soll sich allerdings um ein paar Tage nach hinten verschieben. Beteiligt am Unternehmen ist die Wirtschaft Burgenland GmbH (WiBuG).

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