Channel

Blockchain

Entwicklung

Krypto-Märkte 2018: So tief wie noch nie

Ethereum, Litecoin, Ripple, Bitcoin. © Pixabay
Ethereum, Litecoin, Ripple, Bitcoin. © Pixabay

Ein Schatten seiner selbst: Die Krypto-Märkte, also alle an Exchanges gehandelten Coins und Token, haben zusammengerechnet nur mehr eine Marktkapitalisierung von 216 Milliarden Dollar. Seit Beginn des Jahres 2018 haben die Krypto-Märkte demnach mehr als 75 Prozent ihres Wertes eingebüßt. Von dem Höchstwert von rund 830 Milliarden Dollar ist die Marktkapitalisierung weit entfernt, auch die wichtige Marke von 300 Milliarden Dollar ist weit entfernt.

Ethereum, Ripple und Co. am Tiefpunkt

Die einzelnen Coins und Tokens haben in den vergangenen Wochen und Monaten ordentlich eingebüßt. Verhältnismäßig gut da steht der Bitcoin (BTC) selbst, der derzeit bei rund 6.400 Dollar hält und damit noch nicht seinen Tiefpunkt des Jahres erreicht hat. Bereits im Juni ist BTC unter die 6.000-Dollar-Marke gerutscht und hat sich von dort wieder nach oben arbeiten können.

Die Nummer 2 am Krypto-Markt, Ethereum (ETH), hat ebenfalls herbe Verluste hinnehmen müssen und wird aktuell bei nur mehr rund 320 Dollar gehandelt. Damit ist ETH bei seinem vorläufigen Tiefpunkt 2018 angelangt – nie war Ethereum dieses Jahr weniger wert. Ein ähnliches Bild auch bei Ripple (XRP), das nur mehr bei 0,3 Dollar liegt, oder Bitcoin Cash. BCH ist erstmals dieses Jahr unter die 600-Dollar-Grenze gefallen. Auch viele andere (wenn auch nicht alle) Altcoins sind bei den schlechtesten werten 2018 angelangt – etwa Litecoin (LTC), IOTA oder Cardano (ADA).

BTC dominiert den Markt

Erstmals seit Ende Dezember ist die Marktdominanz von Bitcoin wieder bei mehr als 50 Prozent. Das bedeutet konkret: Von der Marktkapitalisierung der gehandelten Krypto-Assets (rund 216 Mrd. Dollar) macht BTC mehr als die Hälfte, also rund 111 Mrd. Dollar aus.

Die Euphorie rund um Altcoins scheint vorerst vorbei. Diese hatten im Zuge des Hypes die Bitcoin-Dominanz zeitweise auf ein Drittel des Marktes gedrückt. Vor allem Ethereum, EOS, Cardano und TRON wurden und werden als neue Plattformen gehandelt, auf deren Basis dezentrale Apps (dApps) entstehen sollen. Nur: Viel ist da noch nicht passiert. Währenddessen haben es Bitcoin Cash (BCH) oder Litecoin (LTC) nicht geschafft, sich als alternative Zahlungsmittel durchzusetzen.

Außerdem schickten sich Ripple (XRP) und Stellar (XLM) an, in der Bankenwelt für Furore zu sorgen und günstige und schnelle internationale Transaktionen zu bieten. Wirklich durchgesetzt haben sich beide Systeme noch nicht – weswegen Ripple etwa Xpring ins Leben gerufen hat, um mehr Startups dazu zu bewegen, mit XRP zu arbeiten.

Der ICO-Markt schwächelt

Krypto-Assets haben im Zuge der ersten Monate 2018 einige Trader richtig reich gemacht. Immer wieder hört man von Menschen, die sich nach satten Zugewinnen ihrer Krypto-Portfolios schicke Autos und teure Immobilien geleistet haben. Doch der Anspruch vieler Krypto-Projekte, im Alltag anonyme digitale Bezahlmittel oder dezentrale Anwendungen als Alternative zu etablierten Online-Diensten mit neuen Geschäftsmodellen zu bieten, ist noch nicht erfüllt worden.

Auch der ICO-Hype ist abgekühlt. Unterschiedliche Analysen (etwa jene von Autonomous Next oder Matrix CIB) zeigten zuletzt auf, dass Startups über Initial Coin Offerings immer weniger Geld aufstellen können und dazu übergehen, via Private Sales Kapital bei klassischen Investoren und Fonds zu suchen.

Wer mit einem ICO noch ordentlich Geld machen will, der kommt nicht umhin, Investoren zum Start satte Rabatte zu geben und PR-Agenturen anzuheuern, die die Werbetrommel im Netz mit allen erdenklichen Mitteln rühren. Das Grazer Blockchain-Projekt Artis hat zuletzt seinen ICO abgeblasen, weil man in dem Spiel nicht mehr mitmachen will (Trending Topics berichtete).

Springe zu:

Ganzen Artikel lesen

Realtime Prices