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Gastbeitrag

Zukunft der Blockchain: So wird das Krypto-Jahr 2021 werden

Bitcoin und Co. © Pexels
Bitcoin und Co. © Pexels

Während heuer viele Branchen und Unternehmen durch die Corona-bedingte Wirtschaftskrise heftig unter Druck kamen, entpuppte sich 2020 für den Markt der Kryptowährungen als Jubeljahr. Vieles deutet darauf hin, dass sich diese positive Dynamik im Jahr 2021 fortsetzt. Das sind die 10 Trends, von denen ich glaube, dass sie das Krypto-Jahr 2021 prägen werden.

1. Hedge-Fonds und Family Offices stürzen sich auf Kryptowährungen

2020 setzten große Hedge-Fonds konkrete Schritte für einen Einstieg in Kryptowährung, allen voran Bitcoin. Der Guggenheim Funds Trust meldete beispielsweise bei der US-Börsenaufsicht SEC an, für seinen Grayscale Bitcoin Trust (GBTC) 10% des Gesamtinvestment direkt in Bitcoin anlegen zu dürfen. Dies ermöglicht dem Guggenheim Hedge-Fonds ein Investment von 500 Millionen US-Dollar in Bitcoin mit Zustimmung der Finanzmarktaufsicht. Weitere Vermögensverwalter werden folgen, denn prominente Hedge-Fonds-Manager wie Stanley Druckenmiller und Paul Tudor Jones sorgten für Aufsehen als sie einen Schwenk vollzogen, das Bitcoin-Bashing endgültig einstellten und die größte Kryptowährung der Welt als Wertaufbewahrungsmittel anpriesen.

Für 2021 ist zu erwarten, dass große Investmentbanken, Pensionsfonds und Vermögensverwalter auf den Zug aufspringen werden und sich mit Kryptowährungen, allen voran Bitcoin, eindecken werden.  Beschleunigt wird die Entwicklung dadurch, dass eine Vielzahl an regulierten, traditionellen Lösungen auf Finanzmärkten in Form klassischen Fonds und Indizes mit Kopplung an Kryptowährungen, die es großen Akteuren ermöglicht, die neue Anlageklasse der Kryptos in ihr Portfolio aufzunehmen. Beispiele hierfür sind die CME Bitcoin Futures in den USA und europäische Anbieter wie z. B. der Postera-Fund gelistet in Liechtenstein. Sogar die Wiener Börse, die Bitcoin noch vor kurzem eher als „Best of Böse“ denn als Anlageprodukt sah, listete im September 2020 erste Produkte, die direkt den Bitcoin-Kurs abbilden z. B. mit ihrem 21Shares AG Bitcoin ETP. 

Mit den zahlreichen durch Finanzaufsichtsbehörden regulierten Krypto-Börsen, die gerne solche Fonds bedienen, sowie Krypto-Brokerage-Lösungen, von denen viele während des letzten Bullenmarktes vor drei Jahren noch nicht existierten, ist im Jahr 2021 das Feld bereitet für einen neuen Boom im Krypto-Handel.

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2. Bitcoin-Kaufen wird so einfach wie nie

„Wo kann ich Bitcoins kaufen?“ Diese Frage hörte ich in den letzten Wochen oft, genauso  ergeht es meine kryptoaffinen Freunden und Bekannten. Und nun fällt mir die Antwort leichter als noch vor einigen Jahren, denn das Angebot an Kryptowährungsbörsen ist vielfältiger geworden: Die größte Exchange ist Binance mit Sitz in Malta und einem 24h Trading-Volumen von ca. 9 Milliarden US-Dollar, dahinter kommt die US-Kryptobörse Coinbase mit 2 Milliarden, beides solide Krypto-Exchanges, bei denen einfach Bitcoin gekauft werden können und die von den Finanzbehörden streng beaufsichtigt werden. Auch Österreich spielt mit, denn bei Bitpanda mit Sitz in Wien werden pro Tag ca. 1,8 Millionen gehandelt.

In den Jahren 2014 bis 2017 war dies viel schwieriger, verlässliche Exchanges zu finden. Regelmäßig wurden Krypto-Börsen von Hackern ausgeraubt, Kunden verloren Millionen an Geldern, vielfach Kleinanleger, die ihr Erspartes auf Bitcoin setzten. Das Risiko ist nun wesentlich geringer, die Benutzerfreundlichkeit hoch. Es gibt zahlreiche regulierte Fiat-Krypto-Börsen, auch die Zahl der Menschen mit Konten wuchs von 5 Millionen im Jahr 2016 auf über 100 Millionen in diesem Jahr und dieser Trend wird sich 2021 fortsetzen.

Zusätzlich Auftrieb erhält diese Entwicklung auch, dass große Tech-Player wie PayPal und Square einstiegen und Bezahlvorgänge seit Ende 2020 auch in Bitcoin erlauben. Beide Unternehmen kauften 2020 den Gegenwert von 100 % der neu geminten Bitcoins auf, nur um ihre eigene die Nachfrage zu decken, die sie von US-Kunden erhalten. Weitere Zahlungsdienstleister werden 2021 folgen was sich nachhaltig positiv auf den Krypto-Markt auswirken wird. 

Makroökonomische Entwicklungen unterstützen den Aufwärtstrend von Bitcoin & Co, denn die Inflationsgefahr ist hoch und könnte dazu führen, dass manche Staaten ihren Bürgern das Abheben ihres eigenen Geldes verbieten. Damit steigt das Interesse an Bitcoin als sicheres Wertaufbewahrungsmittel. Sogar Forbes, Bloomberg und das deutsche Handelsblatt sprechen vom Bitcoin als dem „digitalen Gold 2.0“.

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3. Love-Story zwischen traditionellen Banken und Bitcoin

2020 war gekennzeichnet durch den Eintritt von institutionellen Akteuren in den Krypto-Markt. Große Institutionen wie JPMorgan, Deutsche Bank und Citi entwickeln Lösungen für den Ankauf von Kryptowährungen für ihre Kunden, regelmäßig wird über diese neue Anlageklasse der „digitalen Assets“ berichterstattet. 

Es ist zu erwarten, dass sich dieser Trend im Jahr 2021 beschleunigen wird, da viele Banken zwar in ihren Hinterzimmern bereits an Blockchain- und digitalen Zahlungslösungen werkten, doch jetzt machen sie ihre Krypto-Pläne öffentlich. Dies wird für den Eintritt weiterer Player sorgen und konservative Unternehmen anlocken, die zukünftig bei ihren Hausbanken nicht nur in Aktien und Anleihen, sondern ab 2021 auch mit einem wohleren Bauchgefühl in Kryptowährungen anlegen können.

Während die großen Investmentbanken bisher die aktivsten Akteure waren, ist für 2021 zu erwarten, dass vor allem Privatbanken vermehrt in das Geschäft mit Bitcoin und Kryptowährungs-Derivaten einsteigen werden. Player der ersten Stunden waren in Europa die Schweizer Falcon Private Bank AG oder das liechtensteinische Bankhaus Frick, die schon seit 2018 Kunden für Bitcoin begeistern wollten und Lösungen für Blockchain-Startups anboten.  Die meisten großen Privatbanken haben jedoch Bitcoin als nicht ernstzunehmenden Vermögenswert bisher wenig Beachtung geschenkt, doch deren High-Net-Worths und Family-Office-Kundenbasis fragen Kryptowährungen vermehrt nach, sodass die Privatbanken 2021 entsprechende Angebote für ihre noble Kundschaft schaffen werden. 

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4. Digitale Zentralbank-Währungen: China ist uns drei Jahre voraus

2021 wird ein wichtiges Jahr für Central Bank Digital Currencies (CBDC). Die überwiegende Mehrheit der Zentralbanken befürwortet nun CBDCs. Digitale Zentralbank-Währungen sind ein wichtiger Baustein der Digitalen Revolution. Unter Zugzwang kommen die großen Zentralbanken von zwei Seiten: Facebook-Gründer Mark Zuckerberg setzt auf seine digitale Währung Diem, vormals Libra. Durch die 2,4 Mrd. User von Facebook könnte sich eine von Zuckerberg aufgelegte Währung rasch verbreiten und in wirtschaftlich schwächeren Staaten das lokale Währungssystem bedrohen. 

Allerdings sind 2021 alle Augen auf China gerichtet, denn die Einführung des digitalen Yuan als mächtige CBDC schreitet zügig voran. In der Pilotphase 2020 wurden im Reich der Mitte mehr als zwei Milliarden RMB (300 Millionen US-Dollar) in über vier Millionen Transaktionen mit dem digitalen Renminbi abgewickelt. Die Frage ist nicht, ob, sondern wie schnell China dieses Projekt weiter vorantreibt.

Europa und die USA sind bei CBDCs zögerlich: Erste Forschungsprojekte wurden gestartet, eine ernsthafte Implementierung einer CBDC ist nicht vor 2030 zu erwarten. Diese Unentschlossenheit könnte sich als fatal erweisen, denn China wird versuchen, seine digitale Währung der Welt aufzuzwingen: Warenbestellungen aus China könnten zukünftig nur mehr mit dem digitalen Yuan erfolgen. Für China als größtes Exportland der Welt ist der digitale Yuan eine enorme Chance, Zahlungsprozesse nach seinen Wünschen zu gestalten, Kontrolle über Finanzströme im Ausland zu erlangen und die Vormachtstellung des US-Dollars weiter zurückzudrängen.

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5. Der Fiskus schafft Klarheit bei der Krypto-Besteuerung

Steuerbehörden nahmen 2020 Kryptowährungen wesentlich ernster, insbesondere in Bezug auf die Krypto-Besteuerung. So hat die deutsche Bundesregierung seit 2020 in einer Gesetzesnovelle beschlossen, erstmals explizit den Krypto-Handel zu berücksichtigen. Dafür hat Deutschland das Kreditwesengesetz erweitert, das das Kreditgeschäft von Kreditinstituten und Finanzdienstleistern reguliert, und Krypto-Werte wie Token und Coins in die Norm aufgenommen. Auch Unternehmen und Kleinanleger dürften von der Gesetzesänderung profitieren, können sie doch zukünftig ihre Krypto-Assets einem Anbieter anvertrauen, der unter der Aufsicht der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (BaFin) steht.

In den USA läuft es noch strenger: Die US-Steuerbehörde schickte einen Fragebogen über Krypto-Bestände an jeden Amerikaner, Krypto-Exchanges werden an die kurze Leine genommen mit der Folge, dass sie sich entweder beugen und strenge Kontrollmechanismen einführen, oder die USA verlassen und Kunden woanders auf der Welt suchen. Weltweit geben Steuerbehörden vermehrt explizite Krypto-Steuerhinweise zu Gewinnen aus dem Krypto-Handel oder zu Mining-Einkommen. 

In Österreich setzt das Startup Blockpit auf automatisierte Krypto-Steuerreports. Man verlinkt die Blockpit-App mit den Kryptowährungsbörsen und erhält regelmäßig Steuerberichte, der direkt an die Behörde gesendet werden. Diese Lösung eröffnet auch einen Blick auf die Entwicklung der Steuerberatungsbranche: In der Welt der Kryptowährungen sind Applikationen verfügbar, die eine Steuerberatung weitgehend obsolet machen.

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6. Aus Krypto-Unicorns werden Krypto-Konzerne

Trotz der Wirtschaftskrise war 2020 ein beeindruckendes Jahr für Unternehmensverkäufe. Daten belegen, dass der Gesamtwert von Krypto-Mergers & Acquisitions in den ersten sechs Monaten des Jahres 2020 bereits den Gesamtwert von 2019 übertroffen hat, wobei der durchschnittliche Transaktionswert von 19,2 Millionen US-Dollar auf 45,9 Millionen US-Dollar gestiegen ist. Dieser Trend wird sich 2021 fortsetzen, denn Krypto-Einhörner werden zunehmend zu Krypto-Kraken und geben Teile ihrer Gewinne aus, um weitere Firmen zu erwerben.

Blockchain- und Kryptobezogene M&A-Aktivitäten werden sich 2021 von den USA nach Asien verlagern wegen der besseren Regulierungssituation. Zusätzlich verscheucht gerade die USA Krypto-Startups durch aufsehenerregende Gerichtsprozesse. Letzte Woche kündigte die US Aufsichtsbehörde SEC eine Klage gegen die viertgrößte Kryptowährung Ripple an. Ripple-Gründer hätten angeblich mit ihrem XRP-Token ein nicht registriertes Wertpapier aufgelegt, Streitwert 1,3 Milliarden US Dollar.

PWC Asia berichtet, dass 57 Prozent der M&A-Deals zu Blockchain und Kryptos in der ersten Hälfte 2020 in den asiatisch-pazifischen Ländern und in Europa, dem Nahen Osten und Afrika abgewickelt wurden, gegenüber 51 Prozent im Jahr 2019 und 43 Prozent im Jahr 2018. Auch 2021 wird sich der Trend verstärken und Asien zunehmend das Epizentrum von Entwicklungen für Kryptowährungen und Blockchain-Technologien bilden.

7. Ethereum, die Blockchain der Industrie

Die zweitgrößte Kryptowährung Ethereum stellte kürzlich auf einen neuen Consensus-Mechanismus um. Das neue Ethereum 2.0 ist wesentlich energiesparender und schneller bei Transaktionen, dies wird durch das sogenannte Sharding ermöglicht. Die Umstellung auf das Sharding und den neuen Konsensus-Mechanismus des „Proof of Stake“ (ETH2) erfolgt schrittweise, wobei 2021 wesentlich mehr Daten auf der Ethereum 2.0-Blockchain gespeichert werden können.

Dabei kann die Anzahl der Transaktionen pro Sekunde signifikant gesteigert werden, sodass neue Industrieapplikationen möglich sind. Mikrosoft hat angekündigt, für seine Gaming-App ab 2021 Ethereum zu verwenden. Ethereum 2.0 könnte zukünftig auch digitalen Zentralbankwährungen als Basis dienen. Die Blockchain-Experten von ConsenSys arbeiten zum Beispiel gerade mit der Währungsaufsicht von Hongkong, sowie mit den Zentralbanken von Thailand und Australien an CBDC-Lösungen auf Ethereum.

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8. Anwälte statt Nerds: Krypto-Startups konsolidieren sich

Die ersten Generationen von Krypto-Startups kamen aus dem Tech-Bereich, Chief Technical Officers und geniale Nerds hatten das Sagen. Viele der größeren Krypto-Firmen änderten seit 2018 ihre Strategie und begannen sich besser zu organisieren und eine klassische Unternehmensstruktur aufzubauen. Vorrangig ging es um stringente Strategie, verbesserte Kommunikation, adäquate Investor-Information und Rechtssicherheit. Daher wurden Anwälte und Finanzmarkt-Profis engagiert, die Ordnung in die oft chaotischen Krypto-Start-ups brachten. Zum T-Shirt, Hoodie und Bier gesellt sich Hemd, Anzug und Rotwein.

Es ist absehbar, dass sich dieser Trend im Jahr 2021 fortsetzt. Allerdings ist die Krypto-Branche in ständiger Auf- und Abwärtsbewegung, denn „crypto never sleeps“: Kryptowährungen können im Gegensatz zu Aktien- und Anleihemärkten rund um die Uhr gehandelt werden und die Branche entwickelt sich um ein Vielfaches schneller als traditionelle Finanzdienstleistungen. Führungskräfte der alten Wirtschaftswelt müssen sich daran gewöhnen außerhalb ihrer Komfortzone zu agieren und auf neue Marktentwicklungen rasch zu reagieren.

Mit den frisch eingestellten Managern im Nadelstreif hält neuer Stil Einzug in die Blockchain-Unternehmen, was zu weiterem Wachstum und Nachhaltigkeit beitragen wird. Allerdings werden 2021 trotzdem viele Crypto-Startups die Transformation von Pionierphase zu Konsolidierung nicht überleben, der Wettbewerb wird härter.

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9. Bleiben Stablecoins stabile Coins?

2020 war ein Rekordjahr für Stablecoins. Mit einem Wachstum des Vermögens von weniger als 5 Milliarden Dollar zu Beginn des Jahres auf über 25 Milliarden Dollar im Dezember, ist zu erwarten, dass sich diese Dynamik im Jahr 2021 fortsetzen wird. Alle Augen werden dabei auf den US-Tether und andere an Fait-Währungen gebunden Kryptos gerichtet. 

Daten deuten darauf hin, dass die Nutzung von Stablecoins in bestimmten Korridoren bereits zunimmt, wie zum Beispiel zwischen Lateinamerika und Südostasien, wo Händler Stablecoins verwenden, um Transaktionen durchzuführen und dabei die traditionellen Bankschienen komplett zu umgehen. Im Jahr 2021 wird es interessant sein, zu sehen, ob sich dieser Trend fortsetzt. Die Kehrseite liegt allerdings in einer Frage die auch die Fiat-Welt kennt: ist eine Wertebindung einer Kryptowährung zB an den US-Dollar, den Euro oder Schweizer Franken möglich? Es gibt jetzt schon Expertenmeinungen, die bezweifeln, ob auch in Krisenzeiten Stablecoins genug besichert sind um Fiat in Krypto zu jeder Zeit 1:1 umwechseln zu können.

Denn es könnten Diskrepanzen entstehen, die wir nur zu gut kennen: Schwarzmärkte für Stablecoins, wo die vermeintlich so stabilen Coins weit unter ihrem Wert gehandelt werden. Oder wenn Anleger den Wert von Stablecoins künstlich in die Höhe treiben und die Interessen der Herausgeber der Stablecoins sich von denen ihrer User grundlegend unterscheidet. Ungeachtet dessen: Der Trend zu Stablecoins wird auch 2021 anhalten, mit Tether (USDT) an der Spitze, USDC von Coinbase und Circle, TrueUSD und dem Sonderling DAI von MakerDao, der durch algorithmisches Traden und Smart Contracts abgesichert ist.

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10. ICOs sind tot, es lebe DeFi!

Die beliebten und später in Verruf geratenen Initial Coin Offerings als Finanzierungsmöglichkeit für Blockchain-Startups stellten sich rückblickend als Eintagsfliegen heraus. Zwar konnten einige Jungunternehmen hohe Summen an Startfinanzierung über die Ausgabe von Token einspielen. 99 Prozent der ICOs scheiterten allerdings, meist deshalb, weil das Blockchain-Business nicht rasch genug Gewinne abwarf oder weil die Businessmodelle sich schlicht als völliger Schwachsinn erwiesen. 

In 2020 erlebte Decentralized Finance einen Boom, der sehr an ICOs der Jahre davor erinnert. Decentralized Finance, kurz DeFi (deutsch: dezentrale Finanzen),  steht für die Verbindung von klassischen Finanzkonzepten und -produkten von Banken mit der Blockchain-Technologie. Bei DeFi geht es darum, Prinzipien der Finanzwelt auf Kryptowährungen und Distributed Ledger Technologie zu übertragen.

DeFi-Instrumente sind Krypto-Darlehen, Währungstausch zwischen Kryptowährungen (Atomic Swap), Verzinsungsmodelle und Aktien und Anleihen auf Blockchain. 2019 setzte der Run auf DeFi-Applikationen ein, der DeFi-Trend macht sich nicht nur an der gesteigerten Nutzung der jeweiligen Apps spürbar, aktuell sind auch circa drei Prozent aller Ether in DeFi eingelagert. DeFi ist im Jahr 2020 regelrecht explodiert:  der Gesamtwert der abgeschlossenen Transaktionen (TVL) stieg von weniger als 1 Milliarde US-Dollar im Januar 2020 auf mehr als 15 Milliarden Dollar heute.  

Wichtige Anwendungen von DeFi sind Chainlink, Dai, Aave, Uniswap, Sushi, 0x, Wrapped Bitcoin und Compound.

Im Jahr 2021 wird DeFi wahrscheinlich weiter wachsen. Decentralized Fiance ist allerdings im Moment nur etwas für Spezialisten und Krypto-Fans, die sich eingehend mit den Inhalten beschäftigen. Institutionelle Investoren lassen DeFi auch 2021 noch außen vor und sehen sich die Entwicklung von der Seitenlinie an.

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