Maria Zesch von Magenta: "Die Krise lehrt uns, was alles mit Digitalisierung möglich ist"

Home Office, Videocalls, Streaming: Maria Zesch von Magenta Telekom erklärt im Remote Interview, wie sich die Internet- und Telefonnutzung in Zeiten von Corona geändert hat und welche Herausforderungen die Krise für die Telekommunikationsinfrastruktur mit sich bringt.

Gepostet von TrendingTopics.at am Mittwoch, 29. April 2020
Sponsored Story

„Die Krise lehrt uns, was alles mit Digitalisierung möglich ist“

Wenn wir von der Krise eines gelernt haben: Von Arbeit bis Entertainment – ohne Internet geht gar nichts. Magenta Telekom ist eines der ganz wichtigen Unternehmen, die dafür sorgen, dass das Netz in Krisenzeiten gut funktioniert. Maria Zesch, CCO bei Magenta Telekom, erklärt im Interview, wie die Netze für die Krisenzeit gerüstet sind, warum Unternehmen nun stärker auf Cyber-Security setzen und wie Home Office am besten gelingt.

Du bist wie viele andere im Home Office – wie erlebst du die Krisenzeit?

Maria Zesch: Ich muss sagen – ich freue mich schon auf’s T-Center. Ich habe die Zeit im Home Office durchaus genossen, aber irgendwann ist Zeit, wieder ins Büro zu gehen und freue mich schon drauf.

Wie erlebt Magenta Telekom die Krise? Man möchte ja meinen, dass Telekomunternehmen zu den großen Gewinnern der Krise zählen.

Wir haben gelernt, dass wir zur staatskritischen Infrastruktur gehören. Ohne Internet, ohne Konnektivität geht in dem Land sehr sehr wenig. Ich bin sehr froh, dass unser Netz und unsere Techniker bewiesen haben, dass wir dem Druck standhalten und unser Netz wirklich hervorragend funktioniert. es freut mich, dass wir unsere Kunden in den letzten Wochen wirklich gut bedienen konnten. Es ist natürlich zentral, dass Firmen weiter arbeiten können und dass alle über diesen Weg mit ihren Liebsten in Kontakt bleiben können.

Große Teile der Bevölkerung sitzen nach wie vor zu Hause und nutzen das Internet rund um die Uhr. Ist diese Corona-Krise der erste ganz große Belastungstest für die Netze?

Wir haben sehr viel Datenverkehr, aber auch sehr viel Sprachminuten, die gestiegen sind. Das war das Überraschende für uns, als wir in den ersten Wochen gesehen haben, dass die Zahl der Gespräche, aber auch die Sprachminuten signifikant gestiegen sind. Wir haben hier Steigerungsraten von 40, 50 Prozent. Es ist immer noch so, dass auch heute noch 30 bis 40 Prozent mehr gesprochen wird als zu „normalen“ Zeiten.

Die Leute wollen also mit ihren Liebsten und mit ihren Kollegen in Kontakt treten, und zwar über Telefon. Das ist ein Trend, den wir sehen, für diesen Ansturm haben wir uns rüsten müssen und haben unsere Netze in manchen Regionen nachgebessert.

Beim Datenverkehr ist es so, dass viele Streaming-Dienstleister die Qualität gedrosselt haben, das hilft uns. Wir sehen aber, dass zu Spitzenzeiten 20 bis 30 Prozent mehr Daten-Traffic keine Seltenheit waren. Das pendelt sich jetzt ein, aber natürlich schauen unsere Techniker drauf, dass die Qualität entsprechend gut bleibt.

Seht ihr bei Magenta Telekom neue Bedürfnisse bei bestimmten Kundengruppen?

Ws sehr auffällig ist, ist, dass im Bildungsbereich bei der Digitalisierung noch ein Weg zu gehen ist. Es freut mich sehr, dass wir 10.000 Datenpakete ans Bildungsministerium übergeben konnten, um Home Schooling zu unterstützen. Da gibt es extremen Bedarf, die Digitalisierung in den Schulen weiter voran zu treiben. Wir haben die Initiative „Connected Kids„, wo wir Tablets, Inhalte und Coaches für Volksschulen und Neue Mittelschulen zur Verfügung stellen, um das digitale Lernen weiter voranzubringen. Das ist ein Thema, das jetzt Schub bekommt, aber da müssen wir drauf bleiben, damit noch mehr passiert.

Welche Bedürfnisse gilt es, bei Unternehmenskunden zu decken?

Wir betreuen von der kleinen Tischlerei bis zur Stadt Wien verschiedenste Kunden. Wir sehen, dass sehr viele Unternehmen gut gerüstet waren, ins Home Office zu gehen. Viele internationale Firmen sind es bereits gewohnt, aus dem Home Office zu arbeiten, aber im öffentlichen Sektor etwa kam es zu einer kompletten Umstellung, weil da Home Office noch gar kein Thema war.

Ich höre wenig davon, dass es nicht funktioniert, sondern eher, wie überrascht Firmen sind, wie gut Home Office funktioniert. ich kann das gleiche von uns sagen. Wir sind über 2.000 Mitarbeiter, unser Call Center etwa wird komplett von zu Hause gemacht, und das Feedback der Kunden dazu ist sehr sehr gut. Ich glaube, die Krise lehrt uns, was alles mit Digitalisierung möglich ist und was wir uns auch danach behalten sollten.

Digitale Tool haben in der Krise enormes Wachstum gesehen – etwa Video-Conferencing-Tools. Welche Lösungen sind bei Unternehmen derzeit besonders gefragt?

Es beginnt alles bei der guten Konnektivität, das ist das Um und Auf. Viele Kunden haben wir kurzfristig mit so genannten „Fixed Mobile Substitution Router“, also Mobilfunk-Router ausgestattet, weil die sehr schnell anzuschließen sind. Das hat geholfen, dass einige Unternehmen über Nacht ins Home Office gehe konnten, weil die Mitarbeiter damit gute Konnektivität zu Hause bekommen haben.

Dann braucht man natürlich funktionierende Hardware. Da werden wir mit Bündel-Angeboten dafür sorgen, dass wir unseren Kunden noch bessere Produkte zur Verfügung stellen können. Dann geht es natürlich etwa darum, welche Video-Conferencing-Lösung man verwenden kann. Wir haben bei Magenta sehr stark WebEx im Einsatz und verkaufen Teams von Microsoft sehr sehr gut. Da haben wir derzeit auch ein spezielles Angebot: Sechs Monate gratis, das ist eine Lösung, die sehr sehr gut angenommen wird.

Darüber hinaus ist ein Thema ganz ganz wichtig: Security. Denn jetzt in der Krise wird sehr viel Schindluder getrieben, und da geht es jetzt darum, wirklich End-to-End-Security durchzuführen. Die Hardware muss gesichert sein, und man muss über gesicherte Kanäle kommunizieren.

Cyber-Attacken sind während der Umstellung auf Home Office stark angestiegen. Welche Security-Lösungen gibt es, die für Unternehmen wichtig sind?

Ein Kernthema ist VPN – also dass die Kommunikation vom Unternehmen zum Mitarbeiter im Home Office in einer geschützten Umgebung stattfindet. Das ist das Um und Auf, und dazu haben wir sehr sehr viele Nachfragen gehabt. Das andere ist der Hardware-Schutz, und wir haben auch Angebote dazu, dass man auch jetzt noch checken lässt, wie sicher mein Unternehmen ist. Wir bieten an, dass unser Team gemeinsam mit der T-Systems Unternehmen zu „hacken“, um die Learnings daraus in einem Workshop an das Unternehmen zurück zu geben. Darauf basierend kann man dann eine verbesserte Security aufbauen.

Magenta Telekom hat wie erwähnt auf Home Office umgestellt? Welche Erfahrungen habt ihr da gemacht, ein so großes Team auf Home Office umzustellen?

Es verlangt nach viel mehr Kommunikation. Wir in der Geschäftsführung hören uns zwei Mal pro Tag und tauschen uns so aus. Ich mit meinem Team habe jeden Tag einen Call, um uns Updates zu geben. Es ist wie Führen im Dunkeln – man muss gut miteinander kommunizieren, damit alle Abläufe wie am Schnürchen laufen. Über-Kommunizieren ist in der Krise definitiv ein Thema.

Man muss den Mitarbeitern, etwa durch die Zusatzbelastung bei Kindern zu Hause, auch genügend Freiraum geben und auf flexiblere Arbeitszeiten einstellen. Da kann es schon sein, dass manche Mitarbeiter auch mal um zehn Uhr abends abreiten, weil sie sich unter tags um die Kinder kümmern müssen.

Auch die Tools sind wichtig: Wir arbeiten etwa mit Confluence, damit wir uns die To-dos auch immer zusenden können und über geteilte Infrastruktur am Laufenden bleiben.

Denkst du, dass Home Office zum Standard werden wird? Bisher war es oft ein Goodie, der in Arbeitsverträgen dazu gegeben wurde.

Wir haben gesehen, dass das Arbeiten von unterschiedlichen Standorten aus Freiheiten gibt und dass es funktioniert. ich bin davon überzeugt, dass das bleiben wird und wir viel mehr von zu Hause aus arbeiten werden. ich glaube aber auch, dass man sich auch immer wieder im Büro treffen wird müssen, um etwa in Workshops einen Austausch kreativer Natur zu haben. Das wird weiterhin notwendig sein.

Die Telcos, die großen Internet-Anbieter sind vermeintliche Krisengewinner – oder trifft diese Krise auch sie?

Wir kommen als Telcos sicher mit einem blauen Auge davon. Wir haben auch Umsätze, die komplett weg sind. Das komplette Roaming ist weg, es gibt keine Visitoren mehr, die aus dem Ausland kommen und unser Netz benutzen. Das ist auf Null reduziert und signifikant. Zusätzlich rechnen wir auch damit, dass es Zahlungsausfälle geben wird, weil eine höhere Anzahl an Firmen in Konkurs gehen wird. Und das dritte Thema ist, dass die Nachfrage nach den neuesten Smartphones zurück geht. Das sind drei Einflussfaktoren, die auch unser Ergebnis zentral bestimmen werden.

Wir bemühen uns sehr, unseren Bestandskunden zu zeigen, wie wichtig sie uns sind und haben spezielle Aktionen wie im April, wo Kunden zehn Gigabyte geschenkt bekommen haben. Ich hoffe, dass wir so zeigen können, dass unsere Kunden gut bedient werden.

Wenn du in fünf Jahren auf diese Krise zurückblicken wirst – was denkst du, was wird das große Learning aus dieser Zeit sein?

Ich glaube, dass man jetzt viele Fotos machen muss und viele Zitate niederschreiben muss. Vor drei Monaten hätte niemand geglaubt, dass wir sechs, sieben Wochen nicht zum Friseur gehen können, das wir kein Restaurant besuchen können. Ich glaube, dass diese Krise ein enormer Schub für die Digitalisierung ist, und das ist auch die Chance, die ich darin sehe.

Mehr anzeigen