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Kreditkarten für Startups: Britische Railsbank will Wirecard-Tochter kaufen

© TenX, Crypto.com / Montage Trending Topics
© TenX, Crypto.com / Montage Trending Topics

Die Aufspaltung des insolventen Wirecard-Konzerns hat begonnen. Nach dem Skandal um fehlende 1,9 Milliarden Euro in der Bilanz von 2019 und der internationalen Suche nach dem flüchtigen Ex-Manager Jan Marsalek versuchen Unternehmen nun, sich die Rosinen aus dem zerbröselnden Kuchen zu picken. Es sollen mittlerweile rund 140 potenzielle Käufer sein, die an Teilen bzw. an Assets von Wirecard interessiert sind.

Auch die britische Railsbank, selbst ein 2016 gegründetes Startup im Fintech-Bereich, hat nun gegenüber Sifted bestätigt, die britische Wirecard-Tochter Wirecard Card Solutions (WCS) zu übernehmen. Zu einem Kaufpreis gibt es keine Informationen, jedenfalls soll die Übernahme bis November beendet werden.

WCS im Visier der britischen Finanzaufsicht

Die WCS ist ein sehr interessanter Teil des Geschäfts des gefallenen deutschen Fintech-Riesen. Denn WCS ist jenes britische Unternehmen, über das eine ganze Reihe von Fintech-Startups ihre Kreditkarten ausgegeben haben oder hatten. Dazu zählen bzw. zählten etwa Curve, TenX, Holvi, Crypto.com, Revolut, Pockit oder Soldo. Partner sind die Kreditkartenunternehmen Visa und Mastercard. Insgesamt soll WCS rund 70 Kunden gehabt haben.

WCS ist dieses Jahr einer breiteren Öffentlichkeit aufgefallen, weil die britische Finanzaufsicht FCA (Financial Conduct Authority) kurz nach dem Bekanntwerden der Wirecard-Insolvenz im Juni veranlasste, dass die WCS kurzfristig keine regulierten Tätigkeiten mehr ausführen darf. Die Folge: Die Nutzer von TenX, Crypto.com, Holvi oder Curve konnten ihre Kreditkarten einige Tage lang nicht benutzen. Später konnte der reguläre Betrieb wieder aufgenommen werden.

Banking as a Service

Mit Railsbank könnte WCS nun einen Käufer bekommen, der gut zum Geschäft passt. Die Firma mit Hauptsitz in London bietet Open Banking Services an. Via APIs sollen sich Kunden quasi selbst ihre Bank-Dienstleistungen zusammen stoppeln können – und dazu gehört auch die Ausgabe von Bankkarten. Mit dem Crypto-Startup Socios.com etwa hat Railsbank kürzlich einen neuen Kunden gewonnen und bietet neuerdings „Credit Card as a Service“ in den USA an.

Neben Railsbank gibt es mit dem deutschen Fintech solarisBank einen jungen, durch den Wirecard-Skandal erstarkten Player in dem Bereich. Auch solarisBank, kürzlich durch eine Infusion von 60 Millionen Euro gestärkt, gibt Bankkarten für Startups aus – etwa Tomorrow, Trade Republic oder Kontist.

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