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Krankenhäuser könnten Fieber mit Kameras auf 9 Meter Entfernung messen

Fiebermessen durch Wärmebildkameras © Taurus
Fiebermessen durch Wärmebildkameras © Taurus

Egal ob an Grenzübergängen, am Eingang des Bundeskanzleramtes oder beim Betreten eines Krankenhauses: An allen kritischen Orten wird dieser Tage Fieber gemessen, um das häufigste Indiz für eine Ansteckung mit dem Coronavirus zu prüfen. Gemessen wird üblicherweise auf Distanz mit Handgeräten, die auf eine Entfernung von etwa einem Meter die Stirntemperatur feststellen können.

Bei größeren Menschenmengen kann das ganz schön lange dauern, wie die Staus am Grenzübergang nach Italien am Brenner gezeigt haben. Wärmekameras könnten überall dort helfen, wo manuelles Messen aus Personal- oder Zeitgründen nicht effizient ist und das österreichische Sicherheitsunternehmen Taurus hat sich in Krisenzeiten genau darauf spezialisiert: Fieber-Screening auf Distanz. „Mit Kameras kommt man auf einen Abstand von bis zu neun Metern“, erklärt Taurus-Geschäftsführer Thomas Urbanek.

Bis zu 30 Menschen gleichzeitig

Die speziellen Wärmebildkameras können laut dem Anbieter bei bis zu 30 Menschen gleichzeitig die Körpertemperatur auswerten. Die Genauigkeit liegt dabei laut Taurus bei +/- 0,5 Grad Celsius. Wird ein bestimmter Grenzwert überschritten, schlägt die Kamera Alarm und kann auch eine Benachrichtigung an bestimmte Personen oder Abteilungen schicken. Das könnte laut Urbanek derzeit in vielen Bereichen hilfreich sein: In Produktionsbetrieben zur täglichen Fiebermessung der Belegschaft, bei öffentlichen Stellen wie dem AMS, an Grenzen, im Handel oder eben in Krankenhäusern.

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Wiener Unfallkrankenhaus

„Aktuell soll die erste Installation in einem Wiener Unfallkrankenhaus noch Ende dieser Woche erfolgen“, freut sich Urbanek, dass die Lösung gut ankommt. Für einige Bereiche könnte allerdings der Preis eine Hürde sein. „Handgeräte in der Anschaffung günstiger und die am einfachsten zu bedienende Fever-Screening-Lösung“, weiß der Sicherheitsexperte. Aber auch beim Einsatz von Handgeräten gebe es vielfach Verbesserungsbedarf. An der Grenze würden nämlich solche Geräte eingesetzt, die unmittelbar an die Stirn gehalten werden müssen. Ein ausreichender Sicherheitsabstand kann dann schwierig sein. Taurus bietet auch Handgeräte mit Thermalfunktion an, die einen Abstand von bis zu 1,5 Meter ermöglichen. Kostenpunkt: Rund 1700 Euro pro Gerät.

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