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Kraken, Coinbase, Bitstamp und Co.: Die wichtigsten Bitcoin-Tauschbörsen im Überblick

© Coinbase, Kraken, Bitstamp, Cex.io/Montage Trending Topics
© Coinbase, Kraken, Bitstamp, Cex.io/Montage Trending Topics

Aller Anfang ist schwer. Seit der Preis für Bitcoins in die Höhe geschossen ist und ICOs mehr und mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen, wachsen auch die Börsen wie Pilze aus dem Boden. Einsteiger müssen ein paar Parameter beachten, bevor sie sich in die hochriskante Welt der alternativen Währungen stürzen können. Wir beleuchten heute die wichtigsten Tauschbörsen, die den Handel zwischen Fiat- und Kryptowährungen zulassen. Wie funktionieren die Identifikationsverfahren? Wie lange dauert die Zulassung? Welche Gebühren fallen an? Mit welchem Zahlungsmittel ist die Überweisung am besten?

Was ist eine Tauschbörse?

Tauschbörsen sind Websites, auf denen man Kryptowährungen entweder gegen andere digitale Währungen oder gegen Dollar oder Euro kaufen oder verkaufen kann. Für professionelle Trader haben einige Anbieter Chart-Tools und bieten verschiedene Hebel (z.B. Leverages, Futures) an, die man von herkömmlichen Börsen kennt.

Was man im Vorfeld beachten muss

Im Grunde muss man zwischen drei verschiedenen Typen von Anbietern unterscheiden. Fixpreistrader (u.a. österreichische Anbieter wie Bitpanda und Coinfinity) kaufen Kryptowährungen auf den global agierenden Tauschbörsen (z.B. Kraken, Bitstamp), die den Handel zwischen Fiat- und Kryptowährungen zulassen, je nach Preislage die nachgefragten Volumina zu. Reine Kryptobörsen (z.B. Bittrex) akzeptieren ausschließlich Bitcoins als Einstiegswährung. Diese Bitcoins kann man dann gegen Ethereum, Litecoin usw. tauschen.

Heute kümmern wir uns um die Tauschbörsen, die weltweit das größte Handelsvolumen auf sich vereinen.

  • Transaktionskosten

Tauschbörsen berechnen ihre Transaktionskosten üblicherweise nach der Höhe der Einlage. Je mehr Gesamtvolumen auf dem Konto eines Nutzers anzufinden ist, desto günstiger sind die Transaktionskosten bei nachfolgenden Aktivitäten. Üblicherweise liegen sie bei 0,1 bis 0,2 Prozent bei geringen Einlagen (bis 50.000 Euro) und 0,0 Prozent (ab 1.00.000 euro Einlage). Gebühren fallen jeweils pro Trade an und werden als Prozentsatz aus dem jeweiligen aktuellen Börsenwährungsvolumen des Handels berechnet. An einem ruhigen Handelstag sind sie geringer. Bei Behebung eines Teil des Volumens fällt ebenfalls eine Gebühr an, die sich z. B. bei Kraken auf 0.0025 Bitcoin beläuft.

  • Identifikation

Eine zwingende Identifikation via Passkopie ist meistens Voraussetzung, um den Handel auf seriösen Tauschbörsen zu starten. Die Anbieter haben verschiedene Stufen eingezogen, die unterschiedliche Berechtigungen und handelsbare Tages- bzw. Monatsvolumina zulassen. Bei einigen Anbietern reichen für die maximalen Berechtigungen Passkopie und Mail-Adresse nicht aus. Zusätzlich wird eine Bestätigung über den Aufenthaltsort (etwa ein Screenshot der Strom- oder Betriebskostenabrechnung oder eine Kreditkartenabrechnung mit der Wohnadresse) eingefordert. Der Approval-Prozess kann aufgrund des hohen Aufkommens und des Verwaltungsaufwands mehrere Wochen in Anspruch nehmen, ist zumeist aber innerhalb von sieben Tagen abgeschlossen. Bei längerer Wartezeit empfiehlt sich eine knappe Mail an den Support-Dienst.

  • Überweisungen

Üblicherweise nehmen große Tauschbörsen keine Zahlungen via Kreditkarte an. Cex.io und Coinmama bieten Einzahlungen via Kreditkarte an, langen dann aber bei den Gebühren kräftig zu. Bei Kraken etwa heißt es, dass „digitale Asset-Transaktionen nahezu zeitgleich und irreversibel passieren und so das Risiko von Betrug via Kreditkarte oder ähnlichen Zahlungsmitteln zu hoch ist.“ Die Überweisung via SEPA ist sicher und günstig, dauert aber bis zu vier Werktage. Eine lange Zeit in der hoch volatilen Krypto-Welt.

  • Reputation

Vertrauen ist das wichtigste Gut, wenn es um Geld geht. Das ist bei Kryptobörsen nicht anders. Bestenfalls verlässt man sich auf die Erfahrungen anderer Nutzer. Heiß diskutiert werden die bei Reddit oder bei Bitcointalk.

  • Sicherheit

Mt. Gox lässt grüßen. Nach dem Skandal um die „verschwundenen“ Bitcoins im Jahr 2014 musste die ehemals größte Börse zusperren. Generell sind Tauschbörsen ein beliebtes Angriffsziel von Hackern. Es empfiehlt sich die Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) via Google Authenticator zu nutzen und sich ein Hard Wallet (etwa von Trezor) zuzulegen, um das eigene Guthaben sicher zu verwahren.

Die gängigsten Tauschbörsen im Vergleich (Euro <-> Krypto)

Gebühren Währungen Zahlungsmittel Identifizierung
Bitstamp
(LUX)

absteigend nach Volumen zwischen 0,25 und 0,1 Prozent*
Bitcoin (BTC)
Ethereum (ETH)
Litecoin (LTC)

SEPA-Überweisung

+ E-Mail-Adresse
+ Pass-Verifizierung via Video-Chat
Cex.io
(GB)
absteigend nach Volumen zwischen 0,2 und 0,1 Prozent*
Kreditkarte: 3,5 Prozent plus 25 $-Cent
Bitcoin (BTC)
Bitcoin Cash (BCC)
Ethereum (ETH)
SEPA-Überweisung
Kreditkarte
+ E-Mail-Adresse
+ Pass-Verifizierung via Video-Chat
+ Postadresse und persönliche Angaben
Coinbase
(US)
1,49 Prozent pro Transaktion
Kreditkarte: 3,99 Prozent
Bitcoin (BTC)
Ethereum (ETH)
Litecoin (LTC)
SEPA-Überweisung
Kreditkarte
+ E-Mail-Adresse
+ Pass-Verifizierung via Video-Chat
Coinmama
(SK)
6,30 Prozent Bitcoin (BTC)
Litecoin (LTC)
Kreditkarte MoneyGram
Western Union
+ E-Mail-Adresse
+ Pass-Verifizierung via Video-Chat
+ Postadresse und persönliche Angaben
Kraken
(US)
absteigend nach Volumen zwischen 0,26 und 0,02 Prozent* Bitcoin (BTC)
Ethereum (ETH)
Litecoin (LTC)
Bitcoin Cash (BCC)
u.a.
SEPA-Überweisung + E-Mail-Adresse
+ Pass-Verifizierung via Video-Chat (eingeschränkter Handel)
+ Aufenthaltstitel (uneingeschränkter Handel)

* je mehr der Nutzer kauft, desto weniger Gebühren bezahlt er

Anmerkung: Solltest Du eine wichtige Börse, bei der man mit Euro zahlen kann, vermissen, schreib´s in die Kommentare, und wir werden sie in die Liste aufnehmen.

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