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kompany: Wiener RegTech-Startup holt sich weiteres Millioneninvestment, um international zu wachsen

Andrew Bunce (Head of Product), Johanna Konrad (CSO), Peter Bainbridge-Clayton (CTO) und Russell E. Perry (CEO) von kompany. © vyhnalek.com
Andrew Bunce (Head of Product), Johanna Konrad (CSO), Peter Bainbridge-Clayton (CTO) und Russell E. Perry (CEO) von kompany. © vyhnalek.com

„Regulatory Tech“, kurz RegTech, ist ein Schlagwort, das in Österreich vor allem das Wiener Startup kompany prägt. Die Firma, die 2012 von Russell Perry (Ex-123people) gegründet wurde, bietet Unternehmen gegen Gebühr Zugang zu amtlichen Handelsregisterinformationen von mehr als 100 Millionen Firmen in mehr als 150 Ländern. So sollen KYC- und Compliance-Prozesse bzw. die Vorgaben zu Anti-Geldwäsche-Richtlinien von Unternehmen einfacher erfüllt werden können. Der Zugang zu den Daten kostet im Standardpaket pro Jahr 30.000 Euro bzw. 2.500 Euro pro Monat, zusätzlich gibt es auch maßgeschneiderte Angebote für KMU.

Nun hat kompany eine weitere Finanzierungsrunde bekannt gegeben, die laut CEO Perry im „niedrigen siebenstelligen Bereich“ liegt. Als institutionelle Investoren treten Mitglieder des European Super Angels Club (ESAC) auf – der Club wurde 2017 von Unternehmensberater KPMG und Venionaire Capital rund um Berthold Baurek-Karlic gestartet. Für den ESAC ist kompany das fünfte Investments nach Finanzspritzen für Butleroy, firstbird, Grape und Yodel.io.

Deep-Learning-Engine durchstöbert PDFs

Bei kompany arbeiten derzeit rund 25 Mitarbeiter, Kunden sind laut Perry Finanzinstitute, Versicherungen und „verstärkt auch immer mehr der Mittelstand“. Zwar sehe man bereits Cashflow-positive Quartale, doch das frische Risikokapital sei notwendig, um Produkt und Vertriebsnetzwerk auszubauen und sich auf eine große nächste Finanzierungsrunde vorzubereiten. „Das Geld geht hauptsächlich in die IT und ins Produkt sowie in den Ausbau des Vertriebsnetzwerks“, sagt Perry. Dieses Jahr wolle man satte 1,5 Millionen Euro ins Produkt selbst investieren.

kompany zapft wie eingangs erwähnt Handelsregisterinformationen in mehr als 150 Ländern an, damit Kunden etwa Informationen zu Funktionsträgern, Gesellschaftern oder Gesellschaftsverträgen von Handelspartnern oder Lieferanten online abrufen können. Weil aber derzeit immer noch rund 90 Prozent dieser Dokumente als nicht maschinenlesbare PDFs vorliegen, soll künftig eine Deep-Learning-Engine diese digitalen Dokumente in Echtzeit analysieren und die enthaltenen Informationen automatisiert verarbeiten können.

Aus der GmbH wird eine AG

Außerdem hat kompany die Gesellschaftsform gewechselt und ist seit 2018 eine Aktiengesellschaft (AG) und nicht mehr eine GmbH. „Das ist im regulierten Bereich wichtig. Dem haben wir damit Rechnung getragen“, sagt Perry.“Für die internationale Ausrichtung und internationale Investoren ist die AG ebenfalls vorteilhaft.“

Vor etwas mehr als einem Jahr hat kompany bereits Risikokapital aufgenommen. Im Mai 2017 wurde eine Investmentrunde im Millionenbereich (im unteren siebenstelligen Bereich, hieß es damals) von  I.E.C.T. Capital Partners unter der Leitung von Hermann Hauser sowie Stefan Schneider vom Münchner Beteiligungsunternehmen floor13.de sowie weiteren Investoren bekannt gegeben (Trending Topics berichtete).

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