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Klarna: Schwedische Finanzaufsicht ermittelt wegen IT-Fehler

Die Klarna-App. © Klarna
Die Klarna-App. © Klarna

Im Mai war die schwedische Payment- und Shopping-App Klarna von einem technischen Fehler betroffen, durch den etwa 90.000 User fremde Kundendaten sehen konnten (Trending Topics berichtete). Auch wenn die Betreiber das Problem in nur wenigen Minuten beheben konnten, war der Schaden bereits angerichtet. Jetzt hat der Fehler, der laut den App-Betreibern aus menschlichem Versagen resultierte, rechtliche Konsequenzen. Die schwedische Finanzaufsicht hat eine Inspektion gegen das Fintech wegen möglicher Verletzungen des Bankgeheimnisses eingeleitet.

Klarna: Technischer Fehler offenbarte 90.000 Nutzern fremde Kontodaten

Klarna hat Untersuchung erwartet

„Wir werden untersuchen, ob Klarna seine Vertraulichkeitspflicht im Zuge des IT-Zwischenfalls verletzt hat. Diese Angelegenheit fügen wir einer bestehenden Investigation über die Arbeit des Unternehmens im Bereich Information und Cybersecurity hinzu“, heißt es von der schwedischen Behörde. Die bestehende Untersuchung habe die Finanzaufsicht bereits im März eingeleitet. Bei dem Datenleck konnten User Informationen zur Bezahlhistorie, Telefonnummern oder Zustellungen von anderen sehen. Tatsächliche finanzielle Informationen über Individuen gehörten laut den App-Betreibern jedoch nicht dazu. Dabei sei es komplett zufällig gewesen, wessen Daten sie einsehen konnten.

Gegenüber Reuters gibt Klarna an, dass die Untersuchung nicht unerwartet kommt. Schon im Mai hat das Fintech angegeben, selbst die Behörden über den Fehler aufmerksam gemacht zu haben. Das Unternehmen stehe regelmäßig im Dialog mit der Finanzaufsicht und wolle auch in dieser Angelegenheit mit ihr kooperieren. Dabei wolle das Unicorn vollständige Transparenz bieten. Immer wieder kommt es bei dem Unternehmen zu rechtlichen Schwierigkeiten, unter anderem auch in Österreich. Erst im März hat die Arbeiterkammer wegen unklaren Geschäftsbedingungen  mit einer Klage gegen Klarna gedroht (Trending Topics berichtete). Bisher gab es von dieser Seite allerdings noch keine konkrete Maßnahme.

Klarna: Arbeiterkammer will wegen unklaren Geschäftsbedingungen klagen

Fintech ist weiter auf Erfolgswelle

Abgesehen von Problemen mit den Behörden befindet sich Klarna momentan weiterhin auf der Erfolgswelle. Es handelt sich bei dem Unternehmen immer noch um Europas größtes Fintech. In seiner jüngsten Finanzierungsrunde im Juni konnte die 2005 gegründete Firma 525 Millionen Euro einsammeln. Damit ist die Bewertung auf 37,5 Milliarden Euro gestiegen (Trending Topics berichtete).

Klarnas nächste Mega-Runde: Noch einmal 525 Mio. Euro für Europas Fintech Nr. 1

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