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Klarna: Milliarden-Investment lässt Bewertung auf 31 Mrd. Dollar steigen

Klarna-Mitarbeiter in Berlin. © Klarna
Klarna-Mitarbeiter in Berlin. © Klarna

Und zack, da ist die Bestätigung der Gerüchte, die es am Markt Ende vergangener Woche gab. Der schwedische Buy Now Pay Later-Dienst (BNPL) Klarna holt sich in einer massiven neuen Finanzierungrunde eine Milliarde Dollar und den Titel als Europas wertvollstes Unicorn zurück. Die Post-Money-Bewertung liegt nun bei 31 Milliarden Dollar – das ist doppelt so viel wie das zweit wertvollste private Fintech in Europa, Checkout.com aus Großbritannien. Zu den Investoren gehören Silver Lake, Sequoia Capital, Bestseller Group, Atomico, VISA, Ant Group und Permira.

Klarna hat im Krisenjahr 2020 starkes Wachstum gezeigt und erstmals in seiner Geschichte einen Umsatz von etwa einer Milliarde Dollar gemacht – wenn auch bei hohen Kosten. Im Geschäftsjahr 2020 blieb unterm Strich ein Verlust von 167 Millionen Dollar übrig. Doch Investoren zeigten sich trotzdem aggressiv – Klarna zufolge soll die Finanzierungsrunde vierfach überzeichnet worden sein. 87 Millionen Nutzer, davon 15 Millionen aus den USA, sollen den schwedischen Dienst bereits zum Bezahlen im Netz bzw. auch im stationärem Handel nutzen. 250.000 Händler haben Klarna weltweit integriert, darunter H&M, Spotify, Peloton, Expedia, Nike oder Deutsche Bahn. Klarna ist insgesamt in 17 Ländern tätig.

Klarna steht trotz Erfolgskurses vor zahlreichen Herausforderungen. In den USA hat man mit Affirm einen mittlerweile börsennotierten Konkurrenten, und Aufsichtsbehörden haben ein immer schärferes Auge auf die BNPL-Dienste, weil sie Konsumenten auch dazu bewegen können, Geld auszugeben, dass sie später nicht zurückzahlen können.

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Banking als Zukunftsgeschäft

„Verbraucher wollen transparente Produkte für Bankgeschäfte, Einkäufe und Bezahlvorgänge, die sich ihrem Lebensstil anpassen und keine veralteten, traditionellen Angebote. Jeder Einzelne von uns bei Klarna wird weiterhin hart daran arbeiten, aber es ist auch an der Zeit, dass wir uns zusätzlich auf die Bewältigung größerer, komplexerer Probleme konzentrieren. Ich glaube, dass unsere Branche die Verantwortung hat, auch zur Lösung globaler Nachhaltigkeitsprobleme beizutragen, und ich hoffe, dass sich andere unseren Ambitionen anschließen werden“, so Klarna-CEO Sebastian Siemiatkowski, Chef von rund 3.500 Mitarbeitern, in einer aktuellen Aussendung.

Er will ein Prozent des eingeworbenen Kapitals (also zehn Millionen Dollar) an eine neu gegründete Initiative spenden, die sich auf die „wichtigsten Nachhaltigkeits-Herausforderungen“ auf der ganzen Welt konzentriert. Diese Initiative soll am 22. April starten. Man wolle nicht nur eine bessere Banking-Industrie mitbauen, sondern eben auch etwas für den Kampf gegen die Klimakrise tun.

Für Klarna wird es neben weiterem Wachstum in Europa, den USA und in China (auch Ant Group ist investiert) auch darum gehen, mehr zu einer Neobank zu werden. Nach dem Start von Bankkonten in Deutschland und Schweden ist immer häufiger die Rede von Bankgeschäften. „Es gibt eine strukturelle Verschiebung seitens der Verbraucher, weg von revolvierenden Kreditlinien hinzu Debitkarten. Dementsprechend sind die einfacheren Alternativen von Klarna nah an den globalen Vorlieben von Verbraucher ausgerichtet und werden so das weltweite Wachstum von Klarna vorantreiben“, heißt es aus dem Unternehmen.

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