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Klarna berechnet jetzt den CO2-Fußabdruck von gekauften Produkten – mit Unschärfen

© Klarna
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Klarna, das ist nicht einfach nur ein Payment-Dienstleister, sondern für immer mehr Menschen eine Shopping-App, in der die Ratenzahlungsfunktion der Schweden tief integriert ist. Dem milliardenschweren Scale-up aus Skandinavien zufolge verwenden 18 Millionen Kunden monatlich die App, um dort Waren – vom Turnschuh bis zum Ikea-Regal – aller Art zu bestellen. Künftig könnte daa digitale Shopping-Vergnügen ein wenig getrübt werden.

Denn ab dem 22. April wird die Klarna-App den CO2-Fußabdruck der Nutzer tracken und ihnen durchschnittlichen kgCO2-Wert für jeden ihrer Einkäufe direkt vor dem Abschluss des Kaufs anzeigen. „Diese Informationen sollten kein Aufpreis oder Luxus bedeuten, für den Verbraucher:innen zahlen müssen. Vielmehr sollten sie eine wesentliche Rolle beim täglichen Einkauf spielen. Aus diesem Grund haben wir uns für ein Upgrade der Klarna-App entschieden, um all unseren Kund:innen weltweit Zugang zu ihrem CO2-Fußabdruck zu geben, der beim Shoppen entsteht. Wir alle treffen Entscheidungen, die sich auf unsere Umwelt und unseren Planeten auswirken. Deshalb ist es wichtig, dass jede:r die Möglichkeit hat smarte Entscheidungen zu treffen, was unser Klima betrifft“, sagt Sebastian Siemiatkowski, CEO von Klarna.

Siemiatkowski hat sich für seine Firma im Rahmen eines Milliarden-Investments dazu bekannt, mehr für den Klimaschutz zu tun, und dafür zehn Millionen Euro bereit gestellt. Um den CO2-Wert für die getätigten Einkäufe berechnen zu können, greift die App via API auf den so genannten Åland-Index zu, der 2016 von der Ålandsbank eingeführt und in Zusammenarbeit mit S&P Global Market Intelligence und Trucost weiterentwickelt wurde. Das schwedische Unternehmen Doconomy zurück verwaltet den Index und betreibt unter anderem die Programmierschnittstelle, über die die Klarna-App auf die Daten zugreift.

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Derzeit nur auf Basis der Händlerkategorie

Wie berechnet der Åland-Index also den CO2-Fußabdruck eines Produkts? Da gibt es am Ende doch einige Unschärfen. Denn der CO2-Wert wird auf Basis der Händlerkategorie berechnet. „Das bedeutet, dass der Index zwischen Einkäufen beim Blumenhändler oder beim Zahnarzt unterscheiden kann, aber nicht weiß, ob jemand Rosen oder Tulpen gekauft hat“, heißt es seitens Klarna und Doconomy. Der Index würde vom Wirtschaftsprüfer EY als unabhängige dritte Partei regelmäßig überprüft und aktualisiert. „Der Zweck des Åland-Index ist es, das Bewusstsein dafür zu schärfen, wie unser Lebensstil das Klima beeinflusst, und positive Verhaltensänderungen zu fördern, jedoch ist die vergangene Performance kein Hinweis oder Garantie für zukünftige Ergebnisse.“

Im Klartext bedeutet es, dass Klarna und Doconomy Konsumenten einen Eindruck geben wollen, wie viel CO2 sie durch Konsum verursachen – korrekt im engeren wissenschaftlichen Sinn sind die Daten nicht. Das so etwas auch nur sehr schwer zu berechnen ist, sagte kürzlich auch Markus Linder, Gründer und CEO der Shopping-App inoqo, im Interview. „Die CO2-Einschätzungen basieren derzeit auf der Kategorie. Wir gehen aber dazu über, produktspezifische CO2-Werte zu berechnen“, so Linder, dessen App Konsumenten ebenfalls ein Gefühl für die von gekauften Produkten verursachten Folgen geben soll „Immer mehr Retailer wollen uns proaktiv Daten bereitstellen. Wir wollen bis hinunter zum Marktstand eine Aussage treffen können, wie der Impact ist. Ganz genau im wissenschaftlichen Sinn ist man nie, aber es geht darum, dass wir die Kaufentscheidungen treiben können.“

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