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ICO-Probleme

Kik: Messaging-App wird an Whisper-Macher MediaLab verkauft

© Kik
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Aufmerksame Social-Media-Enthusiasten können sich sicher noch an jene Phase erinnern, als Apps wie Whisper und Secret mehr Anonymität für Nutzer versprachen. Michael Heyward aus Los Angeles etwa hat mit seiner Firma MediaLab die App Whisper vor rund acht Jahren auf den Markt gebracht, um es Usern zu ermöglichen, intime Details und Insights ohne Angabe von Identitäten im Netz veröffentlichen zu können.

Nun hat MediaLab sein App-Portfolio erweitert, und zwar um die kanadische Messaging-App Kik, die in den letzten Monaten in Schwierigkeiten gekommen ist. Denn die Firma von Gründer Ted Livingston ist in einen teuren Rechtsstreit mit der US-Börsenaufsicht SEC geraten und hätte Kik mit Ende des Monats abdrehen müssen. Doch der Käufer MediaLab will nun dafür sorgen, dass die bei nordamerikanischen Teenagern beliebte Messaging-App am Leben bleibt. Neben Whisper und Kik gehören auch die Apps DatPiff und Manga Life zu MediaLab.

Neuer Eigentümer bringt Werbung in die App

„Auf die Gefahr hin, kitschig zu klingen, glauben wir immer noch leidenschaftlich an das, was das Internet in seinen Anfängen zu bringen versprach – eine vernetzte und gemeinsame Erfahrung unter den Menschen, unabhängig von Geographie und Zeitzone“, heißt es seitens MediaLab. „Als eine Gruppe von Nichtkonformisten schwingen wir mit dem Kik-Ethos mit und sind der Meinung, dass dies eine Community ist, die wir unterstützen wollen.“ Der neue Eigentümer verspricht, die App künftig schneller, verlässlicher und weniger fehleranfällig zu machen.

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Was den bestehenden Nutzern aber am meisten auffallen wird: MediaLab wird Werbung in die App bringen, um sie zu monetarisieren. „Wir wissen, dass einige von euch diese Idee vielleicht nicht lieben, aber planen wir, sie [die Werbung, Anm.] so zu machen, dass sie nicht aufdringlich ist und in keiner Weise von dem ablenkt, was Kik großartig macht“, heißt es seitens MediaLab. Man wolle auf großformatige Ads verzichten.

Zusammenarbeit mit KIN geplant

Kik-Gründer Ted Livingston wird sich künftig der Weiterentwicklung der Kryptowährung KIN widmen. Diese hat ihm den Ärger mit der SEC eingebrockt. 2017 wurden während einem ICO KIN-Token im damaligen Gegenwert von rund 100 Millionen Dollar verkauft. Die US-Börsenaufsicht ist der Meinung, dass das als Verkauf von Wertpapieren angemeldet hätte werden müssen. Doch Livingston besteht darauf, dass KIN-Token keine Securities sind. Mit einer kleinen Truppe will er das Ökosystem von KIN weiter ausbauen.

Und zu diesem Ökosystem soll künftig auch die Kik-App gehören. „Wir sind Fans von KIN und glauben an sein langfristiges Potenzial. Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit mit Ted und seinem Team beim Ausbau der KIN-Integration und haben Pläne, das Projekt weiter zu unterstützen“, heißt es seitens MediaLab.

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