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Kapsch TrafficCom: „Nachhaltige Mobilität beginnt mit vernetztem Verkehrsmanagement“

Marcus Handl, EVP Corporate Development bei Kapsch TrafficCom. © Kapsch
Marcus Handl, EVP Corporate Development bei Kapsch TrafficCom. © Kapsch

Unsere Mobilität steht vor gewaltigen Umbrüchen – und zwar nicht nur, weil das Elektroauto im nächsten Jahrzehnt die Straße für sich gewinnen wird, sondern auch, weil das Verkehrs-Management an sich komplett neu gedacht wird. Denn mittels smarter Vernetzung und Sensorik wird es nicht nur möglich sein, Staus zu vermeiden, sondern durch intelligentes Mobilitäts-Managment zu autofreien Straßen beizutragen.

Im Interview spricht Marcus Handl, EVP Corporate Development bei Kapsch TrafficCom, über die Unternehmensstrategie 2027, über die Vermeidung von Staus und die Senkung der Feinstaubbelastung.

Herr Handl, Kapsch TrafficCom hat sich in der Unternehmensstrategie 2027 Nachhaltigkeit im Verkehrs-Management zum Ziel gesetzt. Wie sieht die neue Vision aus?

Marcus Handl: Mit intelligenten Mobilitätslösungen ermöglichen wir unseren Kunden weltweit, nachhaltig zu agieren: Denn die effiziente Steuerung von Verkehr führt zu weniger Staus und trägt somit auch zur Reduktion von CO2-Emissionen und der Feinstaubbelastung bei. Auch unser Ziel ist ein signifikanter Beitrag zur Klimaneutralität. Deshalb arbeiten wir bereits intensiv an unterschiedlichen Maßnahmen, um dieses Ziel schnellstmöglich zu erreichen.

In unserer neuen Broschüre zu nachhaltiger Mobilität wollen wir beispielsweise aufzeigen, dass Nachhaltigkeit immer an der Basis beginnt, nicht erst bei den Lösungen. Der ökologische Footprint der gesamten Kapsch TrafficCom Group zählt. Unsere Produkte weisen von der ersten Idee bis zum End-of-Life einen grünen Produkt-Lebenszyklus auf. Der ökologische Aspekt soll dabei auch in die Vergabe von neuen Projekten einfließen.

Kapsch TrafficCom: Wie man mit Daten die Klimakrise bekämpft

Der Verkehr ist natürlich ein sehr großer Hebel, um CO2-Emissionen und die Feinstaubbelastung zu senken. Was kann man da herausholen?

Zur Bekämpfung der negativen Auswirkungen auf die Umwelt und die öffentliche Gesundheit durch umweltschädliche Fahrzeuge arbeiten Länder und Städte ja bereits an einer Umgestaltung ihrer Verkehrsstrategien. Insbesondere umweltfreundliche Verkehrsmittel rücken dabei immer mehr in den Fokus der Investitionen.

Das reicht von E-Mobilitätsprogrammen in Stadtzentren bis hin zur Schaffung von Flächen im Straßennetz für Busspuren, Radwege bis hin zu den Infrastrukturen für Straßenbahnen. Umweltfreundliche Transportoptionen sind letztlich auch der Schlüssel zu einem zukunftsfähigen Verkehrskonzept. Allerdings besteht auch dringender Bedarf, die Emissionen von Millionen von Fahrzeugen im weltweiten Straßennetz rasch senken zu können.

Nachhaltige Mobilität beginnt hier für mich mit einem vernetzten Verkehrsmanagement: Neben der Optimierung des Verkehrsflusses auf stark befahrenen Straßen bzw. der Vermeidung von Staus führt dieser Ansatz nämlich dazu, dass VerkehrsteilnehmerInnen ihr Fahrverhalten ändern, wodurch auf den Straßen Freiraum für umweltgerechtere Verkehrsalternativen geschaffen werden kann.

Neue Autos sind zunehmend mit mobilem Internet und dutzenden Sensoren gespickt. Was bedeutet das für die Maut-Systeme der Zukunft?

Mautsysteme und deren Betrieb werden sich in den kommenden Jahren grundlegend verändern. Während in den Mautlösungen von heute vor allem spezielle Geräte wie On-Board Units (OBUs) als Benutzeroberfläche zum Einsatz kommen, sehen wir in Zukunft einen kontinuierlichen Übergang zu Maut-Apps, die auf Smartphones oder im Fahrzeug integriert sind.

Die Kommunikation zwischen den Fahrzeugen und dem Mautsystem erfolgt heutzutage häufig mit straßenseitig installierter Infrastruktur, die auf Mikrowellentechnologie (Dedicated Short-Range Communication, DSRC) basiert. In Zukunft werden Smartphones und vernetzte Fahrzeuge GNSS (Global Navigation Satellite Systems)-Daten an zentrale Backend-Systeme (Proxy) übermitteln und die Transaktion abwickeln. Daher wird sich der klassische kommerzielle Betrieb von Mautsystemen in Zukunft teilweise zu einem Service-Provider-Geschäft entwickeln. Das bedeutet, dass die Nutzer stärker eingebunden werden und Maut-Services an Bedeutung gewinnen.

Der Traum von einer staufreien Welt – und wie man ihn verwirklichen kann

Auch Städte werden immer vernetzter, Stichwort Smart Cities. Wie kann da smarte Software ins Spiel kommen, um die Mobilität im Sinne der Umwelt zu steuern?

Städtisches Verkehrs- und Staumanagement erzielt unmittelbare Erfolge im Hinblick auf das Verkehrsaufkommen und einen reibungsloseren Verkehrsfluss. Laut einer aktuellen Studie aus Kanada lässt zudem die Übermittlung von Ampelinformationen an Fahrer einen Stop-and-Go-Verkehr gar nicht erst entstehen und der Kraftstoffverbrauch wird um bis zu 13 Prozent gesenkt.

Mit Hilfe fortschrittlicher Technologien, wie beispielsweise Fahrzeug-Konnektivität und KI-basierte Datenverarbeitung, können durch Staus und ineffizienten Verkehr verursachte Emissionen zusätzlich gemindert werden. Das Datenzeitalter hat den Markt aber auch deutlich verändert: Wurden bisher Pläne ausgearbeitet und in die Steuerung physischer Straßensignale umgesetzt, werden heute immense Datenmengen von unzähligen Endgeräten gesammelt, gemanagt, analysiert und daraus Handlungsempfehlungen abgeleitet.

Wer sind die Kunden der Zukunft für diese smarten Verkehrssysteme? Verlagert sich da das Geschäft vom Land, wo die Autobahnen sind, in die Städte hinein?

Viele zukunftsorientierte Städte verfolgen das Ziel, die Straßen für Fahrräder und Fußgänger frei zu machen. Wenn aber der Verkehr durch autofreie Zonen nur in andere Stadtbezirke verschoben wird, fehlt es an einer durchschlagenden Wirkung. Aus diesem Grund empfiehlt es sich hier, ein digital vernetztes Mobilitätsmanagement einzuführen.

Dazu gehört beispielsweise eine verkehrsabhängige Steuerung von Ampeln. In Pilotstädten würden damit um bis zu 25 Prozent reduzierte Stauzeiten erreicht. Die weite Verbreitung von SIM-Karten und GPS machten es darüber hinaus möglich, von allen Verkehrsteilnehmern Echtzeit-Daten zu erhalten und damit die Mobilität intelligent zu steuern.

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