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Kärntner Startup-Zentrum build! nach gestrichener Förderung unter neuer Leitung

Lakeside Science and Technology Park in Klagenfurt. © Johannes Puch
Lakeside Science and Technology Park in Klagenfurt. © Johannes Puch

Kärnten war 2017 das einzige Bundesland, dessen Gründerzentrum die AplusB-Förderung des Bundes gestrichen wurde. Jetzt hat das Startup-Zentrum build! mit Niederlassungen in Klagenfurt und Villach mit Robert Gfrerer einen neuen Chef. Unter seiner Leitung soll das Zentrum nun mit neuer Strategie wieder durchstarten. Die neue Geschäftsführung ist vorerst die letzte Maßnahme einer Neuausrichtung, die im Jänner von der Kärntner Landesregierung angestoßen wurde. Gfrerer löst die bisherige Geschäftsführerin Karin Ibovnik ab.

Doch von Beginn an: Bis 2017 wurden über das sogenannte „AplusB Scaleup“-Programm des AWS acht regionale Gründerzentren finanziert. Vergangenes Jahr lief die Förderung aus und es wurde geprüft, welche Zentren wieder jeweils vier Millionen Euro für die nächsten fünf Jahre erhält. Das Kärntner build! erfüllte die Kriterien nicht. Die Entscheidung habe eine internationale Fachjury gefällt, der man folge, hieß es damals aus dem Ministerium. Erst 2014 wurde das build! bei dem europaweiten Bewerb „European Enterprise Promotion Awards“ zu einem der besten Gründerzentren gewählt. In dem Kärntner Zentrum wurden Startups wie Bitmovin, Xamoom oder Augmensys groß.

Gesellschafter übernehmen Finanzierung

Bald nach Bekanntwerden der Streichung folgte das Aufatmen: das build! bleibt bestehen. Die Gesellschafter Babeg (45 Prozent), Universität (30 Prozent), FH Kärnten (15 Prozent) und Klagenfurt und Villach (je 5 Prozent)  haben zusammengelegt und mit dem Kärntner Wirtschaftsförderungsfonds (KWF) einen weiteren Sponsor an Bord geholt, um dem Gründerzentrum weiterhin eine Million Euro pro Jahr zur Verfügung zu stellen.

Mit den Fördergeldern solle jedoch sorgsamer umgegangen werden. Kärnten habe pro Startup zu viel Geld ausgegeben, resümierte damals der Vorstand des Kärntner Wirtschaftsförderungsfonds, Erhard Juritsch. In Zukunft sollen mehr erfolgreiche Startups angesprochen werden und aus der Serviceeinrichtung solle ein Accelerator werden.

„Know-how made in Carinthia“

Von dem neuen Geschäftsführer Gfrerer erwarten die Gesellschafter, dass Kärnten als Standort für innovative Unternehmen über die Grenzen hinaus vermarktet wird. „Know-how made in Carinthia – diese Botschaft, diese Tatsache muss stärker nach außen kommuniziert werden. Wir können bereits heute auf erfolgreiche wirtschaftliche Umsetzungen von Grundlagenforschung verweisen. Es gilt nun auch die Attraktivität von Kärnten als Ausbildungs- und Arbeitsplatz verstärkt – national und international – zu festigen und zu bewerben“, sagte Martin Hitz, Vizerektor der Universität Klagenfurt im Rahmen der Pressekonferenz am Mittwoch.

Brückenschlag zu Industrie und Forschung

Robert Gfrerer soll außerdem eine bessere Brücke zu Industrie und Forschung legen. Der 50-Jährige will als „Schlüsselstelle“ Marktzugänge für Gründer öffnen. Er war zuletzt Geschäftsführer bei Ortner Reinraumtechnik und davor bei Human.technology Styria. Der studierte Biomediziner und Elektrotechniker war außerdem in der Forschung und Lehre tätig, unter anderem an der TU Graz, der FH Kärnten und der Forschungsgesellschaft Joanneum Research. „Das Potential ist da und wir fangen nicht bei null an – Stichwort Silicon Alps. Es geht darum zu wachsen, die Kultur des Entrepreneurships in Kärnten zu festigen und build! als den Katalysator und Turbo für Gründungen im Alpen-Adria-Raum zu etablieren.“, sagte Gfrerer bei der Pressekonferenz.

LHStv.in Gaby Schaunig, Robert Gfrerer und Hans Schönegger, Geschäftsführer der BABEG. © Büro Schaunig
LHStv.in Gaby Schaunig, Robert Gfrerer und Hans Schönegger, Geschäftsführer der BABEG. © Büro Schaunig

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