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Hobby-Landwirte

Kärntner MyAcker expandiert in Europa und will per App Tiere pflegen lassen

Die MyAcker-Gründer begutachten den Fanchise-Acker in den Niederlanden. © MyAcker
Die MyAcker-Gründer begutachten den Fanchise-Acker in den Niederlanden. © MyAcker

Das Kärntner Startup MyAcker hat die Winterpause für einen strategischen Kreativitätsschub genutzt. Und für den ersten Schritt auf den internationalen Markt. Unter dem Namen „Mijn Boerderijtje“, „Mein kleiner Bauernhof“, zieht MyAcker in die Niederlande und zwar als Franchise.

„Mijn Boerderijtje übernimmt die Software, die Hardware und die Logistiklösung mit einem eigenen Branding“, erklärt Co-Founder Patrick Kleinfecher im Gespräch mit Trending Topics. Im Gegenzug erhält das Jungunternehmen aus dem Mölltal eine Umsatzbeteiligung und eine Lizenzgebühr.

Hühner, Kühe, Ziegen per App pflegen

Der niederländische Markt sei prädestiniert für das MyAcker-Pinzip, da auch dort sehr viele Menschen ind en Städten leben, so Kleinfercher. Für die Kärntner sind die Niederlande auch ein perfekter Testmarkt für Neuerungen. Neben den drei Hektar Anbaufläche greift Mijn Boerderijtje nämlich ab 2020 auch auf eine Bio-Viehzucht zu und ermöglicht Nutzern, die Pflege von Hühnern, Kühen und Ziegen.

Wer die Schritte in der App richtig setzt, kann sich in den Niederlanden über eine Lieferung frischer Eier und frischer Milch freuen. Das ergänzt das Prinzip von MyAcker sehr gut: In Österreich können Nutzer bisher per App eine Ackerfläche bespielen und bekommen per Post das angebaute, gepflegte und geerntete Gemüse geschickt.

Die Saison startet wieder am 1. April und laut Kleinfercher gibt es bereits 1.400 Anmeldungen von ambitionierten Hobby-Landwirten. Vergangene Saison haben 987 Online-Landwirte 4.127 Parzellen mit Gemüse bepflanzt, Unkraut gejätet, gegossen und geerntet (Trending Topics berichtete). In der Winterpause lag der Verkauf nicht komplett brach – 150 Weihnachtsboxen verschenkten Österreicher vor Jahreswechsel.

Per App zum Hobby-Imker

Für die neue Saison hat MyAcker einen neuen Partner, der die ferngesteuerte Landwirtschaft um Bienenstöcke erweitert. „Nutzer können über die App ihr eigenes Bienenvolk pflegen“, so Kleinfercher. Der eigene Honig wird dann wie gewohnt per Post verschickt. Ab heuer werden Nutzer ihren Acker auch besser beobachten können, da das Startup eine Drohnenlösung für die Livebilder installiert. Milch und Eier will MyAcker in Zukunft auch in Österreich anbieten, allerdings nicht vor 2020 – die Suche nach einem geeigneten Partner sei nicht so einfach, erklärt der Gründer, der MyAcker 2017 gemeinsam mit Christoph Raunig gegründet hat.

Leo Hillinger an myAcker beteiligt

Das Startup hat vergangenes Jahr bei der fünften Staffel der TV-Show „2 Minuten 2 Millionen“ bereits ein Investment in der Höhe von 150.000 Euro in Cash und 100.000 Euro Medienvolumen erhalten. Rund 25 Prozent des Unternehmens gehören seither Investor Leo Hillinger. Im März hat myAcker eine große Kooperation mit Merkur abgeschlossen – der Supermarkt verloste 50 Parzellen unter seinen Kunden.

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