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Juno: 1,2 Millionen Euro Investment von Speedinvest und Hansi Hansmann für Wiener eHealth-Startup

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Die Juno-Gründer Silvia Hecher und Alexander Just beim 2 Minuten 2 Millionen-Pitch. © Gerry Frank
Die Juno-Gründer Silvia Hecher und Alexander Just beim 2 Minuten 2 Millionen-Pitch. © Gerry Frank

Wie lange kann eine Frau Kinder bekommen? Die Antwort ist für jede Frau, unabhängig vom tatsächlichen Alter, sehr unterschiedlich. Dank eines weltweit bisher einzigartigen, softwaregestützten Hormon-Testverfahrens haben Frauen damit erstmals die Möglichkeit, das für sich selbst herauszufinden. Das Ziel: Der Fruchtbarkeitstest von Juno soll zum Standardrepertoire der weiblichen Vorsorgemedizin werden. Mehr natürliche Schwangerschaften und einfach erfüllte Babywünsche anstatt belastender und teurerer Prozedere mit unsicherem Ausgang. Das weltweite Marktpotential scheint gewaltig, auch für prominente Investoren wie Speedinvest und Hansi Hansmann, die nun in der Puls4-Startup-Show „2 Minuten 2 Millionen“ insgesamt 1,2 Millionen Euro in das eHealth-Startup und seine internationale Expansion stecken.

Der Trend zur immer späteren Schwangerschaft ist ungebrochen. Hatte eine Frau in Österreich 1984 im Schnitt noch mit knapp 24 Jahren ihr erstes Kind (Quelle: Statistik Austria), sind Frauen drei Jahrzehnten später aktuell bei der ersten Geburt bereits 30 Jahre alt. 20 Prozent aller Österreicherinnen bekommen ihr erstes Baby mittlerweile erst mit 35 Jahren oder später. In höheren Bildungsschichten mit meist größeren beruflichen Ambitionen steigt dieser Wert noch deutlicher an.

Späterer Kinderwunsch stellt viele Paare vor Probleme

Und genau dieser gesellschaftliche Wandel hin zum späteren Kind und seine Folgen waren der Antrieb und einer der Ausgangspunkte für Juno. Dr. Alexander Just, Co-Founder von Juno und gleichzeitig einer der beliebtesten Gynäkologen und Kinderwunschärzte in Österreich zur Idee dahinter: „Leider kommen viele Paare erst sehr spät zu mir, wenn sie schon Jahre erfolglos versucht haben schwanger zu werden. Die Möglichkeiten sind dann meist beschränkt. Hier haben wir mit Juno angesetzt und uns gefragt, wie man früher mit der richtigen Vorsorge etwas zum Positiven wenden kann.“

Juno hilft Frauen, rechtzeitig ihre Fruchtbarkeit zu checken

Silvia Hecher, CEO und Co-Founder von Juno will damit vor allem eines erreichen: „Wir geben Frauen erstmals ein mächtiges Tool in die Hand, ganz einfach und präzise ihren Fruchtbarkeitsstatus zu checken. Je früher sie darüber Bescheid wissen, desto größer ist ihr Handlungsspielraum. Rechtzeitiges Wissen über eine mögliche eingeschränkte Eizellenreserve, macht es deutlich wahrscheinlicher trotzdem noch natürlich schwanger zu werden.“

70 Prozent der Frauen überschätzen ihre Fruchtbarkeit

Zahlreiche Studien zeigen, dass rund 70 Prozent der Frauen ihre Fruchtbarkeit überschätzen. Im Alter von Mitte 30 Haben bereits ein Viertel aller Frauen eine reduzierte oder erschöpfte Eizellenreserve. Dr. Alexander Just zu den Gründen dafür: „Vor allem mangelnde Aufklärung und damit einhergehendes Halbwissen und falsche Beschwichtigungen, dass Schwangerschaften bis zum Ende der 30er kein Problem sind, spielen hier eine große Rolle.“

Auch im selben Lebensabschnitt sind Frauen sehr unterschiedlich fruchtbar

Genau hier hakt auch Silvia Hecher, selbst zweifache Mutter und langjährige Expertin auf diesem Gebiet, ein: „Die weibliche Fruchtbarkeit ist etwas Mächtiges und Sensibles zugleich. Es lohnt sich, sich frühzeitig damit auseinanderzusetzen, weil Fruchtbarkeit bei jeder Frau anders ist und jedenfalls limitiert. Gleiches Alter bedeutet gleiche Fruchtbarkeit.“ Es zählt hier weniger das tatsächliche Alter, sondern das biologische Alter. Die Vererbung mutterseitig ist dafür mit Abstand am meisten ausschlaggebend, aber auch Aspekte wie Rauchen, Sport, Ernährung, Schlaf oder die Krankheitsgeschichte spielen mit hinein.

Einzigartiger Algorithmus trifft Blutprobe

Wie aber funktioniert der Fruchtbarkeitstest von Juno nun? Zunächst werden Online auf fruchtbarkeitstest.at 18 Fragen rund um die Testerin und ihre Lebensumstände beantwortet. All diese Daten fließen in einen einzigartigen, wissenschaftlich basierten Algorithmus ein. Dieser beruht auf Erkenntnissen von über 300 Studien, wie jene von Broekmans oder von Steiner. Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse und Updates fließen laufend in diesen Algorithmus mit ein.

In einem zweiten Schritt wird aus einer kleinen Blutprobe das anti-Müller-Hormon bestimmt.

Dieser Marker hat sich als eindeutig bester Indikator zur Bestimmung der Eizellenreserve herausgestellt. Der Bluttest kann entweder mittels eigens entwickelten Selbsttest oder direkt beim Arzt durchgeführt werden. Die Kombination aus Blutwert und persönlichen Daten machen eine korrekte Interpretation der Eizellenreserve erst möglich. Nach Abschicken der Blutprobe ins Labor erhalten die Frauen innerhalb von zwei bis drei Werktagen einen ausführlichen, leicht verständlichen Befund.

Prognose für Entwicklung der Fruchtbarkeit möglich

Diese Verbindung von aktuellster wissenschaftlicher Forschung rund um Einflussfaktoren auf die Fruchtbarkeit mit einem Bluttest für das anti-Müller-Hormon, der von Roche Diagnostics erst vor zwei Jahren auf den Markt gebracht wurde, ist weltweit einzigartig. „Erstmals ist es Frauen damit möglich, eine sehr valide Prognose für die Entwicklung ihrer Fruchtbarkeit zu bekommen. Studien zeigen, dass der Verlauf der Fruchtbarkeit mit Hilfe des anti-Müller-Hormon zu 80 bis 93 Prozent prognostiziert werden kann. Es handelt sich dabei um die mit Abstand zuverlässigste Methode auf diesem Gebiet”, so Silvia Hecher. Die Standardvariante kostet 149 Euro, wer eine persönliche Vor- und Nachbetreuung und die persönliche Blutabnahme samt Befundbesprechung durch einen Gynäkologen als Draufgabe will, zahlt maximal 249 Euro. Das beste Alter für den Test ist zwischen 25 und 35 Jahren – je früher desto besser!

1,2 Mio. Euro nach Auftritt bei „2 Minuten 2 Millionen“ 

Nach einem eigenfinanzierten Beginn und der ersten Starthilfe durch das Austria-Wirtschaftsservice (AWS) und Pioneers Ventures konnte Juno nun im Rahmen der Puls4-Startup-Show „2 Minuten 2 Millionen“ ein 500.000 Euro-Investment von Speedinvest an Land ziehen. In der Folge wurde die Gesamtfinanzierung dieser Seed-Runde sowohl vom Venture Capital Fonds als auch von Business Angel Hansi Hansmann auf insgesamt 1,2 Millionen Euro mehr als verdoppelt. Beide Co-Founder halten zusammen aber weiterhin die Mehrheit der Anteile.

Lucanus Polagnoli, Partner bei Speedinvest, begründet das Investment folgendermaßen: “Speedinvest investiert in herausragende Gründer mit bahnbrechenden Ideen. Silvia und Alexander haben mit Juno ein Produkt entwickelt, dass noch am Anfang steht, aber das Potential hat, eine ähnliche Revolution wie damals “die Pille” auszulösen. Erstmalig erhalten Frauen schnell und einfach ganzheitliche Information über ihre Fruchtbarkeit. Das Ergebnis zeigt die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft innerhalb der fruchtbaren Jahre einer Frau und bietet daher die Möglichkeit Entscheidungen über die Zukunft auf dieser Basis treffen zu können. Uns ist es dann im weiteren Schritt ganz wichtig, dass Frauen unabhängig vom Ergebnis mit dieser Information jedenfalls nicht alleine gelassen werden. Ausführliche, weitere Informationen und persönliche Nachbetreuung werden wichtige Standbeine dieser innovativen Plattform.”

Auch Österreichs wohl prominentester Business Angel Hansi Hansmann ließ es sich nicht nehmen, bei Juno an Bord zu gehen:  „In der Hansmengroup befinden sich mit MySugr, Bwom, Kiweno, Diagnosia & mediclass bereits einige der spannendsten Health-Tech-Teams Europas. Aus diesem Grund landen auch täglich neue Projekte aus diesem Bereich auf meinem Tisch. Hier ist Juno ganz klar herausgestochen – Vision, Team und Produkt haben mich überzeugt und ich freue mich das Startup gemeinsam mit Speedinvest weiterzuentwickeln.“

Pläne für 2017: Relaunch, Rebranding & internationale Expansion

Die nächsten Wochen und Monate geht es bei Juno also Schlag auf Schlag. Neben einem Relaunch der kompletten Seite und einem Rebranding zu ivary. Es handelt sich dabei um ein Wortspiel aus ovary (Eierstock), vary (unterschiedlich) und ivory (etwas Wertvolles wie Elfenbein). Noch vor dem Sommer ist der Launch in mehreren europäischen Ländern geplant. Danach steht der Schritt in den US-Markt bereits auf der Agenda. Ebenfalls bereits angedacht – weitere Produkte rund um das Thema. Die Doppelstrategie B2C-Direktvertrieb an den Endkunden sowie ein verstärkter B2B-Vertriebsansatz an Frauenärzte, In-Vitro-Fertilisations-Zentren sowie Versicherungen & Co. werden fortgesetzt. Für all diese ambitionierten Pläne wird auch personell kräftig aufgerüstet. Das 8-köpfige Team mit Sitz in der Wiener Neubaugasse wird mehr als verdoppelt, Bewerbungen sind willkommen.

Die Vision von Juno: Fruchtbarkeitsplattform und Standard-Test für weibliche Vorsorge

Wo der Weg auf Sicht hinführen soll, darin sind sich die beiden Gründer Silvia Hecher und Alexander Just einig, wie er unterstreicht: „Wir wollen Frauen helfen, bewusst und mündig mit ihrer Fruchtbarkeit umzugehen. Wir wollen bei ihnen aber auch Ärzten das Bewusstsein schärfen, dass gute Fruchtbarkeit limitiert und von Frau zu Frau stark unterschiedlich ist. Unser ambitioniertes Ziel muss es sein, dass dieser Fruchtbarkeits-Vorsorgetest bei Frauenärzten zum Standard wird und alle Frauen diesbezüglich informiert sind. Juno oder zukünftig dann eben ivary soll dafür international die zentrale Plattform für Aufklärung, Information und die dazu passenden Tests werden.“

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