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Am Fail-Friedhof

Startup Graveyard: Aus den Pleiten dieser gescheiterten Jungfirmen können Neugründer viel lernen

Sie alle haben das Zeitliche gesegnet. © startupgraveyard.io
Sie alle haben das Zeitliche gesegnet. © startupgraveyard.io

Startups scheitern aus den unterschiedlichsten Gründen. Und es sind ganz schön viele. Die neue Webseite Startupgraveyard weist in simpler Methodik, zuckersüßen Icons und zynischen Texten auf die Fehler hin, die jene Gründer zu ihrer Zeit gemacht haben. Der Friedhof will helfen, dass Neugründer ähnliche Fehler vermeiden. In einer kurzen Historie werden Gründungsjahr, Investments, Konkurrenz und die tatsächlichen Fehler aufgelistet.

Die beerdigten Startups verteilen sich auf dem interaktiven Friedhof in zehn Kategorien. Die Entwickler wollen mit der Initiative dem Scheitern seinen Schrecken nehmen, für mehr Transparenz sorgen und der Startup-Community sinnvolle Informationen liefern. Der Startup-Friedhof ist #1 Hunt des Tages auf Product Hunt.

Viel Wissen für Neugründer

Der Weg zwischen den Gräbern entlang zeigt klar und anschaulich die entscheidenen Probleme, die den Startups das Leben gekostet haben. Bei Grooveshark scheint die ganze Tragik durch: Die Seite musste offline gehen, weil sonst eine Strafe von rund 730 Millionen Euro gedroht hätte. Grund war die illegale

Von Grooveshark bis 99dresses - viele alte Bekannte auf dem Friedhof. © startupgraveyard.io
Von Grooveshark bis 37coins – viele alte Bekannte auf dem Friedhof. © startupgraveyard.io

Verbreitung von rund 5.000 Songs. Nachdem die Rechtevergabe im Digital Millennium Copyright Act neu geregelt wurde, fiel die Geschäftsgrundlage des Unternehmens. Die Konkurrenz rund um Spotify, Soundcloud und Apple Music zog davon. Trotz vier Millionen Euro Investment musste Grooveshark 2015 nach neun Jahren den Laden dicht machen.

Schöner scheitern

Auch das E-Commerce-Startup „99dresses“ aus Sydney ist unter den Toten. Die Gründerin Nikki Durkin beschreibt hier ihren Leidensweg. Das Unternehmen wurde nach dem Start 2010 von den

Falsche Kalkulation und fehlende Anbindung an die technische Weiterentwicklung bedeuteten das Ende für 99dresses. © startupgraveyard.io
Falsche Kalkulation und fehlende Anbindung bei 99dresses. © startupgraveyard.io

Medien hochgejubelt, doch vier Jahre später war wegen falscher finanzieller Planung, dem verpassten Anschluss an technische Weiterentwicklungen und fehlender Neukunden Schluss.

Noch sind nicht viele Startups in dem Verzeichnis zu finden, gelistet sind unter anderem auch der Musik-Streaming-Dienst Rdio, die anonyme Chat-App Secret oder Homejoy. Die Macher kündigten an, dass sie die Datenlage in Zukunft deutlich vertiefen werden. Weil der Fail-Friedhof derzeit so stark nachgefragt wird, kann es sein, dass die Seite teilweise nicht lädt.

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