Start-ups

iZettle gegen SumUp: Der Kampf ums mobile Bezahlen in Europa wird mit insgesamt 70 Mio. Euro befeuert

Große Unterschiede eher nicht vorhanden. © iZettle/SumUp
Große Unterschiede eher nicht vorhanden. © iZettle/SumUp

Derzeit geht es Schlag auf Schlag: Erst gestern hat das Berliner Payment-Start-up SumUp bekannt gegeben, eine Finanzierungsrunde im Rahmen von 10 Millionen Euro abgeschlossen zu haben. Jetzt ist gerade die Meldung hereingekommen, dass sein schwedischer Rivale iZettle mit Sitz in Stockholm sich frisches Kapital in der Höhe von 60 Millionen Euro an Bord geholt hat. Beide Start-ups, das sieht man schon auf den Bildern oben, sind sich ziemlich ähnlich: Beide bieten Händler so genannte mPOS-Systeme (mobile Point of Sale) an, damit ihre Kundschaft vor Ort mit Kredit- oder Bankkarte bezahlen können. Die kleinen Kartenlesegeräte, die iZettle und SumUp anbieten, werden dabei einfach via Bluetooth oder Kabel mit einem Smartphone oder Tablet gekoppelt. In einer passenden App bekommt der Händler dann einen Überblick über die Transaktionen.

Die Dienste richten sich vor allen an kleinere Läden und KMU, die noch keine Kassensysteme und bis dato den Verkauf vorwiegend per Bargeld abgewickelt haben. Sowohl iZettle und SumUp verlangen vom Händler eine Transaktionsgebühr; bei SumUp liegt sie etwa bei 0,95 Prozent bei Bankomatkarte und bei 2,25 Prozent bei Kreditkarte.

Großes Vorbild Square noch nicht in Europa

Während bei den Berlinern SumUp unter anderem Groupon und American Express investiert haben, sind bei den Schweden iZettle Intel Capital and Zouk Capital an Bord gekommen. Beide Anbieter sind in immer mehr gleichen Märkten vertreten, weswegen es in Ländern wie Großbritannien, Deutschland, den Niederlanden oder Spanien nun zu einem verschärften Wettbewerb kommen wird. iZettle ist darüber hinaus in den skandinavischen Staaten aufgestellt, während sich SumUp auf mittel- und südeuropäische Länder wie Österreich, Schweiz, Polen oder Portugal gestürzt hat. iZettle hat technologisch etwas die Nase vorne, weil der kleine Terminal mittlerweile auch NFC-Zahlungen per Smartphone und Apple Pay unterstützt.

Beide Start-ups haben das Bezahlen beim Händler mittels mobilem Terminal nicht erfunden. Großes Vorbild ist das Start-up Square von Twitter-Mitgründer Jack Dorsey, das mittlerweile bei einer Bewertung von 6 Mrd. US-Dollar liegt und Gerüchten zufolge an einem Börsengang arbeitet. Bis dato ist Square in den USA, Kanada, Australien und Japan verfügbar und hat noch einen Bogen um den europäischen Markt gemacht – eine Lücke für SumUp und iZettle, die sie nun möglichst rasch füllen wollen. Andere Payment-Dienstleister wie Klarna lassen derweil den Finger vom mobilen Bezahlen am POS und konzentrieren sich auf die Integration in Online-Shops (TrendingTopics.at berichtete). Fraglich ist auch, wie groß der Markt für iZettle und SumUp gerade in Deutschland und Österreich überhaupt ist – in beiden Ländern bezahlen Konsumenten nach wie vor am liebsten mit Bargeld.

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