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Marktstart

iPhone 11: Nichts Besonderes, aber gut genug für die Konkurrenz

Das iPhone 11 kommt in sechs Farben. © Apple
Das iPhone 11 kommt in sechs Farben. © Apple

In Wien und so gut wie allen anderen westlichen Großstädten stehen sich heute hunderte, wenn nicht tausende Menschen freiwillig die Beine in den Bauch. Der Grund? Nicht etwa die weiten Klimademos (FridayforFuture), nein – die neuen iPhones sind heute erhältlich. Die momentane Marktsituation spielt Apple in die Karten, alles eitel Wonne ist trotzdem nicht.

Dutzende Menschen warteten schon Stunden vor der Öffnung des Apple Stores auf der Kärntner Straße in Wien, ähnliche Meldungen gibt es auch aus Singapur, Tokio oder Australien. Der Hype ist zwar nicht mehr mit den Camping-Veranstaltungen von vor ein paar Jahren vergleichbar, wer sein neues iPhone 11 aber unbedingt heute in der Hand halten will, hat keine andere Wahl. Apple selbst forciert den Verkauf über den eigenen Online-Store, mindestens drei Tage Lieferzeit sind da aber unumgänglich.

Läuft für Apple

Insofern verwundert es nicht, dass sich Apple-Fans aus aller Welt abermals vor den Stores des Herstellers mit dem Apfel eingefunden haben. Die ersten Berichterstattungen befeuerten den Wunsch nach dem neuen iPhone noch: Erste Tester zeigten sich zu großen Teilen beeindruckt von der überarbeiteten Kamera, die nun bekanntlich auch mit einem Weitwinkelmodus aufwarten kann. Auch der Videomodus soll seinesgleichen suchen. Lob gab es außerdem für die verbesserte Akkulaufzeit im Vergleich zu den Vorgängermodellen und die generelle Schnelligkeit des iPhones – seit jeher eine Stärke des Herstellers aus Cupertino.

Der Mitbewerb fehlt

Zur Relativierung sei allerdings angefügt: Gerade US-amerikanische Portale erzählen hier oft nur die halbe Wahrheit, fehlt in den USA doch das Portfolio von Huawei. Der chinesische Hersteller wiederum hat zwar mit viel Kritik und dem Handelsstreit zu kämpfen, gilt gemeinhin aber als sehr stark im Kamera-Sektor. Darüber hinaus stellte Huawei zwar erst gestern die neue Mate 30-Serie vor, die ebenfalls mit einem starken Kamera-Setup überzeugen soll, bringt die Reihe vorerst aber nicht in unsere Gefilde.

Die Smartphones kommen darüber hinaus zwar mit der neuen EMUI-Oberfläche, basierend auf Android 10, aber ohne die Google-Services. Das heißt, der Play Store und die anderen bekannten Erweiterungen fehlen damit vorerst. Ob und wann die Mate 30-Reihe zu uns kommt, konnte uns Huawei auf Nachfrage noch nicht mitteilen. Ein direkter Vergleich des iPhone 11 mit wirklich allen anderen Topmodellen fehlt also noch.

Kritik am iPhone 11 gab es bislang vor allem für die noch etwas wackelige Software, iOS 13 kämpft noch mit vereinzelten Bugs. Außerdem wird bekrittelt, dass Apple lediglich ein altes 5-Watt-Ladegerät mitliefert und abermals auf den proprietären Lightning-Standard setzt.

+++ Apple überrascht mit den neuen iPhones niemanden. Aber mit einer anderen Sache. +++

Huawei nicht voll da

Apple hat dennoch alle Vorteile auf seiner Seite. Das iPhone 11 ist fraglos gelungen, soviel Einschätzung lassen die ersten Testergebnisse bereits zu. Mit Huawei ist ein mächtiger Konkurrent vorerst aus dem Rennen, viele potenzielle Inserenten zögern ob der negativen Berichterstattung mit dem Kauf oder verzichten gänzlich darauf. Samsung wiederum hat sämtliches Pulver heuer bereits verschossen.

Das kürzlich vorgestellte Galaxy Note 10 richtet sich an eine andere Zielgruppe, und das Pendant zum iPhone, das Galaxy S10, hat bereits einige Monate auf dem Buckel. Xiaomi und Co fehlt (noch) in Europa der Name, um Apple wirklich gefährlich werden zu können.

Auch wenn es also Anstellen oder Warten heißt und auch wenn noch nicht alles beim iPhone 11 perfekt ist: Verkaufen wird sich das Gerät letztlich doch wieder hervorragend, vor allem das iPhone 11 ab 800 Euro. Dafür sorgt diesmal auch die Marktsituation.

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