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IoT-Forum 2018

Das „Internet der Dinge“ steckt noch in den Kinderschuhen

Am Podium des IoT-Forums in Wien: Drei-CEO Jan Trionow, Ingrid Wistrand, Debuty CEO von Tele2 IoT Stockholm, Werner Kraus, SVP Business & Wholesale bei T-Mobile Austria, Mladen Pejkovic, Senior Executive Director der Atlantic Grupa in Zagreb und Moderator Karim Taga von Arthur D. Little. © Trending Topics

Das Internet of Things, vernetzte Maschinen, ist in manchen Bereichen schon richtig gut. In der Landwirtschaft zum Beispiel: autonome Landwirtschaftsgeräte, vernetzte Kühe und Sensoren, die eine Berechnung des perfekten Erntezeitpunkts ermöglichen, sind längst etabliert. Dasselbe gilt für die Industrie 4.0, die bereits im Alltag angekommen ist. Es gibt aber auch noch einige IoT-Baustellen. Dazu zählen vernetzte Autos, die autonomes Fahren noch nicht ganz so beherrschen wie es notwendig wäre, erklärt IoT-Journalist Jeremy Cowan am IoT-Forum in Wien. Auch bei Smart Cities werde die Technologie der Vision noch nicht gerecht.

Die Entwicklung von 5G ist heiß umkämpft

Der Weg in die IoT-Zukunft führt über den neuen Mobilfunk-Standard 5G. Telekom-Anbieter könnten von dem IoT-Boom massiv profitieren, ist Bela Virag von dem Beratungsunternehmen Arthur D. Little überzeugt. Das schnellere Internet wird zum Beispiel für die Übertragung von Daten der nächsten Generation an Sensoren benötigt. Potenzial sieht Virag auch im Bereich Smart Metering. Die Verwaltung von „virtual power plants“, bei denen verschiedenste Energiequellen zusammenkommen, erfordere 5G.

Virag empfiehlt Mobilfunkern Gas zu geben, bevor ihnen das Thema 5G aus der Hand gerissen wird. Facebook testet zum Beispiel unter dem Titel „Terragraph“ ein WLAN-Netzwerk mit Glasfasergeschwindigkeit – auch mit dem Hintergedanken eigene Projekte im Bereich Robotics oder Virtual Reality vorantreiben zu können.

Oft genügt auch Schmalband-Internet

Für IoT braucht es aber nicht in allen Fällen eine Datenübertragung im Hochleistungsbereich. Für viele Anwendungen, etwa in den Bereichen Logistik oder Smart Cities, müssen nur kleine Datenpakete empfangen und gesendet werden. Mit sogenannten Schmalband-Lösungen kann diesen Anwendungen mit wesentlich geringerem Energieaufwand und auch günstiger Rechnung getragen werden. Und: Während wir auf 5G noch bis mindestens 2020 warten müssen, ist das IoT-Schmalband in Österreich bereits verfügbar.  Vorreiter ist T-Mobile Austria, die das „Narrowband IoT“ in St. Pölten bereits ausgerollt hat und bis Ende des Jahres das ganze Land damit versorgen will.

Bis 5G soweit ist, IoT ins nächste Level zu heben, widmen sich die Telekom-Unternehmen anderen Herausforderungen. In Wahrheit steckt das Thema noch in den Kinderschuhen, waren sich die Teilnehmer einer Podiumsdiskussion im Rahmen des IoT-Forums in Wien einig. Das sieht auch der aktuelle „Hype Cycle“ von dem Beratungsunternehmen Gartner so, der als Gradmesser für die Entwicklung neuer Technologien gilt. IoT hat den Gipfel des Hypes laut Gartner noch nicht erreicht und wird noch zwei bis fünf Jahre brauchen, um im Alltag anzukommen.

„Wir müssen Geschäftsmodelle neu denken“

Gerade kleinere Unternehmen tun sich mit dem Thema IoT noch schwer, weil es zu viele Player gibt und individuelle Einsatzszenarien schwer zu entwickeln sind. „Der Durchbruch wird erst kommen, wenn wir ganze Geschäftsmodelle oder Prozessketten neu denken und nicht einfach vorhandene Modelle digitalisieren“, sagt Werner Kraus von T-Mobile Austria, der am Podium mit Drei-CEO Jan Trionow, Ingrid Wistrand von Tele2 IoT in Stockholm und Mladen Pejkovic von der kroatischen Atlantic Grupa über Gegenwart und Zukunft von IoT sprach. Bis 2020 gilt es also mit viel Aufklärungsarbeit Firmen das Internet der Dinge schmackhaft zu machen, damit Europa bei der nächsten Digitalisierungswelle nicht auf der Strecke bleibt.

Dieser Text entstand in redaktioneller Unabhängigkeit im Rahmen einer Kooperation mit T-Mobile Austria.

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